Maria Iliescu

Maria Iliescu geb. Adlersberg (* 1. Juni 1927 in Wien) ist eine österreichische Romanistin.

Sie wurde 1927 als einziges Kind von Dr. Sophia und Richard Adlersberg geboren. 1939 zog die Familie nach Bukarest, und Maria Adlersberg kam in ein Nonneninternat. Nach dem Schulabschluss begann sie ein Studium der Klassischen Philologie und heiratete den Kommilitonen Vladimir Iliescu. Nach dem Examen 1950 wurde sie Assistentin von Alexandru Graur, der 1952 beim Übergang zum Staatskommunismus mit einem Lehr- und Publikationsverbot belegt wurde. Iliescu arbeitete in den folgenden Jahren, wie ihr Ehemann, als Volksschullehrerin und arbeitete nebenbei an Werken zur rumänischen Grammatik und Lexikografie. 1954 erhielt sie den Staatspreis 2. Klasse.

Größere Bekanntheit erlangte Iliescu bei dem ab 1958 von Iorgu Iordan geleiteten Projekt zur Sammlung und Edition aller rumänischen Texte vom Vulgärlateinischen bis in die Gegenwart. Iliescu wurde als klassische Philologin mit dem vulgärlateinischen Teil beauftragt. In den 60er Jahren sammelte sie Dialektproben der in Rumänien verstreut lebenden Friauler, die sie 1967 in ihrer Dissertation Graiulire Friulanilor din România erscheinen konnten. Die Promotion war für sie nur schwierig zu erreichen, weil sie katholischer Konfession und kein Mitglied der Partei war. 1972 erschien ihre Dissertation im Westen.

Ihre eigene berufliche Situation und die ihres Mannes veranlasste Iliescu, 1981 mit ihrer Familie einen Ausreiseantrag zu stellen. Trotz aller Verunsicherung und dem Verlust ihres Arbeitsplatzes gelang ihr im September 1983 die Ausreise nach Österreich. Hier erhielt sie 1984 einen Ruf an die Universität Innsbruck als Dozentin für Romanische Philologie. 2001 wurde sie emeritiert.

Sie ist seit 2007 Präsidentin der Société de Linguistique Romane und hat mehrere Ehrendoktortitel. Ihr Schwerpunkt liegt bei der rumänischen Sprache.

Literatur

  • Johannes Kramer, Guntram A. Plangg (Hrsg.): Verbum Romanicum. Festschrift für Maria Iliescu (Romanistik in Geschichte und Gegenwart; 28). Buske Verlag, Hamburg 1993, ISBN 3-87548-025-2.

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