Maigret und sein größter Fall

Filmdaten
Deutscher Titel Maigret und sein größter Fall
Originaltitel Maigret und sein größter Fall
Produktionsland Österreich, Frankreich, Italien
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 1966
Länge Österreich 88, Bundesrepublik Deutschland 85 Minuten
Altersfreigabe FSK ab 16
Stab
Regie Alfred Weidenmann
Drehbuch Herbert Reinecker
Georges Simenon (Vorlage)
Produktion Carmina Films
Musik Erwin Halletz
Kamera Heinz Hölscher
Schnitt Gretl Girinec
Besetzung

Maigret und sein größter Fall ist ein im Jahr 1966 in Österreich und der Schweiz entstandener Spielfilm. Die Titelrolle des Kriminalkommissar Maigret spielt Heinz Rühmann, in Nebenrollen sind die Edgar-Wallace-Stars Eddi Arent und Günther Stoll zu sehen. Der Kriminalfilm beruht frei auf der Vorlage Maigret und der Spion von Georges Simenon.

Inhaltsverzeichnis

Handlung

Beim Diebstahl eines Gemäldes von Vincent van Gogh kommt ein Wachmann des Museums zu Tode. Als Kommissar Maigret die Ermittlung übernimmt, wird ein Kunstsammler namens Holoway vorstellig, dem das Gemälde angeblich angeboten wurde. Nun fürchtet er um sein Leben und bittet um Polizeischutz, den Maigret gerne gewährt, um den Kunstsammler, dem er misstraut, gleichzeitig unauffällig zu beschatten.

Maigret folgt Holoway nach Lausanne, wo der Kunstsammler ermordet wird. Zur Verwirrung legt der Kommissar Holoways Leiche unbemerkt in einer Kiste im Park ab. In einer Bar namens Moulin Bleu findet Maigret das gestohlene Gemälde. Und er kommt zwei jungen Burschen auf die Spur, die in Geldnöten stecken, weil sie einer Animierdame imponieren wollen. Am Ende entlarvt Maigret sowohl den Gemäldedieb wie auch den Mörder des Kunstsammlers.

Kritiken

Der Spiegel beschrieb: „Der Trenchcoat ist gebügelt, der Sakko sitzt proper. Maigret […] ist deutsch geworden.“ Regisseur Weidenmann verändere den Realismus der Vorlage „ins Pittoreske und Mondäne. Der große Fall ist eher klein.“[1]

Das Lexikon des Internationalen Films urteilte: „Betuliche Verfilmung eines Romans von Georges Simenon. Freunde des Schauspielers [Heinz Rühmann] werden trotz der mäßigen Spannung annehmbar unterhalten.“[2]

Hintergrund

Die Kinopremiere war in der Bundesrepublik Deutschland am 24. November 1966 und in der DDR am 25. August 1967. Die Fernsehpremieren folgten jeweils fünf Jahre später am 15. April 1971 in der ARD und am 12. August 1972 beim Deutschen Fernsehfunk. Gedreht wurde im Atelier Sievering in Wien sowie in Lausanne, wo der Film über weite Strecken spielt. Zu sehen sind neben der Altstadt auch das Seebad und die Hafenanlage in Ouchy sowie die Zahnradbahn Lausanne-Ouchy.

Für die Rolle des Kommissar Maigret war ursprünglich der britische Schauspieler Rupert Davies vorgesehen. Davies hatte den Kommissar zuvor in einer Fernsehserie mit insgesamt 52 Folgen für die BBC verkörpert. Er sagte seine Mitwirkung jedoch ab, als er erfuhr, dass nicht wie vorgesehen Krimi-Spezialist Jürgen Roland, sondern Alfred Weidenmann die Regie übernehmen sollte. Zudem behagten ihm die Bearbeitungen des Drehbuchs nicht, die die Vorlage Maigret und der Spion von Georges Simenon stark veränderten, so dass am Ende gar kein Spion mehr auftrat. Stattdessen wurde eine komische Rolle für Eddi Arent an der Seite des Kommissars eingebaut. Zwischen der Produktionsfirma und Davies kam es zum Streit über die geschlossenen Verträge. Am Ende präsentierte Carl Spiehs Heinz Rühmann als neuen Maigret.[3]

Rühmanns Verkörperung der Figur Maigret ist umstritten. Simenon selbst befand, „dass er ein ausgezeichneter Schauspieler ist.“[4] Oliver Hahn beschrieb die Besetzung dagegen als einen „Betriebsunfall in der Filmgeschichte“.[5] Laut Spiegel hatte sich der große und korpulente Maigret der Vorlage in ein „Maigretchen“ gewandelt.[1] Für Knut Hickethier war Rühmann in der Rolle erfolglos, weil sich die festgefügten Vorstellungen des Publikums vom Schauspieler Rühmann und der Verkörperung des Kommissar Maigret durch Rupert Davies, die ein Jahr lang auf den Fernsehbildschirmen präsent gewesen war, nicht in Einklang bringen ließen. Gleichzeitig sei es Rühmann nicht gelungen, seine Interpretation gegen Davies’ Vorlage durchzusetzen.[6]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. a b  Narr an der Bar. In: Der Spiegel. Nr. 50, 1966, S. 157 (online).
  2. Maigret und sein größter Fall im Lexikon des Internationalen Films.
  3.  Nur noch Geld. In: Der Spiegel. Nr. 33, 1966, S. 79 (online).
  4. „Heinz Rühmann löst meinen größten Fall“. In Das Neue Blatt vom 10. April 1971.(Nachdruck auf maigret.de).
  5. Oliver Hahn: Film-Krach um Kommissar Maigret. In: Georges-Simenon-Gesellschaft (Hrsg.): Simenon-Jahrbuch 2004. Wehrhahn, Laatzen 2005, ISBN 3-86525-102-1, S. 99.
  6. Knut Hickethier: Die umkämpfte Normalität. Kriminalkommissare aus deutschen Fernsehserien und ihre Darsteller. In: Karl Ermert, Wolfgang Gast (Hrsg): Der neue deutsche Kriminalroman. Beiträge zur Darstellung, Interpretation und Kritik eines populären Genres (Loccumer Kolloquien 5). Evangelische Akademie Loccum, Rehburg-Loccum 1985, S. 196.