Hermine Esinger

Hermine Esinger (* 1852; † 1939 in Salzburg) war eine Pianistin, Orgelvirtuosin und letzte Liszt-Schülerin.

Wohnhaus der Esinger-Schwestern auf dem Mönchsberg

Hermine Esinger war die jüngere Schwester von Adele Esinger. Beide waren Künstlerinnen, wobei sich Hermine der Musik zugewandt hatte. Sie war die letzte Schülerin von Franz Liszt und die erste Klavierlehrerin des Mozarteums. Franz Liszt war auch des Öfteren Gast in dem Haus der Esinger-Schwestern auf dem Mönchsberg Nr. 6. Er soll einmal so heftig gegen die Pedale getreten haben, dass der Boden darunter durchbrach; zumindest wird das von den späteren Besitzern so erzählt, wenn sie Besucher durch das Liszt-Zimmer führten. Da Hermine aber in wirtschaftlich prekären Verhältnissen lebte, kann das Loch im Dielenboden auch andere Ursachen gehabt haben. Sie selbst versuchte, als Klavierlehrerin zu überleben, was in der damaligen Zeit kaum möglich war.

Ihr Wohnhaus, das sie von ihrer Mutter geerbt hatte, wurde nach ihrem Tod arisiert und nach 1945 an einen US-Besatzungssoldaten weitergegeben. Die späteren Besitzer, das Ehepaar Bock, nahmen den Lebensstil des „fin de siecle“ wieder auf und veranstalteten hier viele Feste und Musikabende. Rudolf Bock (Enkel des Philosophen Rudolf Pannwitz) war Tiefenpsychologe und Maler aus Leidenschaft; seine Frau war Musiktherapeutin im Landeskrankenhaus. Dieser Psychologenhaushalt war so bekannt, dass ihn Wolf Haas in seinen Roman Silentium einbaute.

Literatur

  • Christian F. Uhlir (Hrsg.): Salzburger Stadtberge. Mönchsberg – Kapuzinerberg – Festungsberg – Nonnberg – Rainberg. 2011, Salzburg: edition Winterwork, ISBN 978-3-86468-033-5.

Weblinks