Michael Lentz

Dieser Artikel beschreibt den Schriftsteller und Lautkünstler. Der gleichnamige Filmschaffende wird unter Michael Lentz (Drehbuchautor) beschrieben.
Michael Lentz liest aus "Offene Unruh: 100 Liebesgedichte" auf dem Erlanger Poetenfest 2010.

Michael Lentz (* 15. Mai 1964 in Düren) ist ein deutscher Schriftsteller, Lautpoet, Literaturwissenschaftler und Musiker.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Michael Lentz − Sohn des Dürener Oberstadtdirektors Hubert Lentz − besuchte das Stiftische Gymnasium Düren. Nach dem Abitur studierte er Germanistik, Geschichte und Philosophie in Aachen, München und Siegen und wurde 1999 mit der zweibändigen Dissertation Lautpoesie/-musik nach 1945. Eine kritisch-dokumentarische Bestandsaufnahme promoviert. Bereits am 29. September 1985 erschien mit dem Lyrik- und Prosaband Zur Kenntnisnahme sein Debütwerk anlässlich einer öffentlichen Lesung im Leopold-Hoesch-Museum in Düren. Lentz war Gewinner des Ingeborg-Bachmann-Preises im Jahr 2001 mit seinem Text Muttersterben sowie Träger des Preises der Literaturhäuser 2005. Seit 2004 ist er Präsident der Freien Akademie der Künste zu Leipzig. Im Mai 2006 ist er vom Ministerium für Wissenschaft und Kunst auf den neu errichteten Lehrstuhl für Literarisches Schreiben der Universität Leipzig (Deutsches Literaturinstitut Leipzig) berufen und zum Professor ernannt worden. Lentz war Mitherausgeber der Literaturzeitschrift Neue Rundschau.

Lentz gewann 1998 die Poetry-Slam-Meisterschaft. Einer breiten Öffentlichkeit wurde Lentz vor allem durch seinen Roman Pazifik Exil bekannt, der auf die „Longlist“ zum Deutschen Buchpreis 2007 kam. Michael Lentz hat sich zwischen seinen beiden Auftritten in Klagenfurt erste Sporen bei Slam Poetry- Veranstaltungen verdient.

Michael Lentz lebt in Berlin und Leipzig.

Ehrungen und Auszeichnungen

Veröffentlichungen

Prosa

  • Zur Kenntnisnahme (Lyrik und Prosa), (1985)
  • Oder (Prosa), (1998)
  • Es war einmal … (Erzählung), (2001)
  • Muttersterben (Prosa), (2001) (auch als Hörbuch)
  • Liebeserklärung (Roman), (2003) (auch als Hörbuch)
  • Tell me – Erzähle (Buch mit CD), (2004)
  • Pazifik Exil (Roman), (2007) (auch als Hörbuch)

Lyrik

  • Neue Anagramme (Lyrik), (1998)
  • Ende gut. Sprechakte (Buch mit CD), (2001)
  • Aller Ding (Lyrik), (2003)
  • Offene Unruh. 100 Liebesgedichte (Lyrik), S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2010, ISBN 978-3-10-043926-0.

Hörspiele

  • Absprache – 5 Sprechakte, BR (1995)
  • Muttersterben, BR (2002) (auch als CD)
  • Tell me – Erzähle, ORF (2004)
  • Exit, BR (2005)
  • rot sehen, BR (2006)
  • Pazifik Exil (Autorenleseung), Patmos (2007)
  • Klinik, BR (2008) (auch als CD)
  • Die ganz genaue Erinnerung, BR (2010)
  • Uwe Dick: Sauwaldprosa, 12 Hörspiele (Regie: Michael Lentz), BR (2012) (auch als CD)

Theaterstücke

  • Gotthelm oder Mythos Claus. UA: Schauspiel Frankfurt (2007)
  • Warum wir also hier sind. Kein Traumspiel. UA: Schauspiel Frankfurt (2009)

Musik

  • Sprechakte X/TREME. (2005)
  • fünfleute: Immer Krisensitzung. (2011)

Literaturwissenschaft

Editionen

  • Bob Cobbing: VerbiVisiVoco. Selected Poems 1942-2001 (Buch mit CD), (2003)
  • Franz Mon: Freiflug für Fangfragen. 103 Alphabetgedichte und 26 Versalcollagen (Buch mit CD), (2004)
  • Anthologie: Jahrbuch der Lyrik 2005. Gedichte ausgewählt von Christoph Buchwald und Michael Lentz, (2004)
  • Helga M. Novak: Wo ich jetzt bin. Gedichte ausgewählt von Michael Lentz, (2005)
  • Oskar Pastior: durch – und zurück. Gedichte ausgewählt von Michael Lentz, (2007)
  • Rainer Maria Rilke: Das große Lesebuch. Herausgegeben von Michael Lentz, (2011)
  • Anthologie: In diesem Land: Gedichte aus den Jahren 1990-2010. Herausgegeben von Michael Lentz und Michael Opitz, (2011)

Herausgeberschaft

  • Neue Rundschau: Prosa Leipzig. Gemeinsam mit Hans Jürgen Balmes, Jörg Bong, Alexander Roesler, Oliver Vogel. Heft 1/2010. Fischer, Frankfurt am Main 2010

Einzelnachweise

  1. Aachener Nachrichten vom 13. Februar 2012

Weblinks

 Commons: Michael Lentz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien