Karl Hirschbold

Karl Hirschbold (* 14. September 1908; † Oktober 1994 in Wien) war ein österreichischer Buchautor und Radiojournalist.

Hirschbolds Sendung „Achtung Sprachpolizei!“ gehörte zu den wenigen Programmen, denen es gelang, aufgrund ihrer Popularität die Schwelle der Rundfunkreform von der RAVAG zum ORF 1967 erfolgreich zu überwinden. Von 1952 bis 1978 wurden insgesamt 475 Folgen produziert, in denen auf humoristische, aber leicht autoritäre Art „schludriger“ und inkorrekter Umgang mit der deutschen Sprache kritisiert wurde (beispielsweise der tendenziell zunehmende Wegfall des „Genitiv-S“, Verstöße gegen die Regel „wenn ist würdelos“, falsch bezogene Relativsätze). Zur Beliebtheit der Sendung trug auch die schwungvolle Kennmelodie bei, sowie der selbstironisch gefärbte Text (Zitat: „Streng vermerkt der Sprachpolizist, was gegen die Gesetze der Grammatik ist...doch dringt einmal ein Schuss an unser Ohr, dann ist es nur ein Schuss...Humor“). Aufgrund des Erfolgs der Sendung war Hirschbold um 1960 auch als Sachbuchautor tätig, ab 1977 schrieb er für die Zeitung Die Presse die Kolumne Pirschgänge im Sprachrevier, von der eine Sammlung in Buchform erschien.

Karl Hirschbold, von der Ausbildung her Lehrer, war auch im Verein Muttersprache sprachpflegerisch tätig. Er wurde mit dem Berufstitel Professor geehrt und ist am Baumgartner Friedhof in Wien begraben.

Werke (Auswahl)

  • Achtung!Sprachpolizei! Ein Lachkabinett für jedermann. Jugend und Volk, Wien 1956.
  • Tagebuch eines Sprachpolizisten. Jugend und Volk, Wien 1958.
  • Pirschgänge im Sprachrevier. Erb-Verlag, Düsseldorf 1985.

Literatur

  • Elisabeth Augustin: Karl Hirschbold und sein sprachpflegerisches Werk. Journalistische Sprachpflege zwischen Kritik und Unterhaltung (Seminararbeit 2005. Web-Publikation)

Weblinks