Jüdischer Friedhof (Kittsee)

Jüdischer Friedhof in Kittsee

Der Jüdische Friedhof Kittsee ist ein jüdischer Friedhof in Kittsee im Burgenland in Österreich. Auf dem Friedhof, der in der Nähe des Wasserschlosses Kittsee liegt, befinden sich auf einer Fläche von 11633 Quadratmetern 150 Mazewa (Grabsteine), die hauptsächlich aus Mühlendorfer Marmor oder Sandstein gefertigt wurden. Er ist der einzige vollständig unter Denkmalschutz stehende jüdische Friedhof Österreichs.

Geschichte

Kittsee gehörte zu den burgenländischen Siebengemeinden, wo sich seit 1670 unter dem Schutz der Fürsten Esterházy Juden niederlassen durften. 1735 lebten in Kittsee 266 Juden, 1821 waren es 789. Aufgrund starker Abwanderung in den Jahrzehnten danach aus wirtschaftlichen Gründen sank ihre Zahl bis 1934 auf 62. Im Jahr 1938 kam es zur endgültigen Zerstörung der Judengemeinde Kittsee. Mitte April 1938 wurden die jüdischen Anwohner Kittsees und der Nachbargemeinde Pama nachts aus ihren Häusern geholt, enteignet und auf eine Sandinsel in der Donau ausgesetzt. Die Flüchtlinge wurden von Einwohnern des tschechoslowakischen Dorfes Devín (heute ein Stadtteil Bratislavas) gefunden und vorübergehend beherbergt. Schließlich konnten jüdische Hilfsorganisationen in Bratislava den deportierten Kittseer Juden die Emigration in verschiedene Aufnahmeländer ermöglichen.

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