Jacob Schroth

Papagenotor am Theater an der Wien
Jacob Schroths Papagenogruppe

Jacob Schroth (* 1773 in Pest in Ungarn; † 22. Feber 1831 in Wien) war ein ungarisch-österreichischer Bildhauer.

Leben und Werk

Schroth begann seine Ausbildung zum Bildhauer bereits mit dreizehn Jahren und war ab 1786 an der Akademie der Bildenden Künste Wien als Studierender eingeschrieben.

Von Schroth stammt im Wiener Schottenstift die Ausstattung des Prälatensaals, die Gestaltung des Portals der Bibliothek sowie Arbeiten an der Hauptfassade (links der Schottenkirche). Auch Wappen über dem Quertrakt des Konventgebäudes im Schottenstift gestaltete Schroth.

Schließlich ist Schroth auch als Schöpfer eines Grabmals (aus Granit mit getriebenen Bronze-Bildwerken) für die Familie Josef Polimberger am Friedhof von Baja in Ungarn hervorgetreten.

1821/22 arbeitete er an der Gestaltung des Schlosses Weilburg in Baden bei Wien mit.

Die heute wohl weltweit bekannteste Figurengruppe von Jacob Schroth ist 1801 im Auftrag von Emanuel Schikaneder entstanden. Sie zeigt diesen in seiner populärsten Rolle, dem Papageno aus Mozarts Zauberflöte, umgeben von drei kleinen Papagenos, wie sie aber nur in deren Fortsetzung Der Zauberflöte zweyter Theil vorkommen (komponiert von Peter von Winter). Diese Figurengruppe schmückt das ursprüngliche Hauptportal des Theater an der Wien in der Millöckergasse Wien-Mariahilf, Ecke Papagenogasse.

Literatur

  • Constant von Wurzbach: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich. Wien 1856–1891, Bd. 32, S. 18.
  • Franz Carl Weidmann: Archiv für Geschichte (Hrsg. Joseph von Hormayr), 1823, S. 199.
  • Franz Tschischka: Kunst und Alterthum in dem österreichischen Kaiserstaate, Wien 1836, S. 283.
  • Anton Bauer: 150 Jahre Theater an der Wien, Zürich: Amalthea-Verlag, 1952, 515 S.
  • Tadeusz Krzeszowiak: Theater an der Wien. Seine Technik und Geschichte 1801–2001, Wien: Böhlau, 2002, 242 S.
  • Erwähnung in: Ch. Gruber: Schroth, Eugen. In: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950 (ÖBL). Band 11, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1999, ISBN 3-7001-2803-7, S. 255 f. (Direktlinks auf S. 255, S. 256).