Kulturtechnik und Wasserwirtschaft

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Die Studienrichtung Kulturtechnik und Wasserwirtschaft (KTWW) wird an der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) angeboten. Vergleichbare Studiengänge im deutschsprachigen Raum gibt es in Deutschland an der Universität Rostock (Studiengang Landeskultur und Umweltschutz) und an der Schweizer ETH-Zürich (Master-Studium Umweltingenieurwissenschaften).

Das Studium wurde in Form eines dreijährigen Kurses im Studienjahr 1883/84 nach den Studienrichtungen für Landwirtschaft (1872/73) und Forstwirtschaft (1875) als 3. Studienrichtung der Universität für Bodenkultur eingeführt. Seit der Reform des Studiensystems an der BOKU 2003/2004 wird Kulturtechnik und Wasserwirtschaft als Bachelor- und Masterstudium angeboten. Absolventen des Masterstudiums können an der BOKU auch das Doktorat erwerben. Die Anerkennung von Lehrveranstaltungen erfolgt nach dem European Credit Transfer System (ECTS). Die bis 2004 angebotenen so genannten Diplomstudien können seit der Reform nicht mehr begonnen, nur noch abgeschlossen werden.

Inhaltsverzeichnis

Inhalte

Die Studienrichtung Kulturtechnik und Wasserwirtschaft bietet den Studierenden Lehrinhalte auf den Wissensgebieten der angewandten Naturwissenschaften und deren ingenieursmäßigen Anwendungen. Ziel der Studienlehrgänge ist die Vermittlung eines umfassenden Verständnisses für die nachhaltige Nutzung der Ressourcen im Rahmen des Planens, Entwerfens, Bauens und Erhaltens.

Bachelorstudium Kulturtechnik und Wasserwirtschaft

Das Bachelorstudium ist mit sechs Semestern und 147 Semesterstunden festgelegt. Im Rahmen des Studiums ist eine Pflichtpraxis im Umfang von insgesamt fünf Wochen vorgesehen. Diese Praxis kann weltweit erworben werden. Es muss sich dabei allerdings um kulturtechnikspezifische Tätigkeiten in der Verwaltung, Industrie und Gewerbe, bei Ingenieurbüros oder Ziviltechnikern, an Universitätsinstituten oder Forschungseinrichtungen oder bei Entwicklungshilfeprojekten handeln. Außerdem haben die Studenten eine fächerübergreifende Abschlussarbeit (Bakkalaureatsarbeit) zu erstellen, die mindestens zwei Lehrveranstaltungen zugeordnet sein muss. Die Absolventen erhalten den Akademischen Grad Bakkalaurea der technischen Wissenschaften (abgekürzt: Bakk. techn.).

Masterstudium Kulturtechnik und Wasserwirtschaft

Das Masterstudium umfasst vier Semester mit 57 Semesterstunden. Die Voraussetzung zur Zulassung zum Masterstudium KTWW ist der Abschluss des Bachelorstudiums KTWW oder eines anderen Bachelorstudiums, bei dem grundlegendes, äquivalentes Wissen der entsprechenden Kernfächer vermittelt wurden. Auch beim Masterstudium ist eine Praxis erforderlich. Diese hat eine Dauer von mindestens vier Wochen (Betätigungsfeld wie beim Bachelorstudium). Außerdem müssen die Studierenden Prüfungen für fremdsprachige Lehrveranstaltungen im Ausmaß von mindestens sechs Semesterstunden ablegen und eine Magisterarbeit verfassen. Die abschließende Magisterprüfung wird mündlich und kommissionell abgehalten. Nach Abschluss des Studiums wird der akademische Grad Diplom-Ingenieurin bzw. Diplom-Ingenieur (abgekürzt: Dipl.-Ing. oder DI) verliehen.

Form der Lehre

Die Form der Lehre hat sich in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten stark verändert. Der früher vorwiegend übliche „Frontalunterricht“ wurde stark reduziert und durch praxis- und diskussionsorientierte Formen ergänzt. Die Studierenden sind nun neben der Entwicklung von Übungsprojekten auch gefordert die Ergebnisse ihrer Projekte vor den Professoren, Assistenten und anderen Studenten zu präsentieren und zu diskutieren. Wesentliche Inhalte werden auch im Rahmen von Praxisübungen wie beispielsweise die Arbeit mit Vermessungsgeräten im Feld erlernt.

Beim Bachelor- und Masterstudium gibt es Vorlesungen (VO), Vorlesungen mit Übungen (VU) und Übungen (UE). Beim Masterstudium kommen noch die Formen Seminar (SE), Vorlesung mit Seminar (VS), Projektpraktikum (PR), Projektlehrveranstaltung (PJ), Vorlesungen mit Exkursion (VX), Vorlesung mit Übung und Exkursion (VUX) hinzu.

Die Absolventen in der Berufspraxis

Absolventen (Diplomingenieure) des bis 2002/2003 angebotenen Diplomstudiengangs für Kulturtechnik und Wasserwirtschaft sind in einem breiten Berufsfeld zu finden. Der klassische und ursprüngliche Tätigkeitsbereich der Kulturtechniker umfasst Maßnahmen zur Strukturverbesserung landwirtschaftlich genutzter Bodenflächen wie beispielsweise die Wasserversorgung, Kanalisationsanlagen oder den landwirtschaftlichen Wegebau. Aufgrund der engen Verwandtschaft des Studiums zum Bauingenieurwesen und wegen des beschränkten Bedarfs an Fachleuten in der „klassischen Kulturtechnik“ ist eine große Anzahl von Kulturtechnikern im Bauwesen tätig.

Kulturtechniker arbeiten in der Öffentlichen Verwaltung, in der Lehre an Universitäten, Höheren Technischen Lehranstalten und Fachhochschulen, im Rahmen der beruflichen Weiterbildung an Institutionen wie dem WIFI und BFI, bei ausführenden Firmen wie zum Beispiel Bauunternehmen, in der produzierenden Industrie, oder in der Planung und Überwachung bei Ziviltechnikern, Technischen Büros oder Planenden Baumeistern (siehe auch Baumeister).

Mit entsprechender Praxis und nach Ablegung der erforderlichen Prüfungen vor den jeweiligen Prüfungskommissionen können Kulturtechnik-Diplomingenieure beispielsweise als Baumeister, Ziviltechniker (als Ingenieuerkonsulenten für Kulturtechnik und Wasserwirtschaft) oder mit einem Technischen Büro für Kulturtechnik und Wasserwirtschaft beruflich selbständig tätig werden.

Da sich die Lehrinhalte des Bachelorstudiums in Verbindung mit einem anschließendem Masterstudium weitgehend mit den Inhalten des früheren Diplomstudiums decken, ist zu erwarten dass Diplomingenieure der Kulturtechnik und Wasserwirtschaft auch weiterhin in den genannten Betätigungsfeldern beschäftigt sein werden. Für Absolventen eines Bachelorstudiums ohne weiterführendes Masterstudium gibt es derzeit in Österreich hinsichtlich der Berufswahl keine Erfahrungen.

Lehrveranstaltungen Bachelorstudium

Auszugsweise: Mathematik, Statistik, Chemie, Physik, Geologie, Bodenkunde, Botanik, Meteorologie, CAD, Mechanik, Baustatik, Hydraulik, Hydrologie, Bodenphysik, Gewässerkunde, Vermessung, Rechtsgrundlagen, Betriebswirtschaftslehre, Volkswirtschaftslehre, Bauwirtschaft, Projektmanagement, Raumplanung, Verkehrsplanung, Siedlungswasserwirtschaft, Ländliche Neuordnung, Hochbau, Konstruktion, Abfallwirtschaft, Verkehrswegeplanung, Wasserwirtschaftliche Planung, Wasserbau, Flussgebietsmanagement, Gewässerschutz, Hydrobiologie, Gewässerökologie, Bodenmechanik, Geotechnik.

Lehrveranstaltungen Masterstudium

Zum einen werden die Lehrangebote aus dem Bachelorstudium weiter vertieft. Neue Lehrinhalte sind beispielsweise: Hydrodynamik, Ökologie, Unternehmensführung, Umweltrecht, Wasserrecht, Grundwasserwirtschaft, Rohrleitungsbau, Bewässerungswirtschaft, landeskulturelle Wasserwirtschaft, Flussbau, Erd- und Grundbau, Felsbau, Spezialtiefbau, Bauphysik, Eisenbahnwesen, Straßenbau, Öffentlicher Personennahverkehr.

Quellen

  • Universität für Bodenkultur: Studienplan Bachelorstudium Kulturtechnik und Wasserwirtschaft, Wien 2006
  • Universität für Bodenkultur: Studienplan Magisterstudium Kulturtechnik und Wasserwirtschaft, Wien 2006
  • Universität für Bodenkultur: Studienplan für das Doktoratsstudium der Bodenkultur, Wien 2006

Weblinks