Lilienporzellan

Die österreichische Geschirr-Porzellanfabrik ÖSPAG erzeugte von 1959 bis etwa 1990 verschiedene Porzellanserien unter dem Namen Lilien-Porzellan (bzw. Lilienporzellan), das in Österreich sehr beliebt war und in Sammlerkreisen nach wie vor begehrt ist. Der Name ist auf die drei Lilien im Wappen von Wilhelmsburg und auf das nahe gelegene Stift Lilienfeld zurückzuführen.

Formen des Lilienporzellans

Die pastellfarbene, konische geformte Serie Daisy wurde zum ersten Mal im Jahr 1959 präsentiert. Unter der Kollektion Melange wurden verschieden gefärbte Daisy-Einzelteile zu einem bunten Geschirrservice zusammengestellt. Das farbenfrohe Geschirr traf den Geschmack der Nachkriegsbevölkerung und wurde zum Verkaufsschlager. Dabei war die bunte Kollektion Daisy Melange nicht nur eine geschickte Marketing-Idee, sondern auch eine technische Notlösung, da in der Fertigung kein durchgängig einheitlicher Farbton erreicht werden konnte (was bei einem einfärbigen Service problematisch gewesen wäre). Verkaufsfördernd war außerdem eine 20-jährige Nachkauf-Garantie für Daisy.

Die geschwungene, weiße oder einfärbige Form Corinna wurde ab 1953 erzeugt. Da die dünnwandigen Teile relativ oft in Brüche gingen und die Erzeugungskosten zu hoch waren, wurde die Produktion von Corinna nach wenigen Jahren wieder eingestellt.

Die Form Dora wurde etwa fünf Jahre lang in Wilhelmsburg produziert.

Die Form Dolly mit den zylindrischen Kannen wurde nur ein Jahr lang produziert.

Die ebenfalls zylindrische Form Menuett mit senkrecht gezogenen Rillen, die an griechische Säulen erinnern, war wieder ein Erfolg und wurde von 1963 bis 1976 produziert.

Einzelnachweise

  • G. Otruba (Hrsg.): Vom Steingut zum Porzellan in Nieder-Österreich: Eine Firmenfestschrift zum 170jährigen Bestand des Werkes Wilhelmsburg der ÖSPAG. Bergland, Wien 1966.

Weblinks