Pfarrkirche Kritzendorf

Südansicht der Pfarrkirche Kritzendorf
Innenansicht der Pfarrkirche Kritzendorf

Die römisch-katholische Pfarrkirche Kritzendorf befindet sich in Kritzendorf, einer Ortschaft, die zur niederösterreichischen Stadtgemeinde Klosterneuburg gehört. Sie ist dem Heiligen Vitus geweiht und dem Dekanat Klosterneuburg unterstellt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Der Sakralbau ist ein einschiffiger, spätgotischer Bau mit einem ostseitigen 5/8-Chorschluss und einem vorgestellten westseitigen Turm aus dem 15. Jahrhundert. Anfang der 1890er Jahre wurde der Turm erhöht und mit einem Spitzhelm versehen. 1896 wurde der südseitig gelegene Pfarrhof abgetragen und an die Kirche eine Wochentagskapelle sowie eine Sakristei im neugotischen Stil vom Baumeister Josef Schömer (1857–1942) angebaut. Den Eingang der Sakristei zieren zwei barocke Steinstatuen aus dem 18. Jahrhundert, die den Heiligen Antonius von Padua und den Märtyrer Johannes Nepomuk darstellen.

Der Innenraum ist schlicht, mit einem Volksaltar, einem Hängekruzifix und einer variablen hellen Bestuhlung. Das in den Boden eingelassene kreuzförmige Taufbecken wurde im Zuge der 1994 erfolgten Innenrestauration errichtet. Die Glasmalerei des mittleren Fensters der Apsis stammt aus der Werkstatt des Glas- und Landschaftsmalers Carl Geyling 1856. Sie stellt drei Märtyrer dar: den Heiligen Vitus, der in siedendem Öl gesotten wird, seinen Erzieher und Begleiter Modestus und seine Amme Crescentia, darunter das Stiftswappen und Weinbaugeräte. Die - derzeit nicht betriebsfähige - Orgel stammt aus dem Jahr 1881 und wurde vom Klosterneuburger Orgelbauer Franz Reusch (1817–1887) gebaut.

Geschichte

Die Kirche wurde um 1460 zwischen Ober- und Unterkritzendorf, welche damals zwei getrennte Ortschaften waren, vom Propst des Stiftes Klosterneuburg errichtet. Die Kirchweihe soll erst 1489 erfolgt sein. Im Zuge der Josephinischen Reformen wurde die Filialkirche, die der Pfarre St. Martin Klosterneuburg unterstellt war, 1783 zu einer eigenständige Pfarrkirche erhoben. Sie ist dem Stift Klosterneuburg inkorporiert.

Literatur

  • Bundesdenkmalamt (Hg.): Dehio-Handbuch. Die Kunstdenkmäler Österreichs. Niederösterreich, südlich der Donau, Teil 1. Verlag Berger, Horn/Wien 2003, Seite 1113f, ISBN 3-85028-364-X
  • Wilhelm Hager - Raimund Hofbauer, „Kritzendorf“. In: Klosterneuburg, Geschichte und Kultur, Bd. 2: Die Katastralgemeinden, Klosterneuburg-Wien: Mayer & Comp, 1993. S. 41ff (Kapitel "Kirche und Religion")
  • Franz Xaver Schweickhardt: Darstellung des Erzherzogthums Oesterreich unter der Ens, Band 3, Seite 25; Wien 1831 (die darin enthaltene Annahme einer Vorgängerkirche wurde - ebenso wie die Abfolge der mittelalterlichen Grundherrschaften - inzwischen widerlegt, siehe Hager - Hofbauer, a.a.O.)

Weblinks

 Commons: Pfarrkirche Kritzendorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

48.32766666666716.302138888889Koordinaten: 48° 19′ 40″ N, 16° 18′ 8″ O