Schesatobel

Der Murbruch Schesatobel

Das Schesatobel bei Bürserberg ist einer der größten Murbrüche Europas in den Ostalpen.

Geschichte

Die Schesa entspringt im Bereich einer Anlagerung und Ablagerung des eiszeitlichen Illgletschers.

Seit dem Mittelalter wurde das Einzugsgebiet dieses kleinen und ruhigen Baches für Alm- und Forstwirtschaft genutzt. Im Jahre 1796 wurden aber etwa 15 ha Wald zur Ausweitung der Weideflächen abgeholzt. Ab 1804 kam es dann an den Hängen über etwa 100 Jahre verteilt immer wieder zu großen Murenabgängen.

Zirka 40 Millionen m³ Moränenmaterial wurde in der Talsohle des Illtals zu einem großen Schuttkegel (80 ha) abgelagert bzw. über die Ill weitergetragen.

Durch umfangreiche Wildbachverbauungen seit 1899 ließen sich die Gefahren eindämmen, Hänge wurden begrünt und in Bürs errichteten 1916 etwa 200 russische Kriegsgefangene einen etwa 1.300 Meter langen Damm, vulgo Russendamm genannt. [1] Inzwischen wurde der Murkegel mit ca. 250 Wohnhäusern verbaut, bis nahe zum Schesatobel hin.[2]

Der Abriss ist heute noch weithin sichtbar. Es kommt im Tobel immer wieder zu Teilbewegungen, sodass man nach einem Unwetter oder nach dem Winter, nur noch Teilstrecken einer Baustellenzufahrt der Wildbachverbauung antrifft.

Fossilienfunde

Im Juli 1859 fand Christian Ganal im Schesatobel einen Mammutzahn und seither konnten im Bereich Schesatobel noch andere urgeschichtliche Fundstücke sichergestellt werden.[3]

Einzelnachweise

  1. montafon. 1906_2006 Achtung: 5,9MB PDF
  2. Alpen: Naturgefahrenprozesse (Seite 6/7)
  3. Zottige Eiszeitgiganten auf Sommerfrische im Ländle