Karl Alexander (Württemberg)

Karl I. Alexander von Württemberg
Herzog Carl Alexander zu Pferd
Eine christlich-antisemitische Schmähschrift mit dem dem Porträt Joseph Süß Oppenheimers und seinem Galgenkäfig in dem er sechs Jahre über Stuttgart zur Schau gestellt wurde
Die Hinrichtung Joseph Süss Oppenheimers am 4. Februar 1738 vor den Toren Stuttgarts, Kupferstich von Lucas Conrad Pfandzelt und Jacob Gottfried Thelot, 1738, Württembergische Landesbibliothek Stuttgart, Graphische Sammlungen

Karl Alexander (auch Carl Alexander) (* 24. Januar 1684 in Stuttgart; † 12. März 1737 in Ludwigsburg) war von 1733 bis 1737 der elfte Herzog von Württemberg, kaiserlicher sowie Reichsgeneralfeldmarschall.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Karl Alexander war der älteste Sohn von Friedrich Carl von Württemberg-Winnental (Haus Württemberg) und Eleonore Juliane von Brandenburg-Ansbach. Friedrich Carl war von 1677 bis 1693 Vormund des Herzogs Eberhard Ludwig von Württemberg und damit auch Regent in Württemberg gewesen.

Als Eberhard Ludwig 1733 starb, war dessen einziger Sohn Friedrich Ludwig bereits 1731 gestorben. So ging der württembergische Thron nach Eberhard Ludwigs Tod auf seinen Cousin Karl Alexander über, der als erfolgreicher Heerführer in kaiserlichen Diensten 1712 zum katholischen Glauben übergetreten war. Militärische Erfolge errang er an der Seite Prinz Eugens im Spanischen Erbfolgekrieg sowie in den Feldzügen gegen die Türken 1717/1718. Ab 1719 war er kaiserlicher Generalgubernator in Belgrad und dem damaligen Serbien.

Nach seinem Amtsantritt holte er die von Eberhard Ludwig nach Ludwigsburg verlegte Residenz wieder nach Stuttgart. Als Herzog beteiligte er sich weiter an kaiserlichen Militärmaßnahmen wie dem Polnischen Thronfolgekrieg in dessen Verlauf er im Januar 1734 zum Generalfeldmarschall des Schwäbischen Reichskreises und im Mai zum kaiserlichen Generalfeldmarschall ernannt wurde.

Kriege und aufwändige Hofhaltung führten zu hohem Finanzbedarf, hohen Schulden und zur Finanzberatung durch Joseph Süßkind Oppenheimer ab 1732.

Karl Alexander starb am 12. März 1737 unerwartet an einem Lungenschlag oder Lungenödem.

Joseph Süß Oppenheimer

Joseph Süßkind Oppenheimer beriet den Herzog, um die maroden Staatsfinanzen in Ordnung zu bringen und das bis dahin rückständige Herzogtum Württemberg wirtschaftlich zu entwickeln. Oppenheimer, ein jüdischer Finanzmakler und Bankier aus Frankfurt am Main, wurde 1732 Herzog Karl Alexanders persönlicher Finanzberater, Hof- und Kriegsfaktor, und Leiter mehrerer neuer Ämter. Die evangelischen Landstände fühlten sich durch diese vom katholischen Herzog durchgesetzten professionellen finanz- und fiskaltechnischen Maßnahmen in ihrer finanziellen Selbstverwaltung beeinträchtigt. Aus diesen Spannungen entwickelte sich ein Konflikt zwischen dem katholischen württembergischen Thron Herzog Karl Alexanders in Stuttgart und der protestantischen Bevölkerung, vertreten durch die evangelischen Landstände, die Vorgänger des Landtages. Dies geriet zur antisemitischen Intrige und zum öffentlichen Skandal gegen den jüdischen Geheimen Finanzrat Joseph Süßkind Oppenheimer. Oppenheimer wurde nach dem plötzlichen Tod des Herzogs schließlich das Opfer eines antisemitischen Justizmordes.

Nachkommen

Karl Alexander war seit 1727 mit Marie-Auguste von Thurn und Taxis (1706–1756), einer Tochter des Fürsten Anselm Franz von Thurn und Taxis und der Maria Ludowika Anna Franziska geb. von Lobkowitz verheiratet. Sie hatten folgende Kinder:

Bemerkenswert ist, dass ihm alle drei Söhne nacheinander auf den Thron folgten.

Literatur

Wissenschaftlich

Belletristisch

In Lion Feuchtwangers Roman Jud Süß wird auch Karl Alexander dargestellt.

Vorgänger Amt Nachfolger
Eberhard Ludwig Herzog von Württemberg
1733–1737
Carl Eugen



 Commons: Duke Karl Alexander of Württemberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien