Schattbergschanze

Dieser Artikel erläutert die Schanze in Kitzbühel, die Schanze in Oberstdorf heißt Schattenbergschanze.
Schattbergschanzen
Schattbergschanze (Österreich)
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Standort
Stadt Kitzbühel
Land OsterreichÖsterreich Österreich
Verein Kitzbüheler S.C.
Baujahr 1907
Umgebaut 2006/07
Schanzenrekord 51,5 m
Daten
Aufsprung
Konstruktionspunkt 45 m

47.43803912.384161Koordinaten: 47° 26′ 16,9″ N, 12° 23′ 3″ O

Die Schattbergschanze in Kitzbühel besteht aus mehreren Skisprungschanzen. Sie liegt südöstlich des Orts, am Schattberg, einem Vorrücken des Hahnenkamm. Zur Anlage gehören vier kleinere Schanzen der Kategorien K 10, K 20, K 35 und K 45.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Schon 1907 wurde mit am Fuß des Kitzbüheler Hausbergs eine Schisprunganlage gebaut. Dort wurden vom Kitzbüheler Ski Club (K.S.C.) auch anlässlich der 1. österreichischen Skimeisterschaften die Wettbewerbe im Schisprung (bzw. Nordische Kombination) durchgeführt, seinerzeit gewann der Freiburger Rudolf Biehler[1] mit einer Weite von etwa 20 m. Mit seinem Bruder Bruno Biehler führte er – wie auch Viktor Sohm (Bregenz) und Karl Gruber (München) – einen legendären Doppelsprung aus. Die Kitzbühelerin Paula von Lamberg, genannt die „schwebende Gräfin“ sprang im Jahr darauf, 1908, „im langen Rock und tadelloser Haltung“ beachtliche 24 m.[2]

Aus dieser Zeit begründet sich der Ruf Kitzbühels als Hochburg des Skisprungs, der sich bis in die 1940er hielt.[3] Mit der Grubschanze wurde 1925 in Kitzbühel eine zweite Anlage errichtet (Weite des Erstsprungs 49 Meter, Ole Reistad)[3], 1929 die Burgstallschanze, auf der dann schon Internationale Skimeisterschaften stattfanden. Diese Schanze wurde aber 1952 von einem Erdrutsch zerstört,[3] und Kitzbühel verlor damit den Anschluss an die internationalen Serien – eine Aufnahme in die seinerzeitige deutsch-österreichische Springertournee war überlegt worden – und im Schisprung insgesamt an Bedeutung.[3]

Nach ersten Versuchen 1966/67 die Grubschanze zu reaktivieren, wurde das Springen am Schattberg 1975 unter Engagement von Erwin Steidl, Immobilien-Unternehmer am Ort, wieder aufgenommen.[4][5]

2006/2007 wurden zwei kleinere Mattenschanzen errichtet (K 10, K 20), auf denen Kinder- und Schülerbewerbe veranstaltet werden konnten und Ganzjahresbetrieb möglich ist.[6] Die Schanzen wurden 2007 von Anton Innauer neu eröffnet.[7]

Im Sommer 2010 sollen die beiden größeren Schanzen umgebaut werden.

Heutiger Sprungbetrieb

Das Sprungzentrum Schattberg ist heute nurmehr von regionaler Bedeutung. Auf den vier Schanzen findet der Tiroler Landescup statt, sonst herrscht örtlicher Trainingsbetrieb des K.S.C. für den östlichen Tiroler Raum, im Besonderen der Altersstufen Kinder und Schüler, die die neuen Mattenschanzen ganzjährig nutzen können.

Aktueller Rekordhalter ist Gregor Schlierenzauer mit 51,5 m.[8]

Weblinks

Schattbergschanze auf Skisprungschanzen.com (deutsch)

Einzelnachweise

  1. ÖSV-Siegertafel
  2. Zitat  International Golfing Fellowship of Rotarians (IGFR) (Hrsg.): 46. Rotary Golf Weltmeisterschaften 5.–11. Juli 2009. Presseaussendung. 2009, Kitzbühel – Österreichs bekanntester Wintersportort schrieb Skigeschichte, S. 38 (pdf, rotary-golf.at).
  3. a b c d Weblink: Sprungschanzenarchiv
  4.  Ehrung für Dr. Gertrud Heß und Dkfm. Erwin Steidl. Mitteilungsblatt der Stadtverwaltung. In: Stadt Kitzbühel. Jahrgang 9, Nr. 4, Kitzbühel April 2005, S. 2 (pdf, riskommunal.net).
  5. Alexander Rußegger: Ein Mann hinter den Kulissen. In: Kitzbüheler Anzeiger. 25. Februar 2005, abgerufen am 12. April 2010.
  6.  Schattbergschanze wird sommertauglich. Mitteilungsblatt der Stadtverwaltung. In: Stadt Kitzbühel. Jahrgang 10, Nr. 7, Kitzbühel Juli 2006, S. 5 (pdf, uibk.ac.at).
  7. 2007/Einweihung Schattbergschanze 2007. Video (flash), kitz.net
  8.  K.S.C. (Hrsg.): Presseinformation. Kitzbühel 5. November 2009, TSV-Cup Skispringen & Nordische Kombination, S. 1 (pdf, Bergbahnen Kitzbühel).