Pfarrkirche hl. Michael und hl. Georg

Pfarrkirche hl. Georg und hl. Michael

Die Pfarrkirche hl. Michael und hl. Georg steht am westlichen Ortsrand der Marktgemeinde Moosburg im Bundesland Kärnten in Österreich.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

„Letztes Abendmahl“. Deckenfresko in der Moosburger Pfarrkirche
Grabdenkmal für Ulrich II. von Ernau in der Moosburger Pfarrkirche
„Römerstein“: Portraitbüste eines Ehepaares

Urkundlich erwähnt wurde die römisch-katholische Michaelskirche im Jahre 1368. Während der Türkeneinfälle im Jahre 1479 erlitt das Gotteshaus schwere Beschädigungen.

Die Kirche wurde als dreischiffiger gotischer Bau errichtet. Im dritten Viertel des 18. Jahrhunderts im Stil des Barock umgebaut, wurde die Anlage bei der Restaurierung „umgedreht“, so dass das neue Presbyterium gegen Westen gerichtet ist und sich im alten Chor nun der Eingang befindet.

1769 verlieh Papst Clemens XIV. der Moosburger Kirche einen Ablass, wahrscheinlich als Unterstützung für bauliche Veränderungen.

1872 und 1908 zerstörten Brände Dachstuhl und Turmhelm.

Architektur

Die Kirche ist ein großer, rechteckiger Bau. Straßenseitig steht er über einer Füllmauer mit Blendarkaden, eine breite Freitreppe führt zur Fassade. Der Außenbau präsentiert sich mit barocker Ost-Fassade, den ehemaligen Chor verbergend. Eine toskanische Riesensäulenordnung und ein vorspringender Mittelrisalit mit Dreiecksgiebel charakterisieren sie.

Der Eingang besteht aus einem geraden Sturz, darüber befinden sich Fenster; seitlich erkennt man einfache Fenster in zwei Geschossen. Der Ost-Turm als ehemaliger Chor-Turm ist zurückgesetzt über der Fassade, die wahrscheinlich aus dem Jahre 1872 stammt. Ecklisenen und Blendarkaden, Biforenfenster im Glockengeschoss; obenauf setzte man ein polygonales Spitzdach. An den Langhausseiten erblickt man hohe Rechteckfenster. Die halbrunde Westapsis ist stark eingezogen.

Ein durchgehendes Walmdach deckt den Kirchenbau ein.

Historische Grabsteine

In und an der Kirche finden sich historische Grabsteine, u. a. von

  • Josef von Stubenberg († 1556)
  • Katharina von Ernau, geb. Bibriach († 1581)
  • Johanna von Ernau, geb. Stömlin († 1590)
  • Ulrich II. von Ernau († 1607)
  • Wolf Raimund Paradeiser auf Neuhaus und Gradisch († 1662)
  • Georg Andreas Graf von Kranegg († 1665)
  • Regina Elisabeth Gräfin von Chranegg († 1685)

Auch Grabsteine aus römischer Zeit, sogenannte „Römersteine“, zieren die Kirche.

Literatur

  • Österreich: Kunst-Topographie, „I. Band: Herzogthum Kärnten“., S. 239, Wien 1889
  • DEHIO Kärnten - Topographisches Denkmälerinventar. Anton Schroll, Wien 2001, ISBN 3-7031-0712-X, S. 562-564
  • Claudia Fräss-Ehrfeld: Geschichte Kärntens. Band 2. Die ständische Epoche. Johannes Heyn, Klagenfurt 1994, ISBN 3-85366-685-X

46.65944444444414.170833333333Koordinaten: 46° 39′ 34″ N, 14° 10′ 15″ O