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vom 22.12.2018, aktuelle Version,

Pfarrkirche Kritzendorf

Südansicht der Pfarrkirche Kritzendorf
Innenansicht der Pfarrkirche Kritzendorf

Die römisch-katholische Pfarrkirche Kritzendorf befindet sich in Kritzendorf, einer Ortschaft, die zur niederösterreichischen Stadtgemeinde Klosterneuburg gehört. Sie ist dem Heiligen Vitus geweiht und dem Dekanat Klosterneuburg unterstellt.

Beschreibung

Der Sakralbau ist ein einschiffiger, spätgotischer Bau mit einem ostseitigen 5/8-Chorschluss und einem vorgestellten westseitigen Turm aus dem 15. Jahrhundert. Anfang der 1890er Jahre wurde der Turm erhöht und mit einem Spitzhelm versehen. 1896 wurde der südseitig gelegene Pfarrhof abgetragen und an die Kirche eine Wochentagskapelle sowie eine Sakristei im neugotischen Stil vom Baumeister Josef Schömer (1857–1942) angebaut. Den Eingang der Sakristei zieren zwei barocke Steinstatuen aus dem 18. Jahrhundert, die den Heiligen Antonius von Padua und den Märtyrer Johannes Nepomuk darstellen.

Der Innenraum ist schlicht, mit einem Volksaltar, einem Hängekruzifix und einer variablen hellen Bestuhlung. Das in den Boden eingelassene kreuzförmige Taufbecken wurde im Zuge der 1994 erfolgten Innenrestauration errichtet. Die Glasmalerei des mittleren Fensters der Apsis stammt aus der Werkstatt des Glas- und Landschaftsmalers Carl Geyling 1856. Sie stellt drei Märtyrer dar: den Heiligen Vitus, der in siedendem Öl gesotten wird, seinen Erzieher und Begleiter Modestus und seine Amme Crescentia, darunter das Stiftswappen und Weinbaugeräte. Die Orgel stammt aus dem Jahr 1881, wurde vom Klosterneuburger Orgelbauer Franz Reusch (1817–1887) gebaut und 2014 restauriert [1].

Geschichte

Die Kirche wurde ab 1460 zwischen Ober- und Unterkritzendorf errichtet, welche damals zwei getrennte Ortschaften waren. Am 17. Mai 1489 wurde sie vom Passauer Weihbischof geweiht. Da die dominante Grundherrschaft der Herren von Wallsee und damit deren Untertanen protestantisch geworden waren, wurde die Kritzendorfer Kirchengemeinde über kaiserlichen Befehl 1586 rekatholisiert, der Pfarre St. Martin als Filiale unterstellt und damit dem Stift Klosterneuburg inkorporiert [2].

Als Folge der Josephinischen Reformen wurde sie schließlich zur Pfarrkirche erhoben. Sie ist nach wie vor dem Stift Klosterneuburg zugeordnet, das auch die Priester stellt.

Im Zuge der Renovierungen der 1990er Jahre wurde vom damaligen Pfarrer Dr. Andreas Redtenbacher die lateinische Bezeichnung "St. Vitus" eingeführt. Derzeitiger Pfarrer ist Dipl. Ing. Mag. Reinhard Schandl, ebenfalls Chorherr des Stiftes Klosterneuburg.

Zur Pfarre gehört auch der angrenzende Friedhof.

Literatur

  • Bundesdenkmalamt (Hg.): Dehio-Handbuch. Die Kunstdenkmäler Österreichs. Niederösterreich, südlich der Donau, Teil 1. Verlag Berger, Horn/Wien 2003, Seite 1113f, ISBN 3-85028-364-X.
  • Wilhelm Hager / Raimund Hofbauer, „Kritzendorf“. In: Klosterneuburg, Geschichte und Kultur, Bd. 2: Die Katastralgemeinden, Klosterneuburg-Wien: Mayer & Comp, 1993. S. 41 ff. (Kapitel "Kirche und Religion")
  • Franz Xaver Schweickhardt: Darstellung des Erzherzogthums Oesterreich unter der Ens, Band 3, Seite 25; Wien 1831 (die darin enthaltene Annahme einer Vorgängerkirche wurde – ebenso wie die Abfolge der mittelalterlichen Grundherrschaften – inzwischen von Wilhelm Hager / Raimund Hofbauer, „Kritzendorf“. In: Klosterneuburg, Geschichte und Kultur, Bd. 2: Die Katastralgemeinden, Klosterneuburg-Wien: Mayer & Comp, 1993. S. 41 ff. widerlegt.)
  Commons: Pfarrkirche Kritzendorf  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. "Karl Resperger Orgel": Pfarrbrief St. Vitus 10-12/2014, Seite 2
  2. Raimund Hofbauer: "Wie kam die Kirche ins Dorf?", in: Unser Kritzendorf 2/2008