Donau

Dieser Artikel befasst sich mit dem Fluss Donau; zu weiteren Bedeutungen siehe Donau (Begriffsklärung).
Donau
Das danubische orographische System

Das danubische orographische SystemVorlage:Infobox Fluss/KARTE_fehlt

Daten
Gewässerkennzahl DE: 1
Lage Mittel- und Südosteuropa
Flusssystem Donau
Quelle mit der Bregquelle im Schwarzwald oder am Zusammenfluss von Brigach und Breg bei Donaueschingen
(siehe Donauquelle)Vorlage:Infobox Fluss/QUELLKOORDINATE_fehlt
Quellhöhe 1078 mVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen oder 680 m
Mündung Schwarzes Meer45.1629129.6472930Koordinaten: 45° 9′ 46″ N, 29° 38′ 50″ O
45° 9′ 46″ N, 29° 38′ 50″ O45.1629129.6472930
Mündungshöhe mVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Höhenunterschied 1078 m
Länge 2857 km[1] (2.811 km ohne Breg)
Einzugsgebiet 817.000 km²[1]
AbflussVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen MQ
6700 m³/s
Rechte Nebenflüsse Riß, Iller, Lech, Isar, Inn, Enns, Traun, Leitha, Raab, Drau, Save, Morava, Iskar u. a.
Linke Nebenflüsse Blau, Wörnitz, Altmühl, Naab, Regen, Ilz, Kamp, March, Váh, Theiß, Olt, Sereth, Pruth u. a.
Durchflossene Stauseen Eisernes Tor
Großstädte Ulm, Ingolstadt, Regensburg, Linz, Wien, Bratislava, Budapest, Novi Sad, Belgrad, Russe, Brăila, Galați
Schiffbar 2.655 km, davon 2.414 km für große Güterschiffe zwischen Kelheim und Sulina

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Die Donau ist mit einer mittleren Wasserführung von rund 6700 m³/s und einer Gesamtlänge von 2857 Kilometern[1] nach der Wolga der zweitgrößte und zweitlängste Strom in Europa. Der Strom entwässert weite Teile des südlichen Mittel- und Südosteuropa und verbindet als Wasserweg sehr heterogene Kultur- und Wirtschaftsräume.

Die Donau führt ihren Namen ab der Vereinigung zweier Quellflüsse, der Brigach und der größeren Breg, die beide im Mittleren Schwarzwald entspringen. Sie durchquert drei große Beckenlandschaften: das nördliche Alpenvorland und das Wiener Becken (Oberlauf), die pannonische Tiefebene (Mittellauf) und das Rumänische Tiefland (Unterlauf). Die trennenden Gebirge durchschneidet sie in Engtälern, deren bekannteste Abschnitte die Wachau und das Eiserne Tor sind. Die Donau mündet in einem ausgedehnten Delta in das Schwarze Meer. Sie trägt einen großen Teil zu dessen Schadstoffbelastung bei.

Inhaltsverzeichnis

Einzugsgebiet

Einzugsgebiet der Donau und der Hauptnebenflüsse
Flusseinzugsgebiete und Hauptwasserscheiden in Europa

Das Einzugsgebiet der Donau umfasst etwa 817.000 Quadratkilometer.[1] Es ist etwas asymmetrisch; links (nördlich) der Donau liegen 56 % der Fläche, rechts 44 %. Dennoch steuern die Nebenflüsse der kleineren rechten Seite rund zwei Drittel des Wasservolumens bei, was vom hier größeren Flächenanteil hoher Gebirge herrührt, die zudem einen großen Teil der von West- und Südwestwinden herangeführten Feuchte abfangen.

Dies spiegelt sich darin wider, dass im südlichen pannonischen Becken von rechts mit der Save der mit Abstand wasserreichste Nebenfluss mündet und von links mit der kaum halb so großen Theiß der deutlich längste Nebenfluss der Donau. Weiter unterhalb übertrifft die Wasserführung der von rechts kommenden Morava die des am Donaudelta von links kommenden, etwa fünfmal so langen Pruth um gut das Doppelte. Und auch im deutschen Donaugebiet führen die drei größten linken Nebenflüsse (Altmühl, Naab und Regen) zusammen weniger Wasser als der in diesem Teil nur drittgrößte rechte Nebenfluss Lech. Der weitaus größte Nebenfluss der oberen Donau, der Inn, ist der Donau am Zusammenfluss in Passau mindestens ebenbürtig, und bei Ulm wird die Donau von der Iller sogar um gut ein Drittel übertroffen.

Die meisten der größeren Nebenflüsse entspringen in den Ostalpen und Karpaten, sowie in den Gebirgen der Slowakei und der Balkanhalbinsel. Die Karpaten sind kein Randgebirge des Donaueinzugsgebiets, sondern ragen in es hinein, weil sie ostseitig vom Siret/Prut-System entwässert werden. Sie trennen den unteren Donauraum vom mittleren. Die Alpen springen mit ihren Nordostausläufern ebenfalls ein und gliedern in mittlere und obere Donau.

Quellflüsse

Bei Donaueschingen fließen Brigach und Breg zur Donau zusammen. Von den beiden Quellflüssen ist die etwas südlicher und höher entspringende Breg nach allen gewässerkundlichen Merkmalen der etwas größere Fluss. Daneben gilt sinnbildlich der Quelltopf des Donaubachs in der Nähe der Vereinigung beider Quellflüsse traditionell als Donauquelle. Ab hier hat die Donau noch eine Länge von gut 2810 Kilometern.[2]

Nebenflüsse

Eine Länge von über 500 Kilometern haben Theiß, Pruth, Save, Drau, Olt, Sereth und Inn. Flüsse mit einer Wasserführung von über 500 m³/s sind Save, Theiß, Inn und Drau.

Liste der Nebenflüsse aus dem Handbuch für Donaureisen, Wien 1935, herausgegeben von der Ersten Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft
Nebenflüsse der Donau mit mehr als 140 Kilometern Flusslänge
Nebenfluss bei km [3]
Seite
R/L
Länge
in km
Abfluss
in m³/s
Bemerkungen
Iller 2587,9[4] R 147 71 führt beim Zusammenfluss mehr Wasser als die Donau
Lech 2496,4[4] R 264 114
Isar 2281,7 R 295 175
Inn 2225,2 R 518 738 beim Zusammenfluss breiter und zeitweise wasserreicher als die Donau
Traun 2125,0[5] R 153 135
Enns 2111,8 R 254 195
Leitha ≈1830[5] R 180 10 mündet in den Nebenarm Moson-Donau
Raab 1794,0 R 250 18
Kapos ≈1498[5] R 112,7 4,4
Drau 1382,5 R 749 670
Save ≈1170 R 945 1722 wasserreichster Zufluss der Donau
Morava 1104,5 R 185 255
Timok 845,7 R 203 24
Iskar 637,0 R 368 54
Jantra 536,7 R 285 47
Altmühl 2411,6[4] L 220 16
Naab 2385,3[4] L 165 50
Regen 2379,2[4] L 169 40
Kamp ≈1985[5] L 153
March 1880,3 L 358 109
Váh 1765,8 L 403 152
Hron 1716,0 L 298 55
Ipel 1708,2 L 233 21
Theiß 1214,5 L 1308 813 längster Nebenfluss der Donau
Temesch ≈1150[5] L 340 47
Jiu 691,6 L 331 94
Olt 600,6 L 737 190
Vedea ≈530[5] L 224
Argeș 432,0 L 327 73
Ialomița 231,1 L 417 40
Sereth 155,1 L 596 230
Pruth 134,1 L 953 110

Die Donaustaaten

Mitglieder und Assoziierte der Donaukommission
Hauptartikel: Donauländer

Die Donau hat zehn Anrainerstaaten: Deutschland, Österreich, die Slowakei, Ungarn, Serbien und Rumänien auf beiden Ufern sowie einseitig Kroatien, Bulgarien, Moldawien und die Ukraine. Insgesamt sind 1071 Kilometer, mithin 37 % des Donaulaufs, Staatsgrenzen.

Zahlreiche weitere Staaten (Albanien, Bosnien-Herzegowina, Italien, Mazedonien, Montenegro, Polen, Schweiz, Slowenien, Tschechien und das international nicht allgemein anerkannte Kosovo) haben Anteile an ihrem Einzugsgebiet.

Außerdem ist das Flusssystem heute über zahlreiche Kanäle erschlossen, im Besonderen den Rhein–Main–Donau-Kanal und die Kanäle zum nordöstlichen Nachbarfluss Dnjestr, so dass auch Länder wie Frankreich und die Beneluxstaaten oder Russland, Weißrussland und der Baltikum indirekten Binnenschifffahrts-Zugang zur Donau haben.

Städte

An der Donau liegen die drei Millionenstädte Wien, Budapest und Belgrad sowie einige weitere bedeutende Städte, nämlich Ulm, Ingolstadt, Regensburg, Passau, Linz, Krems, Bratislava, Mohács, Vukovar, Novi Sad, Smederevo, Drobeta Turnu Severin, Russe, Brăila, Galați und Tulcea.

Verlauf

Deutschland

Zusammenfluss von Brigach (hinten rechts) und Breg (hinten links) zur Donau bei Donaueschingen
Die Donau in Ulm (vom Ulmer Münster aus gesehen)

Namentlich entsteht die Donau 1,4 Kilometer östlich von Donaueschingen durch den Zusammenfluss der beiden Quellflüsse Brigach und Breg („Brigach und Breg bringen die Donau zuweg“). Als Donauquelle wird nicht nur die Quelle des größeren der beiden Quellflüsse, der Breg bei Furtwangen, bezeichnet, sondern auch der gefasste Ursprung des in Donaueschingen entspringenden Donaubaches (siehe auch Donauquelle).

In Deutschland legt die Donau von der Bregquelle bis zur deutsch-österreichischen Grenze ihre ersten gut 618 Kilometer zurück; sie bildet damit die viertlängste Flussstrecke in Deutschland. Jedoch verliert sie etwa 75 Kilometer unterhalb des Bregursprungs den größten Teil ihres Wassers in der Donauversinkung; während der überwiegenden Zeit des Jahres sogar vollständig. Die größten Städte des deutschen Laufabschnitts sind nacheinander Tuttlingen, Ulm, Neu-Ulm, Neuburg an der Donau, Ingolstadt, Regensburg, Straubing und Passau.

Von Ulm bis Kelheim ist die Donau klassifiziert als Landeswasserstraße mit Einschränkungen, von Kelheim bis zur österreichischen Grenze als Bundeswasserstraße[6] (Siehe auch: Donauschifffahrt).

Die Donau im Winter bei Dillingen an der Donau

In diesem Abschnitt sind die wichtigsten rechtsseitigen Nebenflüsse die Iller in Neu-Ulm, der Lech bei Marxheim (östlich von Donauwörth), die Isar bei Deggendorf und in Passau schließlich der Inn; linksseitig sind es in Donauwörth die Wörnitz, hinter Kelheim die Altmühl und schließlich bei Regensburg die Naab und der Regen („Iller, Lech, Isar, Inn fließen rechts zur Donau hin; Wörnitz, Altmühl, Naab und Regen kommen ihr von links entgegen.“). Kleinere Nebenflüsse sind etwa Bära, Riß, Roth, Große Lauter, Blau, Nau, Günz, Brenz, Mindel, Zusam, Schmutter, Paar, Abens, Große Laber, Vils, Ilz oder Erlau. Die in Deutschland entspringende Ranna mündet erst in Österreich.

Altstadt von Regensburg und Stadtamhof mit Dom und Steinerer Brücke, UNESCO-Welterbe seit 2006

In Passau fließen zunächst die Ilz mit moorbraunem Wasser von links in die dunkelblaue Donau und gleich danach von rechts der grüngraue Inn. Die Donau hat noch ein längeres Stück nach dem Zusammenfluss diese drei Farben. Das Wasser des Inn dominiert hier das Bild; dies rührt weniger von seiner im Mittel größeren Wasserführung her als von seiner geringeren Tiefe (Inn: 1,90 Meter, Donau: 6,80 Meter – „der Inn überströmt die Donau“). Die im Jahresmittel etwa sieben Prozent größere Wasserführung des Inn (738 m³/s gegenüber 690 m³/s) fließt vor allem während seiner stärkeren Hochwasser zur Schneeschmelze ab. Mehr Wasser als der Inn führt die Donau mit ihrer ausgeglicheneren Wasserführung über die sieben Monate von Oktober bis April.

Bedeutende Bauwerke am Fluss sind die Erzabtei Beuron, das Fürstenschloss der Hohenzollern in Sigmaringen, das gotische Münster zu Ulm mit dem höchsten Kirchturm der Welt (161,53 m), die am Eingang zur klammartigen Weltenburger Enge errichtete Abtei Weltenburg und die Befreiungshalle bei Kelheim an deren Ende. Es folgen die Steinerne Brücke und der Dom St. Peter in Regensburg sowie die Walhalla bei Donaustauf etwa zehn Kilometer weiter östlich. Das Stadtbild von Passau wird vom Dom St. Stephan beherrscht, in dem die größte Domorgel der Welt steht.

Österreich

Großlandschaften Österreichs, mit dem Donautal zwischen Ostalpen/Alpenvorland und Böhmischer Masse und der Ausmündung in die Pannonische Tiefebene (Wiener Becken) als Hauptsiedlungsraum
Die Donau in der Wachau (2008 / Video)

Das Donautal und seine Nebenlandschaften bilden den Kernraum Österreichs: Es umfasst zwar nur etwa 15 % des Staatsgebietes, aber ungefähr die Hälfte der acht Millionen Einwohner leben hier, davon allein zwei Millionen in der Metropolregion Wien. In diesem Raum konzentriert sich die Wirtschaftsleistung des Landes, mit gewerblichen Kernzonen in Oberösterreich und im Wiener Verdichtungsraum. Das Donautal ist mit den Alpentransitrouten (Brenner, Tauern und Pyhrn) eine der wichtigen Transitachsen Österreichs (West Autobahn, Westbahn).

Die Donau durchbricht in Österreich mehrmals das Granit- und Gneishochland (Böhmische Masse), dazwischen durchfließt sie den Nordrand des Alpenvorlands. Nach der Staatsgrenze – zwischen Passau und Jochenstein in der Flussmitte – folgt das mit etwa 50 km längste dieser Engtäler, das Oberösterreichische Obere Donautal mit der Schlögener Schlinge. Dann durchquert der Strom das fruchtbare Eferdinger Becken und Linz, die drittgrößte Stadt Österreichs. Im Auengebiet des Machlands fließt sie vorbei an Mauthausen, nimmt bei Enns den gleichnamigen Nebenfluss auf und quert die Landesgrenze zu Niederösterreich. Bei der alten Schifferstadt Grein und Schloss Greinburg hat die Donau mit ca. 20 m ihre tiefste Stelle in Österreich.[7] Es folgen mit Strudengau und Nibelungengau zwei weitere Engtäler und rund 90 Kilometer hinter Linz erreicht der Strom Melk mit seinem gewaltigen Barockstift. Den Dunkelsteiner Wald abschneidend, durchfließt der Strom auf den folgenden knapp 35 Kilometern eine der schönsten Donaulandschaften, die Wachau, die an Dürnstein vorüber bis nach Krems reicht; anschließend durchquert sie das Tullnerfeld, eine weitere landwirtschaftlich geprägte Niederungslandschaft. An der Korneuburger Pforte knickt sie um den Wienerwald herum, den letzten Nordost-Ausläufer der Alpen, und erreicht dann das weiträumige Wiener Becken. Hier liegt mit Österreichs Hauptstadt Wien die lange Zeit größte und bedeutendste aller Donaustädte, mit der inzwischen Belgrad und Budapest gleichgezogen haben. Bis kurz hinter Wien hat der Strom eher Gebirgsflusscharakter, erst danach wandelt er sich allmählich zu einem Tieflandfluss. Durch die Donau-Auen nähert sich die Donau der Staatsgrenze zur Slowakei und bei der Thebener Pforte erreicht sie das Pannonische Becken, womit ihr Oberlauf im eigentlichen Sinne zu Ende geht. Sie verlässt Österreich bei Bratislava.

Beinahe das gesamte Staatsgebiet Österreichs entwässert in die Donau und damit zum Schwarzen Meer. Wichtige Zuflüsse der Donau in Österreich sind der Inn (rechts; mündet in Deutschland), die Aist (links), die Traun (rechts), die Enns (rechts), die Ybbs (rechts), die Traisen (rechts), der Kamp (links), die Wien (rechts), die Schwechat (rechts), die March (links) und die Leitha (rechts), die in Ungarn die Donau erreicht. Hydrographisch gliedert sich der Donaueinzugsbereich in Österreich in die Flussgebiete Donau bis - (DBJ) und Donau unterhalb Jochenstein (DUJ). Der zweite umfasst den Hauptteil des Donaulaufs und der Donauzubringer in Österreich.
Auf österreichischem Staatsgebiet liegen elf Donaukraftwerke, sie bilden die Basis der österreichischen Stromversorgung.

Donau in Bratislava

Slowakei

Nur knapp 45 Kilometer von Wien entfernt, unmittelbar hinter der österreichisch-slowakischen Grenze, passiert die Donau die slowakische Hauptstadt Bratislava. Die Donau bildet kurz die Grenze zu Österreich, fließt dann durch die slowakische Hauptstadt und bildet schließlich die Grenze zu Ungarn. In der Nähe von Bratislava zweigt am linken Ufer ein Seitenarm, die Kleine Donau, von der Donau ab und bildet mit der Großen Schüttinsel die größte Flussinsel Europas. Die Kleine Donau verläuft in zahlreichen Mäandern und mündet bei Kolárovo in die Váh, den größten slowakischen Nebenfluss der Donau. Der Mündungsort ist Komárno, ein Zentrum der ungarischen Minderheit in der Slowakei. Auf der Elisabethinsel vor Komárno hat Kaiserin Elisabeth (Sisi) das erste Mal den Boden ihres Königreiches Ungarn betreten. Kurz vor der Staatsgrenze mündet die Hron bei Štúrovo in die Donau, zuletzt der Nebenfluss Ipeľ bei Chľaba.

Ungarn

Donauknie bei Visegrád

In Čunovo, dem südlichsten Stadtteil Bratislavas an der ungarischen Grenze, teilt sich die Donau erneut. Nur der nördliche Arm bildet die weitere slowakisch-ungarische Staatsgrenze. Der südliche Arm namens Mosoni Duna (Moson-Donau oder Kleine Donau) durchfließt kurz nach seiner Abtrennung vom Hauptarm ausschließlich ungarisches Territorium. An seinen Ufern liegt die Industrie-, Handels- und Universitätsstadt Győr. Hier mündet die Raab ein. Östlich von Györ fließt die Mosoni Duna wieder in den Hauptarm. Mit der Donau bildet die Moson Donau die Kleine Schüttinsel, die teils unter Naturschutz steht.

Die im Zweiten Weltkrieg zerstörte Donaubrücke in Esztergom, Ansicht von 1969

Die für Ungarn historisch wohl bedeutendste Stadt am weiteren gemeinsamen Flusslauf noch vor dem Donauknie ist die ehemalige Hauptstadt Esztergom.

Nahe der Einmündung des Ipel (Ipoly) verlässt die Donau bei Szob die Staatsgrenze und ist nun an beiden Ufern ungarisch. Kurz darauf wird sie vom Börzsöny-Gebirge nach Süden abgedrängt und verläuft zwischen Gerecse- und Pilisgebirge. Ab dem eindrucksvollen, um rund 90 Grad abknickenden Donauknie bei Visegrád strebt die Donau für rund 500 Kilometer strikt südwärts.

Nach ungefähr 40 Kilometern durchfließt die Donau Budapest, die Hauptstadt von Ungarn, welche mit 1,8 Millionen Einwohnern die größte Stadt an der Donau ist. Hier erreicht sie eine Breite von 400–500 Metern. Budapest ist flussabwärts die letzte Stadt, die beidseitig der Donau liegt. Zugleich verlässt die Donau hier das ungarische Mittelgebirge und markiert ab hier die westliche Grenze der Großen Ungarischen Tiefebene. Nachdem sie zahlreiche kleinere Städte wie Dunaújváros, Paks, Kalocsa und Baja passiert hat, verlässt sie kurz hinter Mohács das ungarische Staatsgebiet.

Batina (Kroatien)

Kroatien

Mit 137 Kilometern Gesamtlänge hat Kroatien den, nach Moldawien und der Ukraine, kürzesten Anteil am Dunav, der im Dreiländereck mit Ungarn und Serbien bei Batina beginnt. Der Fluss bildet die natürliche Grenze zwischen Kroatien und Serbien. Infolge von Flussregulierungen liegen allerdings heute auf zwei kurzen Abschnitten beide Ufer in Kroatien. Die bedeutendste kroatische Stadt an der Donau ist Vukovar, das im Krieg mit Serbien schwere Schäden davontrug, aber auch Osijek liegt in Donaunähe, lediglich 20 Kilometer entfernt von der Mündung der Drau in die Donau.

Serbien

Festung Golubac (Serbien)

Anfangs teilen sich Kroatien (rechtes Ufer) und Serbien (linkes Ufer) die Donau. Unweit Batina zweigt der Große Batschka-Kanal nach links ab, der Teil des heute serbischen Donau-Theiß-Kanalsystems ist. Bei Bačka Palanka macht die Donau einen Knick und durchquert dann Serbien in südöstlicher Richtung, von der kroatischen hin zur rumänischen Grenze.

Nur 25 Kilometer, nachdem die Donau von Ungarn her die Grenze und den Grenzrevisionspunkt Bezdan gegenüber von Batina passiert hat, liegt die bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges fast nur von Donauschwaben bewohnte Hafenstadt Apatin, die erste größere serbische Stadt an der Donau.

Festung in Smederevo (Serbien) an der Donau mit Mündung der Jezava

Weiter stromabwärts passiert der Strom die Stadt Novi Sad, deren Brücken 1999 im Zuge des Kosovo-Kriegs schwer beschädigt wurden. Über sechs Jahre wurde der Verkehr zwischen den beiden Stadthälften über eine Pontonbrücke abgewickelt. Da diese nur dreimal pro Woche geöffnet wurde, stellte sie das bedeutendste Hindernis für den Schiffsverkehr entlang der Donau dar. Seit der Wiedereröffnung der Freiheitsbrücke am 11. Oktober 2005 ist die Donau wieder ungehindert befahrbar.

Nach noch einmal 75 Kilometern erreicht die Donau Belgrad, die mit knapp 1,57 Millionen Einwohnern drittgrößte Stadt an der Donau und mit einem Alter von 7000 Jahren eine der ältesten ständig bewohnten Siedlungen an ihren Ufern überhaupt. Sie ist um die Mündung der Save gebaut, ihr Kern ist die gewaltige Festung Kalemegdan auf einer Anhöhe über der Mündung.

Auf ihrem weiteren Weg durch Serbien fließt die Donau an den Industriestädten Pančevo, an der Mündung des Temesch, und Smederevo vorüber, wo die Morava in die Donau mündet. Bei Stari Slankamen mündet die Theiß von links, der größte Nebenfluss der Donau.

Unterhalb der Ruine der serbischen Festung Golubac tritt sie in die beeindruckende Donauschlucht am Eisernen Tor ein. Die Donau fließt als Grenzfluss zwischen Serbien und Rumänien bis zu den beiden Staudämmen Djerdap 1 und 2. Auf serbischer Seite befindet sich der Nationalpark Đerdap.

Rumänien

Auf 1075 Kilometern, über einem Drittel ihrer Gesamtlänge, passiert die Dunărea Rumänien. Das ist der größte Wert aller Anrainerstaaten. Die Donau ist für das Land anfangs Grenzfluss zu Serbien, dann zu Bulgarien. Nach einer Richtungsänderung nordwärts ist sie rumänischer Binnenfluss im Bereich der Regionen Bărăgan und Dobrudscha, um später Grenzfluss zu Moldawien und zur Ukraine zu werden und schließlich ins Schwarze Meer zu münden.

Noch vor dem spektakulären Eisernen Tor, für die Schifffahrt vor der Entschärfung zu Beginn der 1970er Jahre der gefährlichste Stromabschnitt, beginnt der rumänische Donaulauf südwestlich des Banater Gebirges. Nahe Orșova passiert sie den engsten Teil und erreicht Drobeta Turnu Severin, wo bei Islaz der Olt in die Donau mündet. Nun macht der Fluss einen Knick nach Süden vorbei an Gruia, Pristol, Cetate und Calafat. Dann beginnt die Donau ihre 400 Kilometer lange Reise gen Osten als Grenze zu Bulgarien. Dabei fließt sie an den Städten Dăbuleni, Corabia, Turnu Măgurele, Zimnicea, Giurgiu (direkt gegenüber auf bulgarischer Seite liegt die Stadt Russe), Oltenița, wo der Argeș in die Donau mündet, und Călărași vorbei. Nun begrenzen sie die Anhöhen der Dobrudscha nach Westen hin, sie fließt vorbei an Cernavodă, Topalu, Hârșova, Giurgeni und Gropeni und erreicht die beiden größeren Städte Brăila und Galați. Kurz dahinter wird sie wieder Grenzfluss zur Ukraine, um in Richtung Osten bald das Donaudelta zu erreichen. Zuvor berührt sie Tulcea und Pardina.

Bulgarien

Donauhafen Orjachowo in Bulgarien

Im Norden Bulgariens wird die Grenze nach Rumänien fast auf ganzer Länge von der Donau gebildet. Die Donau ist zwar der einzige schiffbare Fluss Bulgariens, hat aber verkehrstechnisch nur regionale Bedeutung für diesen dünn besiedelten Landesteil.

Entlang der fast 500 Kilometer langen Strecke existiert lediglich eine Brücke (eine zweite befindet sich im Bau):

  • Die ältere verbindet seit 1954 die größte bulgarische Donaustadt Russe mit dem rumänischen Giurgiu.
  • Die neu entstehende Brücke (auch Donaubrücke 2 genannt) ist im Bau und soll das bulgarische Widin mit dem rumänischen Calafat ab 2013 verbinden

Es gibt zwölf bulgarische Donauhäfen mit einer kleinen Handelsflotte, darunter Swischtow, Russe, Widin, Nikopol, Lom und Silistra. Als Grenzrevisionspunkt im Nordwesten ist darüber hinaus noch Orjachowo von Bedeutung. In der Stadt Swischtow erreicht die Donau auch ihren südlichsten Punkt, von hier an fließt sie allmählich nordwärts und verlässt dann hinter Silistra das bulgarische Territorium.

Moldawien

Der Anteil Moldawiens an der Donau ist der kleinste aller Anrainerstaaten. Nur auf einer Länge von 340 Metern berührte ursprünglich der südlichste Zipfel des Landes die Donau zwischen Rumänien und der Ukraine kurz hinter Galați bei Giurgiulești an der Mündung des Pruth. 1999 überließ die Ukraine Moldawien in einem Gebietstausch weitere 230 Meter, so dass die heutige Gesamtlänge des moldawischen Ufers 570 Meter beträgt. Moldawien beabsichtigt, den Zugang zur Donau für den Bau eines umstrittenen Mehrzweckhafens zu verwenden.

Donau bei Wilkowe, Ukraine

Ukraine

Kurz hinter der Mündung des Pruth bildet der Fluss die Grenze zwischen Rumänien auf dem rechten Ufer und der Ukraine. Die bedeutendsten ukrainischen Städte an der Donau sind Ismajil, Kilija sowie Wylkowe, wo der Bystre-Kanal beginnt. Hinter dem ukrainischen Abschnitt wird die Donau in den beiden südlich gelegenen Mündungsarmen wieder auf beiden Ufern rumänisch, während der nördliche Kilijaarm weiterhin die Grenze zur Ukraine bildet. Sie formt bei ihrer Mündung in das Schwarze Meer das Donaudelta mit rund 800.000 Hektar Fläche (davon rund 680.000 Hektar in Rumänien).

Geologische Entwicklung

Die hydrografische Situation an der oberen Donau
Hauptartikel: Urdonau

Erdgeschichtlich markiert die Donau die Linien, an denen sich im Miozän ab etwa zwölf Millionen Jahren vor heute im Zuge der noch andauernden Kollision der afrikanischen und eurasischen Kontinentalplatten das schmale Randmeer der Paratethys von Westen nach Osten schloss und trocken fiel. Die Auffaltungen der Alpen und Karpaten waren bereits im Gange und schlossen zeitweise große brackige Seen ein, in der heutigen ungarischen Tiefebene der Pannonsee und ebenso in der südlichen Randsenke der Karpaten, der heutigen Walachischen Tiefebene. Nördlich der Alpen, im heutigen Alpenvorland, entwässerten Vorläufer der Donau auch nach Westen, bevor sich im älteren Pliozän, vor etwa sieben Millionen Jahren, die Urdonau zu formieren begann. Ihr Oberlauf umfasste zeitweilig sogar das alpine Rhonetal, aber schon bei Wien mündete sie in die Restgewässer der Paratethys. Mit der seitherigen weiteren Gebirgsbildung und der Landhebung im Donauraum wurden die Seen im heutigen Mittel- und Unterlauf zusedimentiert und das große Flusssystem des Donau-Oberlaufes wurde von den gefälle- und erosionsstärkeren Nachbar-Flusssystemen der Rhone und besonders des Rheins angeschnitten und aufgerieben. Das Donausystem verlagerte sich so ostwärts bis zur heutigen Lage.

Der trockene Fluss an der Donauversinkung

Heute setzt sich dieser Vorgang fort, indem sich das Donaudelta weiter nach Osten ins Schwarze Meer schiebt, vor allem aber im Westen das Einzugsgebiet von den Nebenflüssen des Rheins verkleinert wird. Nachdem zunächst im jüngeren Pliozän die Aare und zu Beginn des mittleren Pleistozän der Alpenrhein zum Rheingraben hin ausbrachen, ging jüngst (letzte Eiszeit) der Hauptquellast aus dem Schwarzwald an die Wutach verloren und mit der Donauversinkung in der Schwäbischen Alb ist der Verlust des gesamten Schwarzwälder Einzugsgebietes eingeleitet. Nach einer Strecke von 14 Kilometern durch Klüfte und Höhlen verkarsteten Kalksteins tritt das Donauwasser im Aachtopf aus, von wo es über den Bodensee in den Rhein gelangt.[8] Bei geringer Wasserführung kann es inzwischen über Monate zum völligen Trockenfallen der Donau kommen.

Geschichte

Ruinen des römischen Drobeta

Im siebten Jahrhundert vor Christus segelten die Griechen, die vom Schwarzen Meer her über die Stadt Tomis, dem heutigen Constanța, kamen, flussaufwärts. Ihre Erkundungsreise endete am Eisernen Tor, einer felsigen Kataraktstrecke voller Untiefen, deren gefährlicher Verlauf den griechischen Schiffen die Weiterreise über die Linie Südkarpaten und Serbisches Erzgebirge, an der heutigen Grenze von Rumänien zu Serbien, unmöglich machte. Den Unterlauf nannten die Griechen Istros, der Oberlauf war ihnen nicht bekannt. Dieser Name für den Unterlauf war zunächst bei den Römern in Gebrauch, während sie den Oberlauf nach dem keltischen Namen Danuvius nannten, der in der Antike als Gott verehrt wurde.

Unter den Römern bildete die Donau fast von der Quelle bis zur Mündung die Grenze zu den Völkern im Norden und war zugleich Route für den Truppentransport sowie für die Versorgung der stromabwärts gelegenen Siedlungen. Vom Jahr 37 an bis zur Regierungszeit Kaiser Valentinians I. (364–375) war der Donaulimes mit gelegentlichen Unterbrechungen, etwa dem Fall des Donaulimes 259, die nordöstliche Grenze des Reiches. Die Überschreitung der Donau nach Dakien hinein gelang dem Imperium Romanum erst in zwei Schlachten 102 und 106 nach dem Bau einer Brücke 101 bei der Garnisonsstadt Drobeta am Eisernen Tor. Dieser Sieg über die Daker unter Decebalus ließ die Provinz Dacia entstehen, die 271 wieder verloren ging.

Im neunten Jahrhundert war die Donau Wanderweg für das osteuropäische Hirtenvolk der Magyaren, die donauaufwärts über die Zwischenstation des Chasarenreichs bis in das heutige Ungarn vordrangen und dort gemeinsam mit der slawischen Vorbevölkerung in den kommenden 150 bis 200 Jahren unter Stephan I. die heutige ungarische Nation begründeten.

Auch die bereits zwischen 1096 und 1099 beim ersten Kreuzzug vom Heer Gottfried von Bouillons genutzte Route Charlemagne zog sich von Regensburg bis Belgrad die Donau entlang. Rund 340 Jahre später verkehrte sich die Richtung, denn für das türkische Heer war die Donau auf ihrem Feldzug durch Südosteuropa die zentrale Route für den Transport von Truppen und Nachschub. Der Fluss ermöglichte es ihnen, rasch vorzurücken, bereits 1440 führten sie 2000 Kilometer hinter der Mündung die ersten Schlachten um Belgrad. Dessen Eroberung gelang allerdings erst 1521, schon wenige Jahre später, 1526, zerschlug das osmanische Heer in der ersten Schlacht bei Mohács (1526) das ungarische Königreich. Da König Ludwig II. dabei zu Tode kam, fiel Ungarn an das habsburgische Österreich. Dieser Moment gilt als der Keim der Donaumonarchie.

1529 erreichten die Türken mit Wien das Zentrum Mitteleuropas, wurden dort aber geschlagen. So war die Expansion der Osmanen entlang der Donau gestoppt und ab der Schlacht bei Mohács (1687) verloren sie allmählich wieder Land und Macht. Das allmähliche Zurückdrängen der Türken ging im Wesentlichen auf die Initiative Österreich-Ungarns zurück, das daran erstarkte, zumal es gleichzeitig aus dem Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation verdrängt wurde. Neben den Österreichern sollte das Osmanische Reich weiterhin bis zum endgültigen Verlust seiner Balkangebiete durch die russisch-türkischen Kriege (1768–1774) und die Balkankriege 1912/13 der bedeutendste politische Faktor Südosteuropas bleiben. Die Donau war dabei nicht nur militärische und kommerzielle Hauptschlagader, sondern auch politische, kulturelle und religiöse Grenze zwischen Morgen- und Abendland.

Im Friedensvertrag von Versailles nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Donau 1919 zusammen mit Elbe, Memel und Oder zum Internationalen Fluss erklärt.[9] Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde 1946 eine neue Regelung des Flussverkehrs ins Auge gefasst, die das Pariser Abkommen von 1921 ablösen sollte. Zur Belgrader Konferenz 1948 waren alle Anrainerstaaten bis auf Deutschland und Österreich zugelassen. Mit Unterzeichnung des fertigen Übereinkommens wurde zugleich ein Anhang signiert, der Österreich anschließend in die Donaukommission aufnahm. Die Bundesrepublik Deutschland konnte dem Übereinkommen und der Donaukommission aufgrund sowjetischer bzw. russischer Vorbehalte gegen eine deutsche Mitbestimmung erst im März 1998 beitreten, fast 50 Jahre nach der Belgrader Konferenz.

Kulturelle Rezeption

Als zweitgrößter europäischer Fluss hat die Donau in den Kulturen ihrer Anrainerländer und darüber hinaus viele Spuren hinterlassen. Die Donau wird mit ihrer griechischen Bezeichnung bei Hesiod als Sohn des Okeanos und der Tethys bezeichnet (Theogonie 339). Neben zahlreichen Sagen und Legenden haben sich auch Schriftsteller mit ihr auseinandergesetzt, von Ovid, der in den Tristia, Buch 3, Gedicht 10, den starken Eindruck der zugefrorenen Donau besang, bis zu Claudio Magris und Péter Esterházy, die sich am Ende des 20. Jahrhunderts mit dem Thema beschäftigten.

Ihren verbreitetsten kulturellen Widerhall fand die Donau in der Musik, im (ursprünglich mit einem anderen Text komponierten und uraufgeführten) Donauwalzer aus der Feder von Johann Strauß – Österreich hat ein besonders eng mit der Donau verbundenes Image, das an die einstige Donaumonarchie (mit etwa 1300 Donaukilometern) anknüpft und unter anderem seinen Ausdruck findet in der Phrase Land am Strome der Österreichischen Bundeshymne. Auch in den Nationalhymnen der Anrainerstaaten Bulgarien (Mila Rodino), Kroatien (Lijepa naša domovino) und Ungarn (Himnusz) wird der Fluss erwähnt.

Namen und Etymologie

Scheibenfibel mit Darstellung des Flussgottes Danuvius, 150-250 n. Chr (Römermuseum, Wien)

Die Donau ist, wie die meisten Flüsse im Deutschen Sprachraum, weiblich. Der rumänische Name der Donau lautet Dunărea, auf Bulgarisch, Serbisch und Kroatisch heißt sie Dunav, auf Slowenisch Donava, auf Ungarisch Duna und auf Slowakisch, Russisch, Polnisch, Tschechisch und Ukrainisch Dunaj. Diese Namen leiten sich zunächst vom Namen Danuvius der Römerzeit (mit männlichem Flussgott) ab, gehen aber auf ältere Wurzeln zurück. Donau ist wie auch die Flussnamen Dnepr, Dnister, Donez und Don möglicherweise iranischen oder keltischen Ursprungs. Die Namen könnten von den iranischsprachigen Skythen und Sarmaten, wie auch von den Kelten Osteuropas herkommen. Eine genaue sprachliche Zuordnung ist schwierig, da sowohl das Keltische wie auch das Iranische indogermanische Sprachen sind und das Wort „Fluss“ sowohl auf altiranisch (Avestisch) wie auch auf Keltisch „Danu“ heißt (indogermanische Wurzel *danu ‚Fluss‘) und beide Volksstämme bis an den Don und die Donau vordrangen. Weitere Deutungen sind dona-aw für tiefes Wasser und Do-avv für zwei Wasser, was sich auf die zwei Quellflüsse beziehen könnte.

Der germanische Wortbestandteil -ouwe, eine Bezeichnung für Aue oder Flusslandschaft, kann ebenfalls zum weiblichen Geschlechts des Namens beigetragen haben. Der deutsche Name gilt seit 1763. In früheren Urkunden wird die Donau „Tonach“ genannt, später auch „Donaw“.

In der Antike hatte die Donau lange zwei Namen: Ister, lateinisch Hister, griech. ῎Iστρος Istros war eine Bezeichnung für den Unterlauf, Donau hieß nur der Oberlauf. Einige römische Städte am Unterlauf der Donau trugen den Zusatz ad Istrum – beispielsweise Nicopolis ad Istrum. Dieses Wort steht zu einem allgemein indogermanischen Hydronym *heisr- ‚schnell, hurtig‘ und wird auch auf die keltischen Worte ys (schnell, reißend) und ura (Wasser, Fluss) zurückgeführt. Nach einer anderen Interpretation steht ys gleichzeitig für hoch und tief und bezeichnet damit, gleich dem lateinischen altus, beide Aspekte der Vertikale. Im Bereich des früheren keltischen Siedlungsgebietes leiten sich, neben den alten Namen der Donau, eine Reihe von weiteren Namen für andere Flüsse von diesem Wort ab:

Hans Bahlow geht davon aus, dass sich der Name von es, as oder os (Sumpfwasser) ableiten lässt. Eine weitere Interpretation bezieht sich auf eine hypothetische indogermanische Wurzel es oder is und leitet daraus eine generische Bezeichnung für „(fließendes) Wasser“ ab.

Erst um die Zeitenwende, als das Römische Reich sich über den ganzen Donaulauf ausgedehnt hatte und die kartographischen Zusammenhänge erschlossen wurden, wurde die Einheit beider Flussabschnitte erkannt. Noch bis zum Ende der Antike war Ister der Name des Flusses, Danuvius eher für den Oberlauf in Gebrauch.

Da die Donau im Schwarzwald entspringt und im Schwarzen Meer mündet, wird sie mitunter scherzhaft als Schwarzer Fluss bezeichnet.

Lebensraum Donau

Die Donau passiert viele Landschaften und Klimazonen, entsprechend vielfältig ist ihre Flora und Fauna. Trotz zahlreicher, teils schwerer menschlicher Eingriffe, ist die Flusslandschaft in vielen Abschnitten noch immer außerordentlich artenreich, auch weil einige besonders sensible Lebensräume unter Schutz gestellt wurden.

Fauna der Donau

Äskulapnatter (Elaphe longissima)

Insgesamt sind über 300 Vogelarten an der Donau beheimatet. Die Donau ist eine der bedeutendsten europäischen Vogelzugstraßen und die an ihr gelegenen noch naturnahen Gebiete bilden oftmals wichtige Areale für Überwinterung, Brut und Rast, darunter auch für seltene Arten wie Uhu, Eisvogel, Seeadler, Schwarzstorch, Schwarzmilan und Steppenfalke. Herausragend sind dabei die Schutzgebiete Donauauen, Kopački rit und vor allem das Donaudelta.

Die Donauauen sind verbindendes Glied der Lebensräume um Neusiedlersee, Donau und March und beherbergen vor allem im Winter sowohl große Mengen an Tieren wie Gänse, Seeschwalben, Gänsesäger, Schellenten, Limikolen, Stockenten, aber auch viele eher seltene Arten wie Schelladler, Fischadler oder Singschwäne.

Auch Kopački rit, ein noch unberührtes Sumpfgebiet an der Draumündung in die Donau im Nordosten Kroatiens ist ein wichtiges Überwinterungsgebiet; über 260 Vogelarten nisten hier, darunter auch so seltene wie der Seeadler. Zahllose weitere Arten nutzen es als Rast- und Überwinterungsgebiet.

Am wichtigsten für die Vogelwelt an der Donau ist das Donaudelta, ein zentraler Punkt der europäischen Vogelzugstraße und zugleich Übergangszone von europäischer und asiatischer Fauna. Weit über 300 Vogelarten rasten, überwintern oder brüten hier, darunter zum Beispiel Pelikane, Reiher, Löffler, Greifvögel oder auch die seltene Rothalsgans.

Typische Donaufische sind Barbe, Nase, Blaunase, Aitel, Hasel, Brachse, Karpfen, Güster, Hecht, Zander, Barsch, Aal, Schied, Huchen, Sterlet und Welse sowie Bitterling, Gründling, Schlammpeitzger, Schrätzer, Zingel und Streber, wobei die Störartigen anders als früher durch den Bau der Staustufe am Eisernen Tor nicht mehr bis Wien gelangen können. Einige Arten sind gar in der Donau oder ihren Nebenflüssen endemisch, so zum Beispiel das Donaubachneunauge. Begünstigt durch verstärkten Landschaftsschutz und Renaturierungen von Donaueinzugsgebieten konnten seltenere Fischarten vor allem in Deutschland und Österreich wieder etabliert werden. So wurde der eigentlich seit 1975 ausgestorben geglaubte Hundsfisch (Umbra krameri), ein Hechtverwandter, 1992 wiederentdeckt und konnte im Rahmen von Nachzuchtprogrammen wieder angesiedelt werden. Im Donaudelta finden sich über 150 Fischarten, etwa Stör, europäischer Hausen, Karpfen, Wels, Zander, Hecht und Barsch.[11]

Aber auch Säugetierarten wie Steinmarder, Edelmarder, Wiesel, Dachs oder gar Wildkatze, Biber und Otter sind hier heimisch, im Delta finden sich unter anderem Europäischer Nerz, Fischotter, Steppeniltis und Ziesel. Ebenso bietet die Donau zahlreichen Amphibien und Reptilien Raum, darunter Äskulapnatter, Östliche Smaragdeidechse, Mauereidechse, Ringelnatter, Glattnatter und Zauneidechse, Griechische Landschildkröte, Maurische Landschildkröte und Europäische Sumpfschildkröte sowie Endemiten wie dem Donau-Kammmolch.[12] Eine besonders hohe Artendichte weist auch hier wiederum das Delta auf.[13]

Flora der Donau

Wichtige Baumarten der Weichholz-Auen sind die Silber-Pappel (Populus alba), am Oberlauf auch die Grau-Erle sowie die Silberweide Für die Hartholz-Aue ist die Schmalblättrige Esche erwähnenswert, die von Wien abwärts vorkommt, des Weiteren sind noch Feld- und Flatter-Ulme und Stieleiche belegt. In der Donau selbst finden sich seltene Wasserpflanzen wie die Wasserfalle oder Wasserschläuche.

Bedeutende Nationalparks und Reservate

Naturpark Obere Donau

Das Donautal bei Beuron

Zwischen Immendingen und Ertingen durchquert der Fluss den Naturpark Obere Donau. Die landschaftlich attraktiven Felsen im Donaudurchbruch Schwäbische Alb gehören zu den wenigen, natürlich unbewaldeten Pflanzenstandorten in Deutschland. Da dieser Untergrund sehr trocken ist und die Temperaturen stark schwanken, konnten sich viele sehr lichthungrige Pflanzen, teils als eiszeitliche Relikte, hier erhalten. So kommt es im Naturpark zur ungewöhnlichen Kombination von mediterraner, alpiner und tundrischer Flora. Mit fast 750 Pflanzenarten, darunter einigen bedrohten oder vom Aussterben bedrohten, ist die Region, die von menschlichen Einflüssen weitgehend verschont blieb, eine der artenreichsten Baden-Württembergs.

Naturschutzgebiet Donauleiten

Das Naturschutzgebiet Donauleiten (NSG-00277.01) liegt donauabwärts zwischen Passau und Jochenstein auf der linken, nördlichen Donauseite.[14] Es handelt sich um eine sehr steile Abbruchkante, an der sich der Bayerische Wald gegenüber der Molassesenke des Alpenvorlandes um über hundert Meter gehoben hat. Durch die Exponierung gegen Süden wärmen sich Granit und Gneis dieser Donauhänge auf und sorgen für ein fast mediterranes Klima. Daher haben auf dieser Klimainsel viele Arten die Klimaverschlechterung der letzten nacheiszeitlichen Wärmeperiode überlebt. So gelten die Donauleiten in Deutschland als bedeutendstes Vorkommen der bis zu zwei Meter langen schwärzlich-grünen Äskulapnatter. Die Vielfalt an Insekten ist bemerkenswert: Schwalbenschwanz, Segelfalter und großer Schillerfalter können häufig beobachtet werden. Sogar Weißer und Schwarzer Apollofalter kommen noch vereinzelt vor. Aufgrund der Mischung von mageren, eher sauren Trockenstandorten an den Steilhängen und feuchteren Laub- und Eichenwäldern auf humosen Felsterrassen existiert eine abwechslungsreiche Flora, zu nennen sind etwa Alpenveilchen, Grünlilien, Roter Fingerhut und Gelber Fingerhut, Seidelbast und Orchideen wie das Männliche Knabenkraut und das Waldvögelein. Allerdings ist die intensive land- und forstwirtschaftliche Nutzung für einen starken Rückgang dieser Arten verantwortlich. In den Auwaldbereichen finden sich wichtige Orchideenhabitate auf Trockenrasen-Brennen. Diese liegen ähnlich einem Kessel windgeschützt in den Donau-Auwäldern, die spezielle Lage bedingt sehr heiße und trockene Mikroklimen die den wärmeliebenden Orchideen entgegen kommt.

Nationalpark Donau-Auen

Donauauen

Eines der größten Auengebiete in Mitteleuropa sind die Donauauen nahe Wien bei Hainburg, dort erstreckt sich von der Lobau (noch auf Wiener Stadtgebiet) bis zur Einmündung der March der Nationalpark Donau-Auen, in dem rund 70 Fisch-, 30 Säugetier- und 100 Vogelarten leben.

Der Nationalpark Donau-Auen wurde nicht durch die Regierung Österreichs initiiert, sondern 1983/1984 durch Bürgerproteste vor dem beabsichtigten Bau eines Donaukraftwerks gerettet, der die Auen zerstört hätte. Dabei kam es im Dezember 1984 zur spektakulären Besetzung der Hainburger Au durch mehrere tausend Menschen und einem von über 350.000 Menschen unterzeichneten Volksbegehren. Diese Bürgerbewegung gilt als die Geburtsstunde der österreichischen Grünen Partei. 1996 wurden die Auen zum Nationalpark erklärt.

Heute ist dieser Nationalpark durch die geplante Lobauautobahn bedroht. Sie soll großteils unter dem Nationalpark als Tunnel verlaufen, müsste aber zahlreiche Oberbauten aufweisen. Das für die Donau-Auen wichtige, heikle Grundwassersystem könnte durch den Bau gestört werden.

Nationalpark Donau-Eipel in Ungarn

Der Nationalpark Donau-Eipel, ungarisch Duna-Ipoly Nemzeti Park, umfasst das Börzsöny-Gebirge, das Pilis-Gebirge, das Visegráder Gebirge, das linke Ufer der Eipel, die Szentendre-Insel und das linke Ufer der Donau in diesem Bereich mit dem Zentrum des Donauknies. Zweitausend verschiedene Pflanzenarten und einige tausend Tiergattungen leben im Nationalpark, darunter auch der endemische Piliser Lein.

Naturpark Kopački rit

Donau bei Ilok

Der Naturpark Kopački rit liegt am Zusammenfluss der Drau in die Donau in Kroatien. Die unberührten Sumpf, Moor- und Auengebiete sind Heimatstätte zahlreicher Tier- und Pflanzenarten, darunter 260 Vogelarten. In den zahlreichen Seitenarmen leben 40 Fischarten. Der Naturpark Kopački rit ist nominiert für die Liste des UNESCO-Weltnaturerbes.

Biosphärenreservat Srebarna

Das Biosphärenreservat Srebarna befindet sich an der Donau, im Nordosten Bulgariens, ca. 17 km westlich von Silistra entfernt. Es erstreckt sich über 900 Hektar, auf denen 99 Vogelarten brüten und 80 Zugvogelarten überwintern und gehört zum UNESCO-Weltnaturerbe.

Spezial-Naturreservat Deliblatska peščara

Das Spezial-Naturreservat Deliblatska Peščara befindet sich im Bezirk Južni Banat in der Autonomen Provinz Vojvodina in Serbien. Es erstreckt sich zwischen der Donau, den Südkarpaten und dem Fluss Tamiš über 354 km und über eine Fläche von 30.000 Hektar. Das Reservat stellt ein wüstenartiges Phänomen dar, eine Sanddünenlandschaft mitten im Balkan, mit einer einzigartigen Orografie, Flora und Fauna in Europa. Daher wird es in Serbien auch umgangssprachlich Evropska Sahara (Europäische Sahara) genannt. Am Anfang des 19. Jahrhunderts wurde die Sanddüne mit Akazien und anderen Bäumen bepflanzt. Heute ist mehr als die Hälfte der Sandlandschaft bepflanzt und manche Teile sind reiche Saisonjagdorte. Die imposante Größe der Sandberge mit über 200 m über NN, ihre Schönheit, das ständige Wechseln der Blütenfarben der verschiedensten Pflanzenarten machen diese Düne sehr attraktiv für Besucher.

Nationalpark Đerdap

Der Nationalpark Đerdap erstreckt sich entlang der Donau, von der Stadt Golubac bis zur Kleingemeinde Tekija, über eine Länge von 100 km und über eine Fläche von 63.680 Hektar. Das Einzigartige an diesem Park sind die riesigen Schluchten und Pässe durch die die Donau fließt. Đerdapska klisura wird der größte Pass bezeichnet, der gleichzeitig auch der größte Europas ist. Die tertiäre Flora, Vegetation und Fauna machen ihn zu einem einzigartigen Naturreservat. Die über 1100 Pflanzenarten, die hier zu finden sind, als auch Bären, Luchse, Wölfe, Goldschakale, Schwarzstörche, einige Eulenarten und andere seltene Tiere bestätigen dies ebenfalls.

Trotz dieses Naturreichtums war der Mensch in diesem Gebiet stets präsent, was die zahlreichen Funde bezeugen. Lepenski Vir, Tabula Traiana und Traians Brücke sind nur einige der bedeutenden archäologischen Funde in diesem Nationalpark. Bisher unerschlossene Funde befinden sich heute auf dem Grund des riesigen Stausees des Eisernen Tores. Viele geborgene Funde finden sich im Museum Lepenski Vir. Weitere serbische Nationalparks entlang der Donau sind das Spezial-Naturreservat Gornje Podunavlje und der Nationalpark Fruška Gora

Biosphärenreservat Donaudelta

Donaudelta Seitenarm
Donaudelta Ufer
Das Donaudelta bei Tulcea in Rumänien (2010)

Das Donaudelta in Rumänien ist das Mündungsgebiet der Donau am Schwarzen Meer und – nach dem Wolgadelta – das zweitgrößte Flussdelta Europas. Es besteht aus drei Hauptarmen sowie unzähligen Seitenarmen, Röhrichten, schwimmenden Inseln, Altarmen und Seen, aber auch Auwäldern sowie extremen Trockenbiotopen auf Dünen. Kurz vor Tulcea teilt sich der Strom in zwei Arme nach Chilia und Tulcea, kurz hinter Tulcea teilt er sich erneut in zwei Arme nach Sulina und Sfântu Gheorghe. Das 5000 km² große, weltweit einmalige Ökosystem ist Europas größtes Feuchtgebiet, es gilt als größtes zusammenhängendes Schilfrohrgebiet der Erde und ist der Lebensraum von über 4000 Tier- und über 1000 Pflanzenarten. Urtümliche Galeriewälder aus Eichen, Weiden und Pappeln säumen die Ufer des Donaudeltas.

1991 erklärte die UNESCO das Delta zu einem Teil des Weltnaturerbes, seitdem ist es Biosphärenreservat. Am 5. Juni 2000 verpflichteten sich die Regierungen Rumäniens, Bulgariens, Moldawiens und der Ukraine zum Schutz und zu der Renaturierung der Feuchtgebiete entlang der etwa 1000 Kilometer langen unteren Donau. Dieser Grüne Korridor wurde damit zum größten grenzüberschreitenden Schutzgebiet Europas.

Nach der Jahrtausendwende entwickelte sich das Gebiet zunehmend zum Touristenziel. Allein zwischen Mai und Juli 2004 kamen fast 54.000 Gäste, was eine Steigerung von fast 50 % gegenüber dem Vorjahr bedeutet.

Von den Naturfreunden International wurde das Donaudelta zur Landschaft des Jahres 2007/2008 gewählt.

Fischfauna im Donaudelta

Das Donaudelta besteht aus einem dichten Gewässernetz von Seen, Altarmen, Flüssen und Kanälen, welche die Hälfte der rumänischen Binnenfischproduktion liefern. Zu den häufigsten Fischarten gehören Störe, Wildkarpfen, Karauschen, Brassen, Rotaugen, Rotfeder, Schleien sowie Raubfische wie Flussbarsche, Zander, Rapfen, Hechte und Welse.[15] Das Donaudelta gehörte aufgrund seiner Größe und Naturbelassenheit mit zu den weltbesten Fischrevieren für Wildkarpfen und Großwelse, Letztere angeblich bis 2 Meter lang und 100 Kilogramm schwer. Berufsfischer erbeuteten einen Wels von 162 Kilogramm.[16] Durch jahrelangen Raubbau sind die Durchschnittsgewichte bei Hechten und Karpfen stark gesunken.[17]

Geplante Schutzmaßnahmen

Als gemeinsames Projekt unter den Staaten von Slowenien, Serbien, Ungarn, Kroatien und Österreich strebt man einen UNESCO-Biosphärenpark im Ausmaß von 630.000 Hektar im Gebiet der Donau-Drau-Mur an. Ein entsprechendes Abkommen wurde im September 2009 in Barcs unterzeichnet. Dieses Naturschutzgebiet hätte eine Kernzone, die größer als alle österreichischen Nationalparks gemeinsam wäre.[18]

Schwerere ökologische Eingriffe und Zwischenfälle

Die Donau bei Wien um 1770 (vor der Regulierung mit zahlreichen Hochwasserarmen)

Wie viele andere Flüsse hat die Donau seit dem Beginn der Industrialisierung zahlreiche schwere Eingriffe durch Menschenhand erfahren. Nur 20 % der Überschwemmungsgebiete, die im 19. Jahrhundert existierten, sind heute noch vorhanden und nur noch die Hälfte des Flusslaufs kann heute noch als zumindest „naturnah“ bezeichnet werden. Die Internationale Kommission zum Schutz der Donau (IKSD) hat ihren Sitz in Wien. Die IKSD hat 2008 mit dem Joint Danube Survey 2, Final Scientific Report einen umfangreichen Bericht über die Wasserqualität des Flusses, allerdings ausschließlich in englischer Sprache, vorgelegt.[19]

Um beispielsweise die Auswirkungen der Donau-Überschwemmungen in Wien zu vermindern, wurde ab 1870 der Fluss durch massive Eingriffe wie die Wiener Donauregulierung künstlich reguliert. Es entstanden dadurch der Donaukanal und die Alte Donau, welche ehemalige Flussarme waren, und in jüngerer Zeit Stadtviertel wie die Donaucity und die als Erholungs- und Überschwemmungsgebiet genutzte Donauinsel. Teil der östlich von der heutigen Donau gelegenen Bezirke wie Floridsdorf und Donaustadt waren einst ausgedehnte Donauauen. Durch die zeitlich schon länger zurückliegenden starken Eingriffe werden diese Vorgänge subjektiv nicht so stark wahrgenommen, wie Eingriffe in den Donauraum in jüngerer Vergangenheit.

Neben der zunehmenden Verschmutzung durch Industrie, Landwirtschaft, Tourismus und der Zuleitung von Abwässern sowie der Regulierung durch Staustufen und Schleusenkanäle, Letzteres vor allem in Deutschland und Österreich, sind es vor allem Großprojekte, die dem Lebensraum Donau stark zusetzen. Da gleich zehn Staaten, darunter einige der ärmsten Länder Europas wie Rumänien, Moldawien oder die Ukraine vor allem ihre wirtschaftlichen Interessen am Fluss wahrnehmen und von seiner Lage profitieren wollen, ist ein grenzüberschreitender Schutz schwierig.

Das Kraftwerk „Eisernes Tor“

Staudamm „Eisernes Tor“

Im Jahr 1964 begannen das damalige Jugoslawien und Rumänien zwischen den Südkarpaten und dem Serbischen Erzgebirge an der Grenze von Rumänien zu Serbien mit dem gemeinsamen Bau des Wasserkraftwerks Kraftwerk Eisernes Tor 1, das 1972 eröffnet wurde. Der Staudamm mit zwei Schleusen ließ einen 150 Kilometer langen Stausee entstehen, der Wasserspiegel wurde um 35 Meter gehoben. Neben der Energiegewinnung wurde auch die Wasserstraße Donau ausgebaut und die Schiffsdurchfahrt durch die Sprengung der Katarakte im Fluss erleichtert. 1977 wurde die Planung für das Kraftwerk Eisernes Tor 2 begonnen, welches 1984 fertig gestellt wurde.

Für den Stausee, dessen Ausläufer bis Belgrad reichen, mussten unter anderem die Stadt Orșova und fünf Dörfer weichen und die seit 1669 von Türken bewohnte Insel Ada Kaleh wurde überflutet. Die meisten Türken verließen Rumänien und gingen in die Türkei. Insgesamt mussten 17.000 Menschen umgesiedelt werden, ihre angestammten und teils kulturell bedeutenden Wohnorte wurden vom Wasser begraben. Auch für die Umwelt hat die Errichtung des Damms Folgen gehabt, so können seither Störe nicht mehr zum Ablaichen die Donau hinaufschwimmen.

Um den kulturellen und ökologischen Schaden zu begrenzen, sind Objekte der Flora und Fauna, ebenso wie geomorphologische, archäologische und kulturhistorische Artefakte in zwei Nationalparks und Museen bewahrt worden, in Serbien im Djerdap Nationalpark, der seit 1974 besteht und 63.608 Hektar umfasst, und in Rumänien im Portile de Fier Nationalpark, der 2001 eingerichtet wurde und eine Fläche von 115.655 Hektar besitzt.

Gabčíkovo-Nagymaros

Im Budapester Vertrag vom 16. September 1977 vereinbarten die damalige Tschechoslowakei und Ungarn in Budapest den Bau des riesigen Staustufenverbunds Gabčíkovo zwischen Gabčíkovo nahe Bratislava und Nagymaros in Ungarn zur Energiegewinnung, erste Planungen für das Projekt reichten zurück bis in das Jahr 1946.

Von dem Bau wurden von ungarischen und dann zum Teil auch von österreichischen Experten zerstörerische Auswirkungen auf die nahen österreichischen Donauauen, die Landschafts- und Siedlungsräume entlang der slowakisch-ungarischen Grenze sowie die Budapester Wasserversorgung befürchtet. Nachdem bereits seit 1983 die Arbeiten daran verlangsamt wurden, gründete sich 1984 in Budapest Duna Kör, der „Donau-Kreis“. Diese Umweltbewegung, die vielfach als Keim der „samtenen Revolution“ in Ungarn angesehen wird, fand starken Rückhalt in der Bevölkerung, 140.000 Menschen unterzeichneten ihre Petition gegen den Staudamm und 1988 kam es zu einer Demonstration mit rund 40.000 Teilnehmern vor dem ungarischen Parlament. Im Rahmen der politischen Erschütterungen des Ostblocks 1989 zog sich Ungarn dann unter dem Druck der Bevölkerung von dem Projekt zurück.

Die Tschechoslowakei und seit 1993 die Slowakei betrieb den Weiterbau des Kraftwerks Gabčíkovo an einer anderen Stelle und verklagte Ungarn 1993 und erneut 1997 beim Internationalen Gerichtshof auch auf die Erfüllung des Budapester Vertrages von 1977. Ungarn warf nun der Slowakei zusätzlich vor, teilweise Wasser aus dem Grenzfluss in den neu gebildeten künstlichen Gabčíkovo-Kanal entzogen zu haben. Der Gerichtshof hat im Prinzip entschieden, dass der Vertrag von 1977 gilt und die beiden Länder vereinbaren sollen, wie sie ihn erfüllen. Die entsprechende Einigung ist bis heute nicht zustande gekommen. Durch diese Situation sind die Beziehungen zwischen Ungarn und der Slowakei bis in die Gegenwart belastet.

Hafen Giurgiulești

Giurgiulești Oil Terminal Project

1995 gründete die moldawische Regierung Terminal S. A., ein Joint-Venture mit griechischer Beteiligung zur Errichtung eines Hafens mit angeschlossener Ölraffinerie an ihrem Uferstück bei Giurgiulești. 1996 gewährte die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung einen Kredit über 19 Millionen Dollar und erhielt damit einen Anteil von 20 Prozent. 41 Prozent hält die moldawische Tirex-Petrol und 39 Prozent die griechische Technovax. Der Grundstein für den Bau wurde im November 1998 gelegt, seither kommt das Projekt allerdings nur sehr mäßig voran. Gegenwärtig versucht die moldawische Regierung ihren Anteil zu verkaufen, seit 2003 werden vor allem Interessenten aus Russland und Aserbaidschan genannt.

Da das Donaudelta sehr nahe ist, würden Einträge belastenden Materials insbesondere im Falle von Havarien schnell und unverdünnt dorthinein gelangen und das Schutzgebiet stark gefährden. Entsprechend führten diese Pläne zu Protesten durch Umweltschutzverbände, von der moldawischen Regierung werden sie aber konsequent weiterverfolgt.

Baia-Mare-Dammbruch

Hauptartikel: Baia-Mare-Dammbruch

Am 30. Januar 2000 ereignete sich in dem rumänischen Ort Baia Mare ein Dammbruch in einer Golderz-Aufbereitungsanlage, infolgedessen über 100.000 m³ Natriumcyanidlauge über Nebenflüsse in die Theiß gelangten. Zwei Wochen später erreichte die Schadstoffwelle die Donau, in der – wie auch in der Theiß – ein Fischsterben die Folge war.[20] Darüber hinaus wurden bis zur Donaumündung ins Schwarze Meer die Zyanid-Grenzwerte überschritten.[21]

Bystre-Kanal

Am 27. August 2004 wurde in der kleinen ukrainischen Stadt Wylkowe der Bystre-Kanal wiedereröffnet. Da er mitten durch das Naturreservoir des Donaudeltas führt und durch eine Senkung des Wasserspiegels eine irreparable Schädigung der einzigartigen Flora und Fauna nach sich ziehen könnte, protestierten zuvor unter anderem Umweltverbände, die rumänische Regierung und das EU-Umweltkommissariat gegen den Kanal. Die ukrainische Regierung entgegnete, dass hinter den Vorwürfen vor allem wirtschaftliche Interessen Rumäniens steckten, da dieses bisher eine Art Monopol auf den Schifffahrtsverkehr zum Schwarzen Meer hätte, verbat sich die „Einmischung in innere Angelegenheiten“ und begann ungeachtet aller Aufforderungen mit den Arbeiten.

Gefährdungen

Der WWF zählt die Donau aufgrund der massiven Ausbaubestrebungen für die Schifffahrt und die noch geplanten Wasserkraftnutzungen zu den zehn gefährdetsten Flüssen der Welt.

Donauausbau in Niederbayern

Der etwa 70 km lange Donauabschnitt zwischen Straubing und Vilshofen gehört zu den letzten frei fließenden, nicht durch Staubauwerke zerteilten Donauabschnitten in Europa. Für diesen Bereich bestehen Pläne, die als Bundeswasserstraße ausgewiesene Donau für die Schifffahrt weiter auszubauen. Hier stehen sich zwei Ausbauvarianten gegenüber, die sog. Variante A und die Variante C 2,80. Die mit Bundestagsbeschluss aus dem Jahr 2002 vom Bund gewünschte Variante A beschränkt sich auf flussbauliche Maßnahmen und erhält das für das ökologische Gleichgewicht notwendige Fließen. Variante C 2,80 sieht das Abschneiden der Donauschlinge „Mühlhamer Schleife“ bei Aicha mit einem Durchstichkanal mit einer Staustufe vor. Diese Variante wird vom Land Bayern gefordert. Bei Verwirklichung von Variante C 2,80 würde es zu einem Rückstau des Wassers bis in das Naturschutzgebiet Isarmündung kommen. Weite Bereiche würden dadurch überschwemmt. In der Donau selbst droht der Verlust zahlreicher endemischer Arten, die auf die natürliche Fließdynamik angewiesen sind. Bekannte Beispiele für endemische Arten an der Donau sind die Donaukahnschnecke und der Huchen. Aufgrund der politischen Pattsituation zwischen Bund und Land ist es bisher zu keiner einvernehmlichen Einigung für eine Ausbauvariante gekommen.

Wirtschaftsraum Donau

Wassernutzung

Trinkwasser

Die Donau ist entlang ihres Laufes für rund zehn Millionen Menschen eine bedeutende Trinkwasserquelle. In Baden-Württemberg beliefert der Zweckverband Wasserversorgung den gesamten Raum zwischen Stuttgart, Bad Mergentheim, Aalen und dem Alb-Donau-Kreis mit Trinkwasser, von dem gut 30 Prozent (2004: 30 Millionen Kubikmeter) aufbereitetes Donauwasser sind. Auch Städte wie Ulm oder Passau verwenden großteils noch Donauwasser als Trinkwasser.

Österreich dagegen bezieht zu 99 Prozent sein Trinkwasser aus Grund- und Quellwasser, nur sehr selten, zum Beispiel während Hitzeperioden, wird Wasser der Donau entnommen, um daraus Trinkwasser zu gewinnen. Dasselbe gilt in Ungarn, das zu 91 Prozent Grundwasser verwendet. Auch die anderen Staaten entlang des Mittellaufs verzichten aufgrund der starken Verschmutzung auf die Verwendung von Donauwasser als Trinkwasser. Nur Orte an der Donau in Rumänien, wo der Strom wieder sauberer ist, versorgen sich noch weitgehend mit dem Wasser aus der Donau (Drobeta Turnu Severin, Donaudelta).

Wasserkraft

Fünf Anrainerstaaten der Donau beziehen nennenswerte Anteile ihrer Energie aus Wasserkraftwerken an der Donau, nämlich Deutschland, Österreich, die Slowakei, Serbien und Rumänien. Anderen Staaten fehlt zum Bau entweder die partielle territoriale Kontrolle über die Donau für autonome Bauten (Kroatien, Bulgarien und Moldawien verfügen jeweils nur über ein Ufer des Flusses), Wasserkraftwerksbauten sind politisch nicht durchsetzbar wie in Ungarn oder der Lauf der Donau gibt eine solche Verwendung schlicht nicht her, so in der Ukraine.

In Deutschland wurden bereits Ende des 19. Jahrhunderts erste Wasserkraftwerke gebaut, insbesondere in der Region der Oberen Donau, aber auch zum Beispiel bei Ulm. Allerdings erlangte die Donau als Energielieferant niemals die Bedeutung wie weiter flussabwärts, da sie vergleichsweise schwach und energiearm ist.

In Österreich hingegen ist die Situation bereits gänzlich anders, wenn auch der Bau des ersten Donaukraftwerkes Ybbs-Persenbeug erst relativ spät begann, nämlich 1953. Die Fertigstellung erfolgte 1957. Heute hat Österreich in Europa nach Island und Norwegen den höchsten Anteil an Flussstauen (zumal das Gefälle der Donau hier stark ist): insgesamt werden rund 20 Prozent des öffentlichen Energiebedarfs durch die Donaukraftwerke gedeckt. Diese Entwicklung gilt allerdings nicht durchwegs als positiv: Die reine Wasserkraft-Monokultur, die sich in Österreich insbesondere an der Donau konzentriert, die von der deutschen Grenze an, mit Ausnahme der Wachau, bis nach Wien mit Laufkraftwerken besetzt ist, verändert den Lauf und die Fließgeschwindigkeit des Gewässers und beeinträchtigt die reguläre Überflutung der ökologisch wertvollen Auwälder. Daneben bilden die Staustufen Barrieren für Fische und andere Lebewesen, die sich nicht mehr frei im Fluss bewegen können.

In der Slowakei ist die Wasserkraft mit gut 16 Prozent Anteil am Energiemix die zweitwichtigste Energiequelle nach der Braunkohle. Der größte Anteil davon, nämlich 11 Prozent der Gesamtproduktion der elektrischen Energie entstammt dem Wasserkraftwerk Gabčíkovo, das ursprünglich als Teil der Doppelstaustufe Gabčíkovo-Nagymaros in Kooperation mit Ungarn geplant war, aus dessen Bau sich Ungarn allerdings später zurückzog und das daraufhin von der Slowakei allein vollendet wurde.

Das bis heute größte Wasserkraftwerk Europas am Eisernen Tor wurde 1972 nach achtjähriger Bauzeit gemeinsam von Jugoslawien (heute Serbien) und Rumänien in Betrieb genommen. Bis heute stellt dadurch die Wasserkraft mit 37,1 Prozent in Serbien und 27,6 Prozent in Rumänien eine der bedeutendsten Energiequellen der beiden Länder dar.

Schifffahrt

Die Schifffahrtsroute Rotterdam-Constanța ist die kürzeste schiffbare Verbindung zwischen der Nordsee und dem Schwarzen Meer über den Rhein, Main, Main-Donau-Kanal, die Donau und den Donau-Schwarzmeer-Kanal
Schubverband bestehend aus kleinem Schubschiff hinten, einem Containerschubleichter (auf dem Bild rechts) und einem Massengutschubleichter (links) auf der Donau in Linz
DDSG-Ausflugsschiff „Prinz Eugen“ in der Wachau

Die Donau ist für die Donauschifffahrt mit Fahrzeugen unterhalb der Größe der klassischen Ulmer Schachtel bereits ab Ulm schiffbar. Darauf sind die 22 m × 4 m großen Schleusen sämtlicher Staustufen zwischen Ulm und Kelheim ausgelegt. Dieser Flussabschnitt ist Landeswasserstraße und mit motorisierten Fahrzeugen nur mit Sondergenehmigung zu befahren.[22]

Für die Großschifffahrt ist die Donau erst ab km 2.415 bei Kelheim (etwa 440 Kilometer unterhalb der Quelle) befahrbar. Die 203 km[23] lange deutsche Strecke der Donau ist eine Bundeswasserstraße[6], zuständig ist das Wasser- und Schifffahrtsamt Regensburg. Von Kelheim bis zum Schwarzen Meer gibt es insgesamt 20 Staustufen, davon 6 in Deutschland. Die Donau ist mit dem Main-Donau-Kanal, welcher bei Kelheim in die Donau mündet, von der Nordsee über den Rhein und den Main bis ins Schwarze Meer auch eine durchgehende internationale Wasserstraße.

Aus der Sicht der Donauschifffahrt wird die Donau in drei Bereiche eingeteilt:

Historische Schifffahrt an der oberen Donau

Die Donau ist eine der ältesten und bedeutendsten europäischen Handelsrouten. Bereits in frühgeschichtlicher Zeit diente sie als Transportweg für Handelswaren wie zum Beispiel Pelze, die meist noch mit einfachen Flößen den Fluss entlang transportiert wurden. Bereits zur Römerzeit wurde Schifffahrt betrieben, wenn auch bis in die Neuzeit Boote, die nach dem langen und damals noch sehr gefährlichen Weg ihren Zielhafen erreicht hatten, häufig demontiert und als Bauholz verkauft wurden. Wenn mit dem beschwerlichen und langsamen Rückweg auf Schiffen nicht genug verdient werden konnte, wurde dieser vermieden. Typisch für die Donauschifffahrt waren deshalb einfache Schiffskonstruktionen wie Zillen (siehe auch Ulmer Schachteln) und Plätten, die am Oberlauf ab Ulm (am Inn ab Hall in Tirol) verkehrten und den Holzverbrauch im Vergleich zum Bau von Flößen reduzierten. Größere Zillen mit Längen bis ca. 30 Metern und 2 Tonnen Zuladung, die sog. Kelheimer, oder Ulmer Ordinarischiffe wurden gelegentlich mit lohnender Ladung wie Wein, Salz stromaufwärts zurückgezogen. In der Regel zog man jedoch nur kleinere Zillen mit den Habseligkeiten der Schiffer stromaufwärts.

Über die Jahrtausende konnten Boote stromaufwärts nur durch Treideln entlang der hier Treppelpfade genannten Leinpfade vorankommen. Dabei wurden die Boote zuerst von Menschen, ab dem 15. Jahrhundert zunehmend von Zugtieren stromaufwärts gezogen. Diese späteren Schiffszüge waren streng organisiert und umfassten bis zu 60 Pferde und ebenso viel Mannschaft, als Schiffe einen Kelheimer (Hohenau genannt) oder deren mehrere (Nebenbei) und stets mehrere Zillen und Plätten als Funktionsschiffe für Tauwerk, Pferde und Vorräte. Wegen des weit verästelten Flusssystems mit wechselnden Untiefen war ein solcher Schiffszug sehr langsam unterwegs. Oft kam man an einem Tag nur wenige Kilometer voran. Häufig musste mitsamt Pferden die Flussseite gewechselt werden, Wetter und Wasserführung behinderten das Vorankommen.

Dampfschifffahrt auf der Donau

Mit dem Aufkommen der Dampfschifffahrt und später der Lokomotiven begann der Niedergang der historischen Donauschifffahrt, so auch des Ludwigskanals. Die letzten Schiffszüge wurden um 1900 stromaufwärts gezogen. Im Jahr 1812 wurde in Wien das erste Donaudampfschiff in Betrieb genommen. Kurze Zeit später, im Jahre 1829, wurde die erste Donaudampfschifffahrtsgesellschaft ins Leben gerufen. Dadurch wurden die Schiffe schneller, zum Beispiel fuhr das erste Dampfschiff „Franz I“ im Jahre 1830 die Talfahrt von Wien nach Budapest in 14 Stunden 15 Minuten. Für die Bergfahrt von Budapest nach Wien benötigte er 48 Stunden 20 Minuten. Im September 1837 fuhr das erste Schiff, die „Maria Anna“ von Wien nach Linz. Eines der letzten Exemplare dieses Schiffstyps ist in Regensburg als Museumsschiff zu besichtigen.[24] Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts war auch die Blüte der Kettenschleppschiffe, die sich an einer zuvor fest in der Fahrrinne des Flusses verlegten Kette mit Dampfmaschinenkraft den Fluss „hinaufzogen“. Solche Ketten wurden zuerst für die Strecke Wien–Pressburg verlegt, 1891 aber auch bei Ybbs und Regensburg. Im Eisernen Tor (Djerdap) wurde im 20. Jahrhundert bis zum Bau des Staudamms mit Lokomotiven getreidelt.

Wasserstraßenbau

Abzweigung des Ludwig-Donau-Main-Kanals aus der Donau bei Kelheim, Stahlstich (1845) von Alexander Marx

Durch die sog. Mittelwasserkorrektion mit Durchstichen, Buhnen und Parallelwerken wurde seit Mitte des 19. Jahrhunderts versucht, die Donauschifffahrt zu fördern. Um das bayerische Kachlet, eine Kette von Felsriffen, oberhalb Passau zu überstauen, wurde 1928 die Staustufe Kachlet mit dem damals größten Wasserkraftwerk fertiggestellt. Gleichzeitig begann flussabwärts von Regensburg eine Niederwasserregulierung mit dem Ziel einer Fahrwassertiefe von 1,40 m. Vier nur einschiffig zu befahrende Engstellen unterhalb Passau wurden durch die 1956 in Betrieb genommene Staustufe Jochenstein an der deutsch-österreichischen Grenze beseitigt; Fahrzeit und Energiebedarf der Schiffe wurden dadurch fühlbar verbessert.

Der erste nachweisbare Plan einer Verbindung zwischen Rhein und Donau geht auf Karl den Großen im Jahr 793 zurück. Er ordnete den Bau der Fossa Carolina (Karlsgraben) an. Zwischen 1836 und 1846 wurde im Zuge der Industrialisierung der Ludwig-Donau-Main-Kanal zwischen Kelheim und Bamberg mit einer Länge von 172,4 km verwirklicht. Die Idee einer Wasserstraßenverbindung wurde erst mit dem 1992 fertiggestellten 171 km langenMain-Donau-Kanal (MDK) 1992 effektiv umgesetzt. Zwischen der Einmündung des MDK in Kelheim und Regensburg wurden parallel zum Bau des MDK zur Anpassung für die Großschifffahrt 1978 die Staustufen Bad Albach und Regensburg fertiggestellt. Bis dahin war Regensburg Endstation der Donauschifffahrt. Unterhalb Regensburg folgten 1985 die Staustufe Geisling und 1995 Straubing.

Der Donaukanal bei Wien ist eigentlich kein künstliches Gewässer, sondern ein historisches Flussbett. Der Wiener Neustädter Kanal ist eine ebenfalls historische Stichanbindung von lokaler Bedeutung (1803 in Betrieb genommen, maximale Länge 63 km) für Wirtschaftstransporte nach Wien. Seit dem Mittelalter gab es immer wieder Bestrebungen, die Donau mit Oder (Donau-Oder-Kanal) bzw. Elbe (Donau-Oder-Elbe-Kanal) zu verbinden. Bis auf wenige kurze Abschnitte wurde dieses Projekt jedoch nicht realisiert. Im letzten Flussabschnitt verkürzt der Donau-Schwarzmeer-Kanal mit seiner Länge von 64,4 km den Weg ins Schwarze Meer durch die Umfahrung des Deltas um etwa 240 km.

Donauschifffahrt heute

Güterschiff fährt in der Donau bei Wien

Neben der Güterschifffahrt gibt es knapp 100 Hotelschiffe, welche zu Mehrtages-Kreuzfahrten vorwiegend zwischen Passau, Budapest und dem Schwarzen Meer ablegen, und viele Tagesausflugsschiffe, die in Deutschland vor allem in Passau (Wurm & Köck) und in Österreich vor allem in der Wachau (DDSG) unterwegs sind. Außerdem gibt es unzählige kleine, private Sportmotorboote. Zwischen Vidin und Passau verkehrt die Khan Asparu, ein Schwerlastkatamaran.

Rechtliche Regelungen

Ursprünglich war die Donau ein offener Handelsfluss, nutzbar für jedermann, trotzdem nahm jedes Uferland Handelszölle. Im Pariser Frieden 1856 wurde das Recht des freien Handels auf der Donau erstmals kodifiziert und eine Europäische Donaukommission[25] gegründet, angelehnt an die Bestimmungen der Wiener Kongressakte von 1815 zur freien Schifffahrt. 120 Jahre später, am 18. August 1948, wurde auf der Belgrader Konferenz in der „Konvention über die Regelung der Schifffahrt auf der Donau“ dieses Recht erneut festgeschrieben, das Befahren der Donau ist Schiffen aller Flaggen erlaubt, nur Kriegsschiffen fremder Flagge ist das Befahren der Donau untersagt[26]. Die Einhaltung der Regeln und die Erhaltung der Schifffahrtstauglichkeit wird durch die Internationale Donaukommission[25] überwacht. Auf ihren Vorgaben beruht die in Deutschland geltende Donauschifffahrtspolizeiverordnung.

Kilometrierung

Die Kilometer der Donau und ihres gesamten Flusssystems werden flussaufwärts gezählt, was sonst unüblich ist. Offizieller Nullpunkt der Kilometrierung ist der alte Leuchtturm von Sulina am Schwarzen Meer. Von Kilometer 0 bis 150 erfolgt die Streckenangabe in nautischen Meilen (0–81 sm). Auch alle Nebengewässer haben ihren Nullpunkt an ihrer Mündung.

Holzschwemme

Im 18. und 19. Jahrhundert diente die Donau als Transportweg für Holz aus dem Böhmerwald. Holzscheiter wurden vom Böhmerwald aus über den Schwarzenbergschen Schwemmkanal in die Große Mühl geschwemmt, dort aus dem Wasser gezogen, in Schiffe verladen und anschließend bis nach Wien transportiert, wo sie als Brennholz verkauft wurden.

Fischerei

Die Bedeutung der Fischerei, von der an manchen Orten im Mittelalter die ganze Bevölkerung lebte, ist im Laufe des 19. und 20. Jahrhunderts stark zurückgegangen. In Deutschland sind nur noch zwei Donaufischer aktiv. Einer fischt zwischen Straubing und Vilshofen, ein weiterer bewirtschaftet die Donau zwischen Passau und Engelhartszell. In Österreich wird in bescheidenem Maße noch um Linz und Wien gefischt. Von größerer Bedeutung ist die Fischerei noch im Donaudelta.

Weinbau

Weinberge bei Spitz (Wachau)

In einigen Staaten ist die Donau auch Teil eines Weinanbaugebiets. Das qualitativ hochwertigste dieser drei ist dabei die Wachau in Österreich, dort werden hauptsächlich Grüner Veltliner und Riesling angebaut.

In Ungarn wird Wein fast überall entlang der Donau zwischen Visegrád und der Südgrenze des Landes kultiviert, die Hauptstadt des ungarischen Weins war Vác. In der sozialistischen Ära verloren die früher berühmten ungarischen Weine stark an Qualität, seit den neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts erlebt der ungarische Weinbau eine Renaissance.

Ein weiteres Weinbaugebiet liegt in Deutschland bei Bach an der Donau zwischen Regensburg und Straubing und ist eine wirtschaftlich unbedeutende Kuriosität, zugleich aber ein letztes Relikt der bis auf die Römer zurückgehenden, ursprünglich lebendigen Kultur des Baierweins an der deutschen Donau. Der Wein wird auch unter der Bezeichnung Regensburger Landwein vermarktet.

Donaudelta, Satellitenfoto, Landsat, um 2000

Die Gegend um Ilok in Kroatien und die Fruška Gora bei Ruma in Serbien sind regionale Zentren des Weinbaus. Dort werden vor allem die Rebsorten Traminer, Riesling, Burgunder und Graševina angebaut.[27]

Tourismus

Neben vielen berühmten und sehenswerten Einzelzielen entlang der Donau sind zahlreiche Donaulandschaften und Nationalparks von touristischer Bedeutung, so zum Beispiel der Naturpark Obere Donau in Deutschland, die Wachau sowie der Nationalpark Donau-Auen in Österreich, das Eiserne Tor zwischen Serbien und Rumänien und das transnationale Donaudelta.

Insbesondere auf der nicht schiffbaren und daher verkehrsfreien oberen Donau gibt es die Möglichkeit zu Kanu-, Paddel- und Bootstouren. Entlang der Donau führt der Donauradweg, ein Radfernweg, der besonders in Deutschland und Österreich stark frequentiert wird. 2010 wurde der Donausteig eröffnet - ein Fernwanderweg von Passau nach Grein.

Auch der Flusskreuzfahrttourismus ist bedeutend, neben der vielbefahrenen Strecke von Wien nach Budapest fahren einzelne Schiffe auch von Passau bis in das Donaudelta und zurück. Zur Hochsaison befahren über 70 Kreuzfahrtschiffe den Fluss.

Siehe auch

Literatur

  • Christian Fridrich: Donau. Wieser Verlag, Klagenfurt 2012, ISBN 978-3-99029-014-9
  • Bernhard Schütz, Achim Bunz: Die Donau, Kulturschätze an einem europäischen Strom. Hirmer Verlag, München 2012, ISBN 978-3-7774-2331-9
  • Franz X. Bogner: Die Donau aus der Luft. Von der Quelle bis Passau. Rosenheimer, 2008, ISBN 978-3-475-53877-3.
  • Melanie Haselhorst, Kenneth Dittmann: Die Donau. Von Kelheim zum Schwarzen Meer. Delius Klasing, Edition Maritim, Hamburg 2008, ISBN 978-3-89225-586-4.
  • Michael Weithmann: Die Donau. Ein europäischer Fluss und seine dreitausendjährige Geschichte. Pustet, Regensburg 2000 und Styria, Graz 2000, ISBN 3-7917-1722-7, ISBN 3-222-12819-7.
  • Panorama der Donau von Ulm bis Wien. Aufgenommen und gezeichnet von Bernard Grueber, Gestochen von Henry Winkles. Regensburg, Manz um 1870. Mit einer Einführung von Robert Wagner, Topographia Austriaca, Bd 5, Akademische Druck- und Verlags-Anstalt, Graz 1988, ISBN 3-201-01431-1, ISBN 3-201-01430-3.
  • Claudio Magris: Donau. Biographie eines Flusses. Hanser, München und Wien 1988, ISBN 3-446-14970-8.
  • Ernst Neuffer: Neuester illustrierter Donau-Führer von Passau bis Sulina: ein Handbuch für Touristen nebst vollständigem Fremdenführer von Wien und Budapest, sowie 6 Karten des Donau-Gebietes. Wien 1886, (Digitalisat)

Weblinks

Wiktionary Wiktionary: Donau – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Donau – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b c d Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit: Hydrologischer Atlas von Deutschland, Freiburg i. Br. 2003
  2. Nach Abzug der Länge der Breg von 45,93 km (Landesamt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg)
  3. Allgemeines über die Donau, Die wichtigsten Zuflüsse Webauftritt der Donaukommission. Abgerufen am 29. März 2011
  4. a b c d e Baßler et al.: Donau von Ulm bis Passau Webauftritt des Deutschen Ruderverbandes. Abgerufen am 29. März 2011
  5. a b c d e f Abgeschätzt mittels benachbarter Brücken.
    Quelle: Liste der Donaubrücken. Stand März 2010. Webauftritt der via donau. Abgerufen am 29. März 2011
  6. a b Wasserstraßen Verzeichnis E, Lfd. Nr. 6 der Chronik, Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes
  7. Rundfahrten Strudengau
  8. Illustration der Versickerung der Aachquelle
  9. Friedensvertrag von Versailles. 28. Juni 1919. Kapitel III. Artikel 331.
  10. tijdschriftwater.be
  11. Artenliste bei Fishbase
  12. Herpetofauna des Donaudeltas
  13. Amphibien in der Donau
  14. Naturschutzgebiet Donauleiten von Passau bis Jochenstein. bayerischer-wald.de > Urlaubsthemen > Natur & Erleben > Naturschutzgebiete; Naturschutzgebiet „Donauleiten“, donaunatur.com
  15. Das Donaudelta: Tiere, Vögel und Fische
  16. Grabmayer.at: Donaudelta
  17. BLINKER, Ausgabe September 2008, S. 90-94
  18. Der Amazonas im Herzen Europas im Pester Lloyd vom 12. Oktober 2009 abgerufen am 20. Februar 2010
  19. Final Report Scientific Findings of the Joint Danube Survey 2
  20. Berliner Zeitung: Kontinuierliche Zyanid-Verseuchung
  21. Drei Jahre nach Baia Mare - eine Nachbetrachtung
  22. Wasserwirtschaftsamt Donauwörth über Schifffahrtshindernisse (Seite nicht mehr aufrufbar)
  23. Längen (in km) der Hauptschifffahrtswege (Hauptstrecken und bestimmte Nebenstrecken) der Binnenwasserstraßen des Bundes, Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes
  24. Website des Donau-Schifffahrtsmuseums
  25. a b „Donaukommission“, aeiou
  26. Übereinkommen über die Regelung der Schifffahrt auf der Donau vom 18. August 1948 mit Anhängen und Zusatzprotokollen (PDF)
  27. Schönes Serbien: Weinberge von Fruskagora
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Dieser Artikel wurde am 23. Oktober 2009 in dieser Version in die Liste der lesenswerten Artikel aufgenommen.