Pascal Joseph de Ferro

Pascal Joseph von Ferro, auch Pasqual Joseph de Ferro, (* 5. Juni 1753 in Bonn; † 21. August 1809 in Wien) war ein Arzt, der das moderne Sanitäts- und Rettungsdienstwesen sowie die Kuhpockenimpfung in Österreich eingeführt hat. 1804 wurde er in den Adelsstand erhoben und erhielt den Titel Ritter.

Pascal Joseph wurde 1753 in Bonn als Sohn des Offiziers Johann Lazarus Ferro aus Treviso und der Anna Catharina Komerscheid geboren. Mit 14 Jahren begann er zunächst eine Ausbildung als Wundarzt, damals ein Handwerksberuf, und ging dann zum Militär; von 1771-1775 war er Feldscher eines pfälzischen Kavallerieregiments. De Ferro wollte jedoch Arzt werden und studierte Medizin in Heidelberg, Straßburg und Wien. Er blieb in Wien und war zunächst Assistenzarzt am Parzmayerschen Spital, ehe er 1785 in den sanitären Verwaltungsdienst eintrat mit dem Titel "Sanitätsmagister von Wien". 1793 wurde er zum Sanitätsreferent der niederösterreichischen Landesregierung im Rang eines Regierungsrates ernannt. In dieser Position sorgte er für die Einrichtung eines Rettungswesens und regelte das Bestattungswesen.

1780 begann de Ferro als Mediziner mit Kaltwasserbehandlungen (Hydrotherapie) und Sauerstofftherapie, zudem konstruierte er ein Badefloß als schwimmende Badeanstalt auf der Donau. Er war auch der erste Arzt in Wien, der 1799 die Jennersche Kuhpockenimpfung einführte und in der Folge zum Pionier der Vakzination in Österreich wurde. Nach der Schlacht bei Wagram am 6. Juli 1809 infizierte er sich auf dem Schlachtfeld, wo er Verwundete versorgte, mit Typhus und starb einen Monat später.

Im Jahr 1894 wurde in Wien Währing (18. Bezirk) die Ferrogasse nach ihm benannt.

Schriften

  • Vom Gebrauche der kalten Bäder (1781)
  • Nähere Untersuchung der Pestansteckung (1787)
  • Über die Wirkungen der Lebensluft (1795)

Literatur