Pfarrkirche St. Rupert (Gratwein)

Die Pfarrkirche im Juli 2011

Die Pfarrkirche St. Rupert ist die katholische Pfarrkirche von Gratwein in der Steiermark. Sie wurde um das Jahr 1200 errichtet und ist dem heiligen Rupert geweiht.[1]

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

An der Stelle der heutigen Kirche stand ab ca. 860 ein älterer nicht mehr erhaltener Kirchenbau. Die heutige Kirche wurde um das Jahr 1200 im Stil der Spätromanik errichtet. Während der Gotik wurde das Langhaus dreischiffig ausgebaut und mit kleinen, spitzbögigen Fenstern ausgestattet. Um das Jahr 1400 wurde das Presbyterium errichtet. 1466 wurden die Fenster des Langhauses wieder zugemauert und durch die heutigen ersetzt. Auch der Kirchturm wurde zu jener Zeit erhöht und im unteren Bereich verstärkt. Für das Jahr 1487 sind drei Altäre belegt. Der Südeingang sowie der Orgelchor wurden 1511 neu errichtet. Um 1618 befanden sich fünf Altäre in der Kirche deren Zahl bis 1755 wieder auf drei sank. Der Hochaltar wurde um das 1769 errichtet. Der Marienaltar und der Patritiusaltar wurden 1818 errichtet. Aus derselben Zeit stammt wahrscheinlich auch die Holzkanzel.[1]

1743 wurde an der Nordseite des Langhauses eine Kapelle errichten, in die ein Johannes dem Täufer geweihter Altar aus der abgetragenen Stiftskirche von Rein kam. Weiters befand sich rund 40 Jahre lang ein Bild des heiligen Patricius in dieser Kapelle. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Kapelle zu einem Kriegerdenkmal umgebaut. Heute befindet sich das Kriegerdenkmal an der Westseite der Kirche und die Kapelle dient als Taufkapelle.[1]

Seit 1765 hat die Kirche eine Orgel. Die erste - eine Barockorgel - mit acht oder neun Registern wurde 1917 durch eine neugotische Orgel der Firma Mauracher mit 14 Registern und zwei Manualen ersetzt. Diese wurde aufgrund starken Holzwurmbefalles 1963 restauriert.[1]

1904 wurden die alten Glasfenster, zum Teil Fragmente noch älterer Glasfenster aus der Mitte des 15. Jahrhunderts, an das Landesmuseum Joanneum verkauft und vom Erlös die heutigen Glasfenster erworben. Während des Zweiten Weltkrieges wurden drei der damals vier Glocken eingeschmolzen, die 1950 ersetzt wurden. Im Rahmen der Innenrenovierung 1998 wurden ein Volksaltar, ein Glasambo sowie ein Taufbecken errichtet. 2004 wurde die Außenseite renoviert und die Glasfenster restauriert.[1]

Gestaltung

Der Verbindungsgang zum Pfarrhof

Die ältesten Teile der Kirche wurden wie die Grundmauern und der 30 Meter hohe Kirchturm im spätromanischen Stil errichtet. Wahrscheinlich sind auch die Mauern des Langhauses diesem Stil zuzuordnen da sie keine Strebepfeiler aufweisen. Das gotische Langhaus ist dreischiffig und 21 Meter lang sowie 12 Meter breit. Es wird von einem Kreuzrippengewölbe überspannt, das von acht achteckigen Pfeilern gestützt wird. Die gotische Orgelempore befindet sich an der Westseite der Kirche, zwischen dem letzten Pfeilerpaar, und ist durch eine Wendeltreppe erreichbar. Der Volksaltar, der Glasambo sowie das Taufbecken stammen aus dem Jahr 1998 und wurden im Rahmen der Innenrenovierung der Kirche errichtet. An der Westseite der Kirche steht ein 1998 errichtetes Kriegerdenkmal. Ein von zwei Bogen getragener Gang führt in den Pfarrhof. In die Zufahrt zum barocken Arkadenhof wurden römische Reliefs aus dem 2. Jahrhundert eingemauert, die in der Nähe der Kirche gefunden wurden.[1]

Der Kirchturm trägt vier Glocken: die Rupertiglocke, die Marienglocke, die Feuerglocke und die aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg stammende Sterbeglocke.

Die Orgel mit 14 Registern und zwei Manualen stammt aus dem Jahr 1963.

Auf die Nordseite der Taufkapelle wurden 2004 Textauszüge aus dem Psalm 23 in vier verschiedenen Sprachen gemalt.[1]

Die Kirche verfügt über drei Altäre, den Marien-, den Patritius- und den Rupertaltar. Der aus Holz gefertigte barocke Hochaltar stammt aus der Zeit um 1769. Das von Philipp Carl Laubmann gemalte Altarbild zeigt den heiligen Rupert auf einer Wolke kniend und den Kopf nach rechts oben blickend. Zwischen 1873 und 1998 befand sich an der Stelle des Bildes eine Statue des heiligen Rupert, die heute über dem Südeingang steht. Neben dem Altarbild stehen zwei als römische Soldaten dargestellte Statuen des heiligen Florian und des heiligen Donatus. Florian trägt in einer Hand eine Fahne und in der anderen einen Wasserkübel, den er auf ein brennendes Haus schüttet. In der rechten Hand trägt Donatus ein Bündel Feuer und einen Blitz. Er steht auf einer Getreidegarbe und einer Märtyrerpalme. Der Hochaltar ist mit Wolken versehen und zeigt eine Darstellung eines von Engeln umgebenen Gottvaters.[1]

Der Marienalter in der linken Seite der Kirche stammt aus dem Jahr 1818 mit einem 1854 von Josef Wonsiedler gemalten Altarbild zeigt die Verkündigung des Herrn durch den Engel Gabriel an Maria. Der Patritiusaltar an der rechten Kirchenseite von 1818 zeigt den heiligen Patricius auf einer Wolke und von Engeln umgeben. Unter ihm, auf der Erde, sind von Krankheiten gezeichnete Menschen dargestellt.[1]

Quellen

Einzelnachweise

  1. a b c d e f g h i Dr. Anneliese Kümmel: Geschichte der Pfarrkirche Gratwein. www.pfarre-gratwein-strassengel.at, abgerufen am 5. Oktober 2012 (deutsch).

Weblinks

 Commons: Pfarrkirche St. Rupert (Gratwein) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

47.13083815.319058Koordinaten: 47° 7′ 51″ N, 15° 19′ 9″ O