Otto Schönherr Edler von Schönleiten

Otto Schönherr Edler von Schönleiten (* 7. Februar 1888, St. Pölten, Niederösterreich; † 1954, Ried im Oberinntal, Tirol) war ein österreichischer Offizier. Er diente bis zum Zusammenbruch Österreich-Ungarns in der k. u. k. Armee, danach im Österreichischen Bundesheer der 1. Republik. Nach dem Anschluss Österreichs an das Großdeutsche Reich gehörte er der Deutschen Wehrmacht an.

Otto Schönherr Edler von Schönleiten war der Sohn des Ende 1917 zum Generalmajor ernannten k. u k. Offiziers Hugo Schönherr. Dieser hatte bei seiner Ernennung, ein Jahr vor dem Ende der Monarchie in Österreich, auch das erbliche Adelsprädikat Edler von Schönleiten erhalten. Nach seiner Ausbildung an der Theresianischen Militärakademie trat Otto Schönherr 1909 als Leutnant ebenfalls in die k. u. k. Armee ein. Zu Beginn des Ersten Weltkriegs wurde er zum Oberleutnant ernannt, 1916 zum Hauptmann. Als solcher trat er ins österreichische Bundesheer ein, wo er es bis zum Obersten brachte. Otto Schönherr heiratete am 20. November 1920 Maria Koller. Er ist der Vater des 1926 geborenen Schauspielers Dietmar Schönherr. Ab 1922 studierte Otto Schönherr in Innsbruck Staatswissenschaft.

Nach der Annexion Österreichs an das Deutsche Reich im Jahr 1938 legte man Schönherr nahe, in die Wehrmacht zu wechseln oder unehrenhaft aus den Streitkräften entlassen zu werden. Schönherr willigte ein, obwohl er sowohl gegen den Anschluss als auch gegen den Nationalsozialismus war.

Otto Schönherr, damals bereits über 50 Jahre alt, zog bald danach mit seiner Familie nach Potsdam, da er am 10. November 1938 zum Regimentsstab des Infanterie-Regiments Nr. 9 („Graf Neun“) versetzt wurde.[1] In Potsdam lernte er Offiziere kennen, die später im Widerstand gegen Hitler agierten, darunter auch Henning von Tresckow, mit dem er befreundet war. Otto Schönherrs Einstellung belegen auch die in seinem Nachlass gefundenen Gedichte.[1]

Im Verlauf des Zweiten Weltkriegs befehligte er im Frankreichfeldzug das Infanterie-Regiment 178 der 76. Infanterie-Division. 1941 nahm er mit seinem Regiment am Balkanfeldzug teil, zum Sommerbeginn 1941 kommandierte er das Regiment beim Angriff auf Südrussland. Mitte Juli 1941 musste er das Kommando abgeben. Nach einem Herzinfarkt wurde er nicht mehr an der vordersten Front eingesetzt. Er wurde zum 1. September 1941 zum Generalmajor befördert, im April 1942 wurde er zum Kommandeur der 230. Infanterie-Division ernannt, die den Küstenschutz im besetzten Norwegen innehatte. Gleichzeitig wurde er Kommandant der Festung Stavanger. Am 10. Oktober 1942 gab er seine Kommandos über die 230. Infanterie-Division und die Festung Stavanger ab.[2]

Im weiteren Kriegsverlauf stieg Otto Schönherr bis zum Generalleutnant auf. Zuletzt war er Kommandeur der in Salzburg stationierten Division Nr. 418. Dieses Kommando behielt er bis zur Kapitulation der Deutschen Wehrmacht im Frühjahr 1945.

Die Familie kehrte nach dem Krieg nach Österreich zurück und siedelte sich in Ried im Oberinntal bei Landeck in Tirol an, von wo Otto Schönherrs Großvater herstammte. 1954 verstarb er hier.

Einzelnachweise

  1. a b Dietmar Schönherr: Sternloser Himmel. Ein autobiographischer Roman. Eichborn, Frankfurt am Main 2006
  2. Karl Liko: Ausgemustert in ein stürmisches Jahrhundert. 100 Jahre Ausmusterungsjahrgang 1909 - 144 Leutnante und ihre Schicksale. ÖMZ Online – Österreichische Militärische Zeitschrift, 5, S. 21–26, 2009, S. 25

Literatur

  • Dietmar Schönherr: Sternloser Himmel. Ein autobiographischer Roman. Eichborn, Frankfurt am Main 2006

Weblinks