Josef Pelz von Felinau

Josef Pelz von Felinau (* 24. Oktober 1895 in St. Pölten; † 15. Februar 1978 in West-Berlin) war ein Schriftsteller, Schauspieler, Drehbuch- und Hörspielautor.

Leben

Josef Pelz von Felinau stammte aus einer mährischen Familie. Sein Großvater Joseph Pelz wurde von Kaiser Franz-Josef I. 1879 in den Adelsstand erhoben und hieß dann Joseph Pelz Ritter von Felinau. Sein Enkel Josef besuchte in Wien die Militärakademie und nebenbei das Konservatorium. Er arbeitete dann kurze Zeit als Decksoffizier bei der Handelsmarine Österreichs. Etwa 1915 schrieb er ein umfangreiches Gedicht mit dem Titel „Der Untergang der Titanic“. Im Vorwort des Heftes gab er an, an Bord der „Carpathia“, dem Rettungsschiff der „Titanic“-Überlebenden, gewesen zu sein. Diese Behauptung des damals ca. 20-Jährigen, die wahrscheinlich nur dazu diente, sein Buch interessanter zu machen, verfolgte ihn den Rest seines Lebens. Später war ihm das sehr peinlich.

Nachdem er den Dienst bei der Schifffahrt quittiert hatte, zog er mit selbstverfassten dramatischen Gedichten auf Tournee durch Österreich und später durch Deutschland. Er war damit sehr erfolgreich (z. B. mit Der Untergang der „Titanic“. Ein melodramatisches Epos.).

Nach der Abschaffung der Adelstitel in Österreich nach dem Ersten Weltkrieg nannte sich Josef Pelz Ritter von Felinau vorübergehend Josef Pelz-Felinau und nach seiner Übersiedlung nach Berlin (1922) Josef Pelz von Felinau. In Berlin trat er in Kabaretts auch mit Kurt Tucholsky und Erich Kästner auf, hatte sein erstes Hörspiel (damals eine neue Gattung) im Februar 1925 im Vox-Haus Berlin und ging auf Gastspielreisen. Ab 1930 schuf er ganze Hörspielserien über berühmte Musiker.

1936 schrieb er sein Buch „Titanic“. Die Tragödie eines Ozeanriesen. Dieses erhielt 1939, 1944 und 1950 veränderte Textfassungen. In der Fassung von 1939 tritt Hitlers Leibarzt Theo Morell als gewiefter Schiffsarzt auf. Der Roman wurde in verschiedene Sprachen übersetzt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg schuf er Hörspiele über berühmte Wissenschaftler und russische Entdecker und Forscher. Am 28. November 1950 sendete der Südwestfunk Baden-Baden erstmals sein packendes Hörspiel Titanic.

Josef Pelz von Felinau schuf Hunderte von Hörspielmanuskripten, die sich samt einigen daraus entstandenen Tonaufnahmen heute im Deutschen Rundfunkarchiv befinden.

Er ist auf dem Friedhof Heerstraße in Berlin beerdigt, und im Juni 2004 hat der Senat von Berlin sein Grab in die Ehrengrabliste des Landes Berlin aufgenommen. Die Grabstätte befindet sich im Feld 8-B1/1.

Pelz von Felinau war verwandt mit dem Schauspieler Hans Brausewetter. Über die Linie Brausewetter war er ebenfalls verwandt mit dem Meeresforscher Hans Hass.

Weblinks