Johannes Wohlgenannt Zincke

Qsicon Fokus2.svg Dieser Artikel wurde auf den Seiten der Qualitätssicherung eingetragen. Bitte hilf mit, ihn zu verbessern, und beteilige dich bitte an der Diskussion!
Folgendes muss noch verbessert werden: einmal Wikify, bitte sowie Lemmaüberprüfung (gibt's oft mit Bindestrich-Soppelnachnamen) -- Si! SWamP 17:00, 26. Jan. 2013 (CET)

Johannes Wohlgenannt Zincke (* 11. Juli 1959 in Ludesch, Vorarlberg) ist ein österreichischer Komponist, Musiker und Veranstalter.


Inhaltsverzeichnis

Lebensdaten

Er wurde 1959 in Ludesch, Vorarlberg als drittes von sieben Kindern einer Arztfamilie geboren. Ab 1977 Studien (Medizin, IGP, Musikwissenschaft, Klavier, Komposition, Harmonik) in Innsbruck, Wien und Vorarlberg. 1980 bis 1986 Lehrtätigkeit in Wien, 1986 bis 1995 Lehrtätigkeit in Vorarlberg, 2005 Übersiedlung nach Groß Gerungs/Waldviertel bzw. Wien. 1982 Heirat, drei Kinder.

Ausbildung

Die erste prägende Instrumentalerziehung erfuhr Wohlgenannt Zincke ab sieben Jahren durch den Bergbauern und Autodidakten Linus Burtscher. Ab acht Jahren lernte er auch Klavier und später Gitarre und Gesang. Nach seiner Schulausbildung begann er zuerst an der Universität Innsbruck und der Universität Wien Medizin zu studieren, wechselte aber schließlich zu musikalischen Studienfächern. Er studierte IGP am Landeskonservatorium Feldkirch, am Landeskonservatorium Innsbruck und an der Musikhochschule Wien sowie Musikwissenschaft an der Universität Wien. Klavier bei Géza Hegyi in Innsbruck und bei Hans Udo Kreuels in Feldkirch, Komposition bei Herbert Willi in Feldkirch und Harmonik bei Werner Schulze in Wien.

Tätigkeiten

Nach ersten Kompositionen ab dreizehn war er vielseitig musikalisch tätig und spielte in seiner Jugendzeit gleichzeitig Volksmusik, Popmusik und klassische Musik sowie experimentelle Musik. 1982 desertierte er, nachdem er vier Monate Wehrdienst geleistet hatte, mit der Angabe: „Ich bin Person geworden die Musik. Und die Musik macht nicht mit.“

Anfänge des öffentlichen Wirkens

Erstmals erregte er 1983 mit einem von ihm konzipierten und organisierten „Fest der Region“ überregionales Aufsehen, bei dem er einen weiten Kreis damals aktiver Bewegungen, nicht nur künstlerischer sondern auch politischer, sozialengagierter und spiritueller Gruppen vereinigte, die in der Folge die Entwicklung regional wichtiger Anliegen beeinflusste. Erstmalige Verteilung von Äpfeln. 1988 trat er mit größerer medialer Präsenz gemeinsam mit dem Vorarlberger Landeshauptmann bei „Musik und Gewalt:Hirbscht“ mit einem von ihm komponierten Werk „Ich mach da nicht mit! Da mach ich nicht mit“ hervor. 1989 war er Intendant des Festivals „Kult:Hirbscht“, während dem er selbst am Domplatz in Feldkirch den lebenslangen Prozess „Die Offenbarung der Kunst“ rituell einleitete. Ab 1989 entstanden die ersten Werke aus seiner Reihe „Motions“ sowie eine Serie von Liedern, die er selbst sang und spielte und als CD unter dem Titel „Ich kämpfe“ veröffentlichte. Eine von Kindheit währende Freundschaft mit Gerold Amann und eine sehr intensive Verbindung mit Wolfram Schurig beeinflussten damals seine künstlerische Arbeit gleichermaßen, wie sein Kompositionsstudium bei Herbert Willi. 1990 trat er als Dirigent des Bühnenspieles „Apokalypse“ von Gerold Amann auf und spielte für ORF-Produktionen eigene Werke sowie das Jugendwerk „Energetic Study“ von Wolfram Schurig am Klavier. 1993 veröffentliche er die CD „Ich kämpfe“ in eigener Interpretation. Es folgten Sendungen in Ö1, moderiert von Fritz Jurmann und Christian Scheib, Doris Appel und Ursula Strubinsky, und öffentliche Auftritte als Komponist sowie als Interpret seiner eigenen Werke.

Veranstaltertätigkeit

Von 1998 bis 2001, bereits im Waldviertel wohnhaft, organisierte er jährlich spirituell-künstlerisch motivierte internationale Jugendcamps, um sich danach ganz dem Aufbau der Veranstaltungsreihe „Recreate St. Margareta" zu widmen. Diese Reihe begründete er im Jahr 2000 und setzte sie bis 2010 jährlich in Groß Gerungs, seit 2011 in Weitra fort. Ein großes Unternehmen bildete im Jahr 2001 die >Stille Wanderung „Vergebt!“ – Mlcenlive spoluputovani „Odpusťte!“<, eine Wanderung von Wien über Prag nach Berlin. Nach der „Öffnung“ thematisierte er damit das „Miteinander von deutsch und tschechisch sprechenden Menschen“.

Werkinhalte

Eine schrittweise Hinwendung zu Jesus Christus in den beginnenden 80er Jahren bestimmten nach Wohlgenannt Zinckes eigener Aussage die wesentlichen Inhalte seines Lebens und seiner Arbeit. Dieser Bewegung folgend, brach er sein Medizinstudium ab und entwickelte über mehrere Jahre das „Begegnungsritual“, eine Form in vier Sätzen: „Gebet, Begegnung, Feuer, Kommunion". [1] [2] Die weltanschaulichen Inhalte dieses Rituals bildeten das Zentrum seiner weiteren Tätigkeiten. Das zentrale Motiv seiner Anschauungen beschreibt er als „Musik Sein“. Entsprechend sagt er von sich: "Ich bin, Person geworden die Musik." In einem Interview unter dem Titel "Ich habe nichts zu feiern, ich habe ein Programm"[3] führt er dies folgendermaßen aus: „…Ich lebendige Kreatur bin lebendige Kreation. Ich lebendige Kreatur denke einen lebendigen Kreator, der unser Aller Ursache ist. Die Auswirkungen davon sind, dass ich die Musik bin, …“

Mehr zu den Kompositionen

1987 komponierte Wohlgenannt Zincke nach jahrelanger Kompositionspause ein erstes Klavierwerk unter dem Titel „Trauer“, das auch für die Zukunft seine Klangsprache bestimmen sollte. Den Anlass für die Komposition bildete der Tod seines Vaters. Charakteristika dieser Sprache sind einfache Rhythmen in einfachen Harmonie und diatonischen Skalen. Während die in dieser Zeit entstehenden Lieder noch harmonisch bis an die Grenzen „aufgeladen“ sind, komponiert er auch Instrumentalwerke, in denen eine harmonisierende Komponente vorrangig wird. In direktem Zusammenhang mit dieser Entwicklung steht auch die Erfindung, der bis heute aktiven Unternehmung recreate®, welche als Veranstaltungsreihe, als Verlag und als Label insbesondere die entwickelten ästhetischen Vorstellungen repräsentiert.

Werke

Viele seiner Werke sind bisher nicht produziert. Andere wurden von ihm zurückgezogen. Eine repräsentative Auswahl:

  • Motions 1 & 2 Für Klavier. (1990)
  • Motions 3 Für Tuba und Kontrabass. (1999)
  • Motions 4 Für Klaviertrio. (2002)
  • Motions 5 Für Violoncello. (1992)
  • Motions 6 Für Sopran-Blockflöte. (1993)
  • Motions 7 Für Schlagzeug. (1994)
  • Motions 8 Für Klavierquintett (Forellenquintettbesetzung) (1995)
  • Motions 9 Für Kammerorchester und Klavier. (1996)
  • Motions 10 Für großes Orchester. (1997)
  • Motions 11 Für Basstrompete in C. (2003) 7
  • Motions 12 Für Viola. (2003)
  • Motions 13 Für Violine. (2003)
  • Motions 14 Für Klavier. Fassung 1 (2004), Fassung 2. (2005)
  • Motions 15 Für Streichquartett. (2005/06)
  • Motions 16 Für Klaviertrio. (2010)
  • Motions 17 Für 2 Klaviere. (2011)
  • Musik zum Begegnungsritual Für Viola, Blockflöte, Xylophon, Kontrabass. (1983)
  • Trauer Für Klavier. (1986)
  • Youngsters Für Klavier. (1993) 11 Klavierstücke.
  • In Madinas Festmusik für Blasorchester. (2004)
  • Libanon Für Kammerorchester und Klavier. (2006)
  • Blau Für Sopran und 3 Violinen. (1987)
  • No pictures please 15 Lieder nach eigenen Texten mit Klavierbegleitung. (1990-1994)
  • Die Offenbarung der Kunst The Manifestation of Art. (2000) Vorstellung seiner künstlerischen Weltsicht. 1 Büchlein 14 x 21 cm, 36 Seiten
  • Musik Leben Wien Konzeptkomposition unbegrenzter Dauer (1986)
  • Pattkomplex (1988) Begründung des musikalischen Ritualismus. Das System Pattkomplex bildet

die Möglichkeit, Musik Leben Wien zu realisieren

  • Staging Silence No. 1. Die Partitur zu „Stille-Wanderung-Vergebt!“, einer als Kunstwerk im Sommer 2001 durchgeführten Wanderung von Wien über Prag nach Berlin, die die Beziehung der tschechisch- und deutschsprechenden Menschen thematisierte.
  • Der Apfel - The Symbol of Art Apfel aus Ton geformt. Herstellung seit 1988 von Ruth Müller, Keramikerin aus Dornbirn, zur Erinnerung an die öffentliche Einleitung des für JWZ lebenslang währenden Prozesses: "Die Offenbarung der Kunst".
  • Sandalos Sandalen ohne Sohlen. (2000)

(Stand Jänner 2013)[4]

Diskografie

  • CD Ich kämpfe 9 Lieder aus "No pictures please" und "Musik zum Begegnungsritual". (1994)
  • CD Motions Motions 1,2,3,5,6,7. (2003, 2. Auflage)
  • CD Zart Auswahl von Live-Aufnahmen, in denen eine Stimmung der Zartheit und Ruhe den Vorrang hat. Motions 8/ 1 und 2; Motions 4/ 1 und 2. (2003)
  • CD November CD-Produktion der Youngsters, Trauer und Motions 7 / 3. Satz. (2003)
  • CD Canto Ostinato Wien 2008 Live Konzert Simeon ten Holt mit Johannes Wohlgenannt Zincke und Stefan Eder

Weblinks

INÖK-Eintrag (Interessenvereinigung Niederösterreichischer Künstler)
Künstlerhomepage
Musikdokumentationsstelle Vorarlberg: Eintrag zum Künstler
Veranstaltungsreihe des Künstlers

Belege

  1. Wohlgenannt Zincke, Johannes. Die Offenbarung der Kunst. Groß Gerungs: verlegt durch das Kunst&Kommunikationszentrum, 2001. (S. 16-18)
  2. Vgl. Programmtext der Stillen Wanderung "Vergebt!" Groß Gerungs: verlegt durch das Kunst&Kommunikationszentrum, 2001.
  3. Interwiew mit dem Künstler Website zur Veranstaltungsreihe des Künstlers, abgerufen am 28. Januar 2013.
  4. Vollständige Werkliste Website der Musikdokumentationsstelle des Landes Vorarlberg, abgerufen am 28. Januar 2013.