Johann Meixner (Reiter)

Oberbereiter Johann Meixner auf Neapolitano Bona in der Piaffe (1910)
Oberbereiter Meixner auf einem Braunen in der Levade
Directiven der Spanischen Hofreitschule

Johann Meixner (* 1865; † 5. Dezember 1917) war von 1885 bis 1916 Oberbereiter an der Spanischen Hofreitschule in Wien.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Meixner schrieb zusammen mit von Holbein-Holbeinsberg die "Directiven", die das gesamte mündlich überlieferte Wissen um die klassische Reitkunst in der Spanischen Hofreitschule umfassen.

Unter den Schulreitern seiner Zeit war er wohl der Bedeutendste; ein geborener Reiter mit einer jahrzehntelangen Schulung, die allmählich zu einer Vervollkommnung der reiterlichen Technik führte, wie sie zu erreichen nur ganz wenigen Reitern vergönnt war. Dazu kam die prachtvolle Haltung Meixners zu Pferd, sein Mustersitz. Zum Bild eines fast einzig dastehenden reiterlichen Könnens gesellte sich das des vollendetsten reiterlichen Anstands, und ergab eine Gesamtwirkung, vor der jeder Reiter mit Bewunderung gestanden ist. Meixner galt in Sitz, Haltung und Führung als klassisch. Er war groß und auch im Alter noch schlank. Trotzdem er gerade saß, mit angezogenen Schulterblättern, vermisste man jede Spur von Steifheit. Der Oberkörper ruhte fest und doch elastisch auf den geschmeidig biegsamen Hüften. Besonders schön und die Ruhe des Oberkörpers, sowie dessen schöne Haltung stark betonend, waren die zwanglos gehaltenen Schultern. Das Gesäß war nicht zu stark vorgeschoben. Die Oberschenkel waren ausgezeichnet platziert, trotz der ziemlich langen Beine des hochgewachsenen Reiters nicht mit spitzem Knie, sondern stark gegen die Senkrechte hin und flach anliegend. Knie mit der Innenseite immer ganz am Pferd. Unterschenkel weich und natürlich herabhängend, mit elastischem Fußgelenk, nicht hochgezogen und festgepresst. Oberarme leicht und zwanglos am Körper liegend, die Faust genau in der richtigen Höhe. Weder im Schritt, Trab oder Galopp noch bei den Schulsprüngen war der Reiterkörper in einer unschönen Bewegung, nie konnte man eine brüske Hilfe sehen. Alles ging bei Meixner mit spielerischer Ruhe ab. Bei Meixner sah man das höchste Zusammengehen von Reiter und Pferd, wie spielend regulierte Meixner jede Bewegung. Sein ruhiger, immer gleichbleibender Gesichtsausdruck beim Reiten bewies, dass er seiner Pferde sicher war, dass er jede Bewegung beherrschte. Bei Meixners Produktionen war jeder Tritt des Pferdes ausgearbeitet, blieb die Haltung, blieb die Durchlässigkeit jeden Moment.

Auszeichnungen

Hans Meixner wurde mit dem Goldenen Verdienstkreuz mit der Krone, dem osmanischen Medschidié-Orden, dem königlich bayerischen Verdienstorden vom Hl. Michael, dem königl. preußischen Roten Adler-Orden, dem königl. preußischen Krone-Orden, dem königl. sächsischen Albrechts-Orden (II. Klasse), dem königl. niederländischen Orden von Oranien-Nassau, dem königl. schwedischen Wasa-Orden (I. Klasse), dem königl. Orden der siamesischen Krone, dem großherzogl. Sachsen-Weimar'schen Haus-Orden der Wachsamkeit oder vom weißen Falken, dem herzogl. Sachsen-Ernestinischen Haus-Orden, dem Ehrenkreuz des fürstl. Schaumburg-Lippe'schen Haus-Orden, dem fürstl. Waldeck'schen Verdienstkreuz (I. Klasse), dem königl. spanischen Militär-Verdienstorden, dem spanischen Orden Isabella der Katholischen, dem königl. württembergischen Verdienstkreuzes und dem großherzogl. mecklenburg'schen Verdienstkreuz in Gold etc. etc. ausgezeichnet.

Werke

  • Johann Meixner, Holbein von Holbeinsberg, Bertold Schirg: Die Urdirectiven, Wiederentdeckte Handschrift eines Oberbereiters (um 1720); Die Directiven für die Durchführung des methodischen Vorganges bei der Ausbildung von Pferd und Reiter in der k. u. k. Spanischen Hofreitschule. Erschienen in Unbekanntes aus der Spanischen Hofreitschule, Olms Hildesheim 1996, ISBN 3-487-08374-4

Quellen