Ludwig von Tutschek

Ludwig Tutschek, seit 1914 Ritter von Tutschek (* 24. Januar 1864 in München; † 9. November 1937) war ein deutscher Offizier, zuletzt Generalleutnant sowie seit 1917 Befehlshaber des Alpenkorps im Ersten Weltkrieg.

Leben

Tutscheck kam als Sohn des königlich-bayerischen Hofrats und Generalarztes II. Klasse Lorenz Tutschek und dessen Ehefrau Sophie, geb. Schamberger zur Welt. Nach dem Besuch des humanistischen Gymnasiums trat er am 1. Oktober 1881 als Dreijährig-Freiwilliger in das 2. Bayerische Infanterie-Regiment „Kronprinz“ ein, wurde am 18. März 1882 zum Portepéefähnrich ernannt und am 22. Dezember 1883 zum Sekondeleutnant befördert. Am 11. August 1885 wechselte er in das 4. Bayerische Infanterie-Regiment „König Wilhelm von Württemberg“ nach Metz und wurde ab 1. November 1890 als Bataillonsadjutant eingesetzt. Nach der Beförderung zum Premierleutnant am 13. Juni 1892 erfolgte am 19. Februar 1894 seine Versetzung als Adjutant an die Unteroffiziersschule in Fürstenfeldbruck.

Im gleichen Jahr heiratete Tutschek das erste Mal. Am 14. Juli führte er Maria-Emilie, geb. Müller vor den Altar und aus dieser Ehe ging ein Sohn hervor, der als Leutnant am 27. Mai 1916 vor Verdun fallen sollte.

Tutschek übernahm am 16. September als Hauptmann eine Kompanie im 21. Bayerischen Infanterie-Regiment „Großherzog Friedrich Franz IV. von Mecklenburg-Schwerin“ und wurde unter gleichzeitiger Beförderung zum Major am 8. März 1907 zum Bataillonskommandeur ernannt. Am 3. März 1911 erfolgte seine Versetzung als Oberstleutnant in den Regimentsstab.

Mit seiner Beförderung zum Oberst am 20. Mai 1913 wurde er mit der Führung des 15. Bayerischen Infanterie-Regiment „König Friedrich August von Sachsen“ in Neuburg an der Donau betraut.

Dieses Kommando hatte er auch bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs inne und erlebte im Verbund mit dem I. Königlich Bayerischen Armee-Korps bei den Gefechten um Badonviller an der Westfront seine ersten Kampfhandlungen.

Nachdem seine erste Frau verstorben war, vermähle Tutschek sich am 2. August 1914 mit Marie Luise, geb. Kachel ein zweites Mal. Der aus dieser Beziehung stammende Sohn fiel als Oberleutnant in Russland während des Zweiten Weltkriegs.

Am 8. April 1915 wurde Tutschek Generalmajor und am 21. Mai 1915 mit der Führung der neu aufgestellten 1. Bayerischen Jäger-Brigade beauftragt, die zunächst in Tirol und anschließend bis Ende des Jahres in Serbien zum Einsatz kam.

Das Kommando gab er am 7. Februar 1917 wieder ab und übernahm die in Aufstellung begriffene 15. Bayerische Division bis zum 4. September 1917. Tutschek löste am 5. September Konrad Krafft von Dellmensingen von seinem Kommando als Befehlshaber des Deutschen Alpenkorps ab und führte den Verband über das Kriegsende hinaus bis zu dessen Rückführung nach Deutschland Ende November 1918. Am 14. Mai 1919 wurde Tutschek zur Disposition gestellt und am 20. Januar 1920 unter gleichzeitiger Beförderung zum Generalleutnant aus der Armee verabschiedet.

Auszeichnungen

Literatur

  • Rudolf von Kramer und Otto Freiherr von Waldenfels: VIRTUTI PRO PATRIA – Der königlich bayerische Militär-Max-Joseph-Orden Kriegstaten und Ehrenbuch 1914-1918, Selbstverlag des königlich bayerischen Militär-Max-Joseph-Ordens, München 1966, S.426-427