Karl Maria Stepan

Karl Maria Stepan (* 24. Juni 1894 in Wien; † 11. September 1972 in Graz, Steiermark) war ein österreichischer Politiker.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Frühes Leben

Über Karl Maria Stepans Kindheit und Jugend ist nichts bekannt. Gesichert gilt, dass er kurz nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs, im Jahr 1914, in russische Kriegsgefangenschaft geriet und fünf Jahre lang in einem Gulag in Sibirien verbringen musste. 1919 kehrte er nach Österreich zurück und begann ein Jahr darauf ein Studium der Rechtswissenschaft an den Universitäten Wien und Graz. Im Jahr 1924 promovierte er.

Er war Mitglied der katholischen Studentenverbindungen K.a.V. Norica Wien und K.Ö.H.V. Carolina Graz, beide im ÖCV.

Politische Karriere

Stepan zählte bald darauf zu einem führenden Christdemokraten, der 1924 als Generalsekretär die Leitung der steirischen Landesorganisation der Christlichsozialen Heimatpartei (CS) übernahm. 1928 trat er als Direktionssekretär in die Dienste des Katholischen Preßvereins, in dem er wenige Monate später zum Generaldirektor befördert wurde.

Stepan zählte zu den ersten Widerstandskämpfern gegen den aufkommenden Nationalsozialismus. Kurz nachdem 1933 in Wien Engelbert Dollfuß den Ständestaat proklamiert hatte, zog Stepan nach Wien und war maßgeblich am Aufbau der Vaterländischen Front (VF) beteiligt, die als austrofaschistische Einheitspartei fungierte. Im Herbst 1934 wurde Stepan zum Landeshauptmann der Steiermark gewählt.

Wegen seiner beharrlichen Ablehnung des NS-Regimes wurde Stepan am 12. März 1938 verhaftet und im Zuge des sogenannten Prominententransports verschleppt. In den kommenden zwei Jahren wurde er in den Konzentrationslagern Dachau, Mauthausen und Gusen interniert, ehe er 1940 freigelassen wurde. In Graz angekommen, fand Stepan Arbeit als Magazinarbeiter bei einem Lederhändler, bis er 1944 erneut von der Gestapo verhaftet wurde. Erneut ging es ins KZ, dieses Mal nach Flossenbürg und wiederum nach Dachau, wo er 1945 befreit wurde. Seine Briefe, die er seiner Familie aus der Gefangenschaft zukommen ließ, symbolisieren seinen Widerstand gegen den Nationalsozialismus und wurden 2001 von den Autoren Fritz Csoklich und Matthias Opis in einem Buch publiziert.

Späteres Leben

Nach dem Krieg konnte Stepan an seine politische Karriere nicht anknüpfen. Er widmete sich daraufhin dem Wiederaufbau der aus dem Katholischen Preßverein hervorgegangenen steirischen Styria Medien AG, eines Verlagshauses, dem er bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1968 als Generaldirektor vorstand. Auch förderte er die Katholische Aktion in der Steiermark. 1953 wurde er in Graz in den Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem investiert.

Nach langer Krankheit starb Karl Maria Stepan 1972 im Alter von 78 Jahren.

Ehrungen und Auszeichnungen (Auszug)

Literatur

  • Fritz Csoklich, Matthias Opis: Karl Maria Stepan – Briefe des steirischen Landeshauptmanns aus Gefängnis und KZ. 293 Seiten, Styria Verlag, ISBN 3-222-12902-9.

Weblinks