Ron Sommer

Ron Sommer (1997)

Ron Sommer (* 29. Juli 1949 in Haifa, Israel, bürgerlich Ron Lebowitsch) ist ein Manager und ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom AG.

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Leben

Ron Sommer wurde 1949 in Haifa, Israel geboren. Seine Mutter war 1943 aus Bessarabien (heute Moldawien) geflüchtet und sein Vater 1935 aus Würzburg nach Palästina emigriert. Aufgewachsen in Wien, studierte Sommer Mathematik an der Universität Wien und promovierte 1971 mit dem Titel Grenzwertsätze über die Entropie zahlentheoretischer Transformationen mit 21 Jahren zum Dr. phil.

Karriere

Nixdorf & Sony

1973 ging Sommer mit 24 Jahren zur Q1 Corp., einem kleinen Computerunternehmen, nach New York, das 1974 von der deutschen Nixdorf Computer AG übernommen wurde. Nach kurzem Zwischenstopp in Deutschland wurde er 1977 für zwei Jahre Chef der Nixdorf-Niederlassung in Paris, später leitete er den Bereich Übersee. 1980 wechselte er zum japanischen Sony-Konzern, wo er zehn Jahre später den Chefsessel in den USA und 1993 den Europa-Vorsitz übernahm.

Deutsche Telekom

Am 16. Mai 1995 wurde Sommer Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom. Anfangs noch erfolgreich, trat er am 16. Juli 2002 von seinem Posten mit der Begründung zurück, das Vertrauensverhältnis zum Aufsichtsrat sei gestört. Die Bundesregierung als Hauptanteilseignerin hatte Sommer nach massiven Kursverlusten in Folge der Börsenkrise ab 2001 sowie der inzwischen hohen Konzernverschuldung zum Rücktritt gedrängt. Nach anfänglichen Spekulationen sollte Sommer eine Abfindung von 65 Millionen Euro erhalten, was allerdings durch die Deutsche Telekom widerrufen wurde. Die Abfindung für Sommer betrug danach lediglich 11,6 Millionen Euro.[1] Im Mai 2008 wurde bekannt, dass während der Amtszeit von Sommer als Vorstandschef der Telekom die systematische Bespitzelung von Mitarbeitern und Journalisten zur Aufdeckung möglicher Informationsquellen innerhalb des Unternehmens begann.[2]

Im März 2011 wurde bekannt, dass sich die Telekom endgültig aus dem von Sommer für 51 Milliarden Dollar gekauften nordamerikanischen Mobilfunkgeschäft zurückzieht. Der Wert des Engagements hatte sich zuletzt um 12 Milliarden Dollar verringert und das Projekt wurde als Milliarden-Fiasko beurteilt.[3]

Aufsichtsratsmandate und Beraterverträge

Sommer ist Mitglied im Aufsichtsrat der Munich Re. Von Mai 2004 bis 31. Dezember 2006 war er im Aufsichtsrat des früheren deutschen Chemieunternehmens Celanese tätig.[4] [5] Seit Juli 2004 ist er Mitglied im Board of Directors des US-Konzerns Motorola. Seit Mai 2003 ist er Vorsitzender im internationalen Beirat (Chairman of the International Advisory Council) des russischen Konzerns Sistema, im Juni 2005 wurde er dort zum unabhängigen Vorstandsmitglied gewählt und seit Mai 2009 ist er dort als Vorstand für das Telekomgeschäft verantwortlich.[6] Sommer ist als Berater eng mit dem Investmentunternehmen The Blackstone Group LP verbunden, das Anteile an Celanese und der Deutschen Telekom hält. Seit September 2006 ist Sommer Mitglied im Board of Directors der indischen Firma Tata Consultancy Services.

Ehrungen und Auszeichnungen

1998 erhielt Sommer stellvertrend für die Deutsche Telekom den Sprachpanscher des Jahres Preis für die Begriffe Sunshine- und Moonshine-Tarif, Short-Distance-Call, City-Call und German-Call.

1999 wurde Sommer mit dem „Cicero-Rednerpreis“ ausgezeichnet und erhielt im gleichen Jahr die Dr. Kurt Neven DuMont Medaille der Westdeutschen Akademie für Kommunikation.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Manager-Magazin: [1], 24. Dezember 2002
  2. Spiegel Online: Ex-Sicherheitschef der Telekom gibt Spitzelaktionen in Ära Sommer zu, 30. Mai 2008
  3. vgl. z.B. Verkauf von T-Mobile USA an AT&T Telekom räumt Ron Sommers Milliarden-Fiasko auf, sueddeutsche.de, 20. März 2011.
  4. Hauptversammlung 2004. Pressemitteilung der Celanese AG (16. Juni 2004). Abgerufen am 25. Mai 2012.
  5. Personelle Veränderungen in Vorstand und Aufsichtsrat der Celanese AG. Pressemitteilung der Celanese AG (13. Dezember 2006). Abgerufen am 25. Mai 2012.
  6. "Ich hatte keine Glaskugel" Capital.de