Irma Schwager

Irma Schwager (* 31. Mai 1920 in Wien als Irma Wieselberg) ist eine österreichische antifaschistische Widerstandskämpferin, Politikerin und Philanthropin.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Eine erste politische Bewusstseinsbildung erfolgte in der Ära des Austrofaschismus, in der Irma Wieselberg als Schülerin die Restriktionen des autoritären Ständestaates zu spüren bekam. Sie flüchtete nach dem Anschluss 1938 nach Belgien und von dort nach Frankreich, während ihre Eltern dem Holocaust zum Opfer fielen. Nach Kriegsausbruch in einem Internierungslager festgehalten, entkam sie und schloss sich der Résistance an. In Frankreich TA (Travail allemand) war sie als Susanne Berger aktiv an der „Mädelarbeit“. Die Aufgabe dieser mutigen jungen Frauen war es, deutsche Soldaten kennenzulernen und sie von der Sinnlosigkeit und Ausweglosigkeit des Krieges durch Gespräche und Überreichen von Agitationsmaterial zu überzeugen.

Im Jahr 1945 kehrte sie mit Zahel Schwager (1908–1984), einem Spanienkämpfer, und ihrer im Krieg geborenen Tochter nach Wien zurück. Sie war viele Jahre Vorsitzende des Bundes Demokratischer Frauen, in dieser Funktion maßgeblich beteiligt am Kampf gegen Atomrüstung und Kalten Krieg, für die Reform des österreichischen Scheidungsrechts und gegen die Illegalisierung der Abtreibung. Sie gehörte zeitweise dem Politischen Büro der Kommunistischen Partei Österreichs KPÖ an. 2005 wurde Irma Schwager im Rahmen von 1000 Frauen für den Friedensnobelpreis 2005 für den Friedensnobelpreis nominiert.

Irma Schwager war 1992–96 Präsidentin und ist seit 1996 Ehrenpräsidentin auf Lebenszeit der Gesellschaft Österreich-Vietnam. Während der US-Bombardements 1971 hatte sie Hanoi besucht und in Österreich eine Reihe von Solidaritätsaktionen für die beklagenswertesten Opfer des chemischen Krieges, in erster Linie missgebildete und behinderte Kinder, initiiert. Im Juli 2008 wurde sie von Staatspräsident Nguyen Minh Triet während dessen Staatsbesuches in Österreich offiziell geehrt.

Am 35. Parteitag der KPÖ im Februar 2011 wurde Irma Schwager zur Ehrenvorsitzenden der Kommunistischen Partei Österreichs ernannt.[1]

Sie ist die Ex-Schwiegermutter des SPÖ-Politikers und ehemaligen österreichischen Finanzministers Ferdinand Lacina, sowie die Großmutter des Musikers Robert Rotifer.

Siehe auch

Weblinks

Quellennachweise

  1. Irma Schwager als Ehrenvorsitzende vorgeschlagen http://www.kpoe.at/home/aktuelles/anzeige-aktuelles/article/26/Irma-Schwager-als-Ehrenvorsitzende-vorgeschlagen.html