Ladislaus Szücs

Ladislaus Szücs (* 5. Januar 1909 in Marosvásárhely, heute Târgu Mureș, Siebenbürgen; † 23. Januar 2000 in Bad Sassendorf) war ein jüdisch-ungarisch-rumänischer Überlebender des Holocaust, Arzt und Zeichner.

Leben

Ladislaus Szücs war Hals-Nasen-Ohren-Arzt in Budapest und Wien und überlebte die Deportation in verschiedene Konzentrationslager. Szücs war in Auschwitz, Mauthausen sowie dessen Außenlagern Melk und Ebensee inhaftiert. Er wurde auch auf einen Todesmarsch getrieben.

Nach der Befreiung des Lagers Ebensee durch die US-Armee am 7. Mai 1945 kehrte er in das mittlerweile kommunistisch-rumänische Siebenbürgen zurück, betätigte sich als Arzt und litt unter den schlechten Lebensbedingungen wie Diktatur, Armut und Unfreiheit. Mehrere Versuche auszuwandern schlugen fehl.

In den 1960er Jahren begann er, seine Erinnerungen an die Verfolgungszeit in später mehrfach ausgestellten Tusche-Zeichnungen festzuhalten: Totenköpfe, Gehenkte, Skelette, Reflexionen zu Folter, Misshandlung, Leiden und Tod.

Als er das Rentenalter erreicht hatte, durfte Ladislaus Szücs schließlich 1974 mit seiner Familie nach Deutschland ausreisen und ließ sich als Arzt in Bad Sassendorf nieder.

Wiederum Jahrzehnte später, bereits im 82. Lebensjahr stehend, fühlte er sich in der Lage, seine Erinnerungen an die Erlebnisse in deutschen Konzentrationslagern auch niederzuschreiben, die 1995 in Frankfurt am Main unter dem Titel Zählappell erschienen.

Mit diesem schonungslosen und tief unter die Haut gehenden Bericht wollte er sich „von der Last der Erinnerung befreien“ und verhindern, die „Geschichte der Unschuldigen und Schuldigen mit ins Grab zu nehmen“.

Werke

  • Ladislaus Szücs, Zählappell. Als Arzt im Konzentrationslager, Frankfurt am Main 1995.
  • Ladislaus Szücs, "Salz der Tränen. Zeichnungen von Ladislaus Szücs. Arzt im Konzentrationslager", Düsseldorf 1999.

Weblinks