Jan Anton Losy von Losinthal

Jan Anton Losy von Losinthal, auch Johann Anton Losy von Losinthal (* in Südtirol; † 1682 in Böhmen) war ein böhmischer Adliger.

Leben

Losy stammte aus Poschiavo im Schweizer Kanton Graubünden. Ab dem Jahre 1647 war die Familie in Böhmen ansässig, wo Jan Anton Losy von Losinthal in den Ritterstand und in den Herrenstand erhoben wurde und als Inspektor über die Wein-, Salz- und Biereinkünfte zu wachen hatte. 1648 erwarb er die Herrschaft Štěkeň und 1652 Ctěnice. 1654 wurde ihm der Titel eines Reichsgrafen verliehen.

1664 kaufte Reichsgraf Losy von Losinthal einen Großteil der verschuldeten Herrschaft Tachau von den Töchtern des im Jahr 1651 verstorbenen Erbherrn Baron Johann Philipp Husmann. Als neuer Herrschaftsbesitzer hatte er den schon von Husmann begonnenen Bau der Klosterkirche in Heiligen (tschechisch Světce) in der Nähe von Tachau zu finanzieren. Die alte Tachauer Burg wurde in eine Barockresidenz umgebaut. Ebenso wurden die Geldmittel für den aufwendigen Umbau des Tachauer Franziskanerklosters am Ende des 17. Jahrhunderts bereitgestellt. Die Herren Losy von Losinthal besaßen die Herrschaft Tachau über drei Generationen, bis die Familie 1781 ausstarb.

Jan Anton Losy von Losinthal war mit Anna Constanze von Grünberg verheiratet und hatte mit ihr vier Töchter und zwei Söhne (Zwillinge). Nach seinem Tod erweiterte sein Sohn Johann Anton Losy von Losinthal die Tachauer Herrschaft, die im Jahre 1721 sein Sohn und Erbe Adam Philipp übernahm. Dieser blieb ohne Nachkommen. Seine Witwe Ernestina verkaufte die Herrschaft Tachau nach seinem Tod im Jahre 1781 an Reichsgraf Joseph-Niklas zu Windisch-Graetz.

Literatur

  • Zdeněk Procházka: Tachov město, Historicko-turistický průvodce, 1997, ISBN 80-901877-4-9