Norbert Burger (Politiker)

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Norbert Burger (* 13. April 1929 in Kirchberg am Wechsel, Niederösterreich; † 27. September 1992 ebenda) war ein österreichischer selbständiger Unternehmensberater sowie deutschnationaler und rechtsextremer Politiker.

Leben

Norbert Burger wurde gegen Ende des Zweiten Weltkrieges als Freiwilliger an der Front eingesetzt und war nach eigenen Angaben an Hinrichtungen beteiligt. Er studierte später in Wien und Innsbruck, war Mitglied sowie Alter Herr der schlagenden deutschnationalen Burschenschaft Olympia. 1953 wurde er Bundesvorsitzender des Ringes Freiheitlicher Studenten (RFS), der Studentenorganisation der FPÖ, war Mitglied des „inneren Kreises“ der Freiheitlichen Akademikerverbände.

Seine an der Universität Innsbruck vorgelegte Dissertation (1956) behandelte „Die italienische Unterwanderung Deutsch-Südtirols. Er war Mitgründer des Befreiungsausschusses Südtirol (BAS) und wurde deswegen 1961 in Klagenfurt verhaftet. Anschließend ging er in die Bundesrepublik Deutschland und leitete von Augsburg und München aus illegale Aktionen in Südtirol.

1963 wurde Burger in München festgenommen und ausgewiesen. Im selben Jahr trat er aus der FPÖ aus. Im Grazer Südtirolprozess im Jahr 1965 wurden Burger und die weiteren Angeklagten wegen der Beteiligung an Attentaten in Südtirol von den Geschworenen freigesprochen. Den von den Berufsrichtern als Fehlurteil ausgesetzten Rechtsspruch bestätigten aber die Geschworenen in einem zweiten Prozess in Linz 1967. Im selben Jahr gründete Burger mit einigen Gesinnungsgenossen die österreichische Nationaldemokratische Partei (NDP), die 1988 wegen nationalsozialistischer Wiederbetätigung nach dem Verbotsgesetz 1947 aufgelöst wurde.

In Italien wurde Burger 1971 wegen terroristischer Aktivitäten in Südtirol in Abwesenheit einmal lebenslänglich und einmal zu 28 Jahren Haftstrafe verurteilt. Den Urteilen lagen Sprengstoffanschläge zugrunde, aufgrund derer u.a. vier Personen - nämlich Carabinieri beim Versuch, das Sprengmaterial zu entschärfen - ums Leben gekommen waren. Ab 1975 war Burger Gemeinderat in seiner Heimatstadt.

1978 trat er dem Förderkreis der Aktion Neue Rechte (ANR) bei. Bei der Bundespräsidentenwahl 1980 trat Burger als Kandidat an und erreichte 140.000 Stimmen (3,2 %). Seine Wahlkundgebungen wurden von Antifaschisten gestört, was zu gewalttätigen Auseinandersetzungen mit seinen Anhängern führte. Sein Leibwächter Alfred Baar wurde 1981 beschuldigt, Unterstützungserklärungen für die Kandidatur Burgers gekauft zu haben, und verurteilt.

Burger war als Berater am Aufbau der 1977 gegründeten Hermann-Niermann-Stiftung beteiligt, die er bis Anfang der 1990er-Jahre mit Hilfe von Mittelsmännern steuerte. Er schrieb regelmäßig Beiträge in rechtsextremen Zeitschriften wie Die Aula und Klartext.

Burger verstarb am 27. September 1992 in seinem Geburtsort. Seiner Beerdigung wohnte auch der heutige FPÖ-Bundesparteiobmann und damalige Freund der Tochter Burgers, Heinz-Christian Strache, bei.

Literatur

  • Helge Dvorak: Biografisches Lexikon der Deutschen Burschenschaft. Band I Politiker, Teilband 1: A-E. Heidelberg 1996, S. 158-159.

Weblinks