Johannes Schadowitz

Johannes Schadowitz (* 1624 in Agram, Kroatien; † 29. Mai 1704 in Groß Särchen) war ein kroatischer Reiterobrist. Er gilt als historische Vorlage für den sagenhaften sorbischen Zauberer Krabat.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Gedenktafel für Johann Schadowitz, Vorbild für die Sagengestalt Krabat, in der katholischen Kirche in Wittichenau (sorbisch Kulow)

Johannes Schadowitz nahm an dem Großen Türkenkrieg teil und schuf sich mit seinem Organisationstalent und seinem Wissen Verdienste. Als Reiterobrist rettete er einst Johann Georg III. vor der türkischen Gefangenschaft. Zum Dank schenkte ihm der Kurfürst kurz vor dessen Tod 1691 das Gut Groß Särchen und adelte ihn zu Johannes (von) Schadowitz. Beim Leichenzug für Kurfürst Johann Georg im Herbst desselben Jahres in Tübingen führte Schadowitz die Kurfürstliche Leibgarde an.[1]

Johannes Schadowitz wurde wegen seiner ungewöhnlichen Größe, Verhaltensweise und seinem Wissen, das er auf vielen seiner früheren Reisen erwarb, als Zauberer angesehen.

Die Bauern nannten ihn den „Kroat“ (sorbisch Chorwat), später Krabat, und unter Johannes Schadowitz erlebte Groß Särchen eine Blütezeit, was zu seiner späteren Legendenbildung beitrug. Als praktizierender Katholik fuhr er vom evangelischen Groß Särchen bis nach Wittichenau, um an Messen teilzunehmen.

Johannes Schadowitz starb am 29. Mai 1704 mit 80 Jahren und wurde in der katholischen Pfarrkirche zu Wittichenau bestattet.

Nach seinem Tod wurde aus Johannes Schadowitz der Zauberer Krabat, der von den Sorben noch heute als Schutzpatron verehrt wird.

Literatur

  • Krabat - Aspekte einer sorbischen Sage, Zentrum für Lehrerbildung der Universität Potsdam, Herausgeber Martin Neumann; Das Dokument enthält die Inhalte verschiedener Krabat-Sagen und historische Bezüge, auch zu Schadowitz. (PDF; 10,6MB)

Einzelnachweise

  1. Johann Christoph Miethen: Kurze Beschreibung und Ursprung Alt-Dreßden. Dresden, 1708, S. 69

Weblinks