Schloss Mattighofen

p3

Schloss Mattighofen
Schloss Mattighofen heute

Schloss Mattighofen heute

Entstehungszeit: 860 (erste urk. Erwähnung), heutiger Schlossbau von 1799
Burgentyp: Niederungsburg
Erhaltungszustand: renoviert, museal genutzt
Ort: Gemeinde Mattighofen
Geographische Lage 48° 6′ 20,2″ N, 13° 9′ 0,1″ O48.10561111111113.150027777778Koordinaten: 48° 6′ 20,2″ N, 13° 9′ 0,1″ O
Schloss Mattighofen (Oberösterreich)
Schloss Mattighofen

Schloss Mattighofen ist eine ehemalige Burg und ein heutiges Schloss in der Stadtgemeinde Mattighofen im oberösterreichischen Bezirk Bezirk Braunau am Inn. Der Bau geht zumindest auf das 8. Jahrhundert zurück. Heute wird das Gebäude für öffentliche Zwecke genutzt.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Das Schloss, das am nördlichen Ende des Stadtplatzes von Mattighofen liegt, wurde erstmals 788 als Matagao urkundlich erwähnt.[1] An seiner Stelle befand sich ein agilolfingischer herzoglicher Wirtschaftshof, der nach der Absetzung der Agilolfinger als bayrische Herzöge von den Karolingern übernommen wurde. König Heinrich II. schenkte 1007 die Burg mit dem gesamten Mattiggau dem Bistum Bamberg. Der Bau diente den Pflegern als Unterkunft. Im Jahr 1400 kam das Gebiet und mit ihm das Schloss unter die Herrschaft der Kuchler; nach deren Aussterben wurde es wieder Besitz der bayrischen Herzöge. 1438 hatten die Kuchler ein Kolliatstift in Mattighofen gegründet. 1517 erwarb Christoph von Ortenburg das Schloss. Dessen Sohn Joachim ließ es 1551 umgestalten. Von diesem Umbau findet sich heute noch an der rechten Einfahrt ein gemauerter Türstock mit dem Doppelwappen der Ortenburg-Fugger. an der rechten Einfahrt. Ursprünglich diente dieser als Zugang zum inneren Dachboden. Die Inschrift auf dem Türstock lautet:

Joachim Grave zv Ortenburg etc. Vrsvla Gräfin zv Ortenburg geporene goggerin Freiin zv Khirchperg vnd Weissenhorn sein Gemachel MDLI[2]

In einer Nische der Einfahrt befindet sich das Bruchstück eines römischen Grabsteines aus dem 2. Jahrhundert. Es zeigt einen Opferdiener mit einem Weihrauchkästchen und einen trauernden Genius.[3]

Zwei Jahre nach dem Tod Joachims veräußerten die Grafen von Ortenburg die Herrschaft Mattighofen im Jahre 1602 für 102.000 Gulden an die bayerischen Herzöge.[4] Das Schloss und die Herrschaft waren von da an bis zum Frieden von Teschen, der das Innviertel zu Österreich brachte, mit kurzen Unterbrechungen in wittelsbachischer Hand. Die bayerischen Herzöge ließen das Schloss und die Herrschaft von Pflegern verwalten, welchen ihren Sitz auf dem Schloss innehatten.

Panoramabild zum Markt Mattighofen nach einem Kupferstich von Michael Wening von 1721

Nach der Flucht des Kurfürsten Max Emanuel fielen Schloss und Herrschaft Mattighofen 1710 dem kaiserlichen Rat Gundacker von Starhemberg zu. 1794 wurden das Schloss und die dazugehörigen Gründe an den Brauer Jakob Haidenthaler verkauft, der es zu einem Bierbräuhaus umgestaltete. 1796 wurde das Schloss zurückgekauft. 1799 baute man das Gebäude im italienischen Stil um, sein burgenartigen Charakter ging dabei verloren und das Gebäude erhielt weitgehend sein heutiges Aussehen. Die auf dem Stich von Michael Wening erkennbaren Ecktürme sind dabei abgetragen worden, die Gräben wurden zugeschüttet und die bis damals erhaltene Zugbrücke wurde entfernt. Mit dem Kauf des Kobernaußerwaldes 1868 kam auch das Schloss Mattighofen in den Besitz des Familienfonds der Habsburger, die es zu einem kaiserlichen Jagdschloss umbauen ließen. Das bis dahin im Schloss untergebrachte k. k. Steueramt wurde in ein Haus am Stadtplatz (heute Stadtplatz Nr. 13) umgesiedelt. Im Schloss war neben den Zimmern für die Besitzer noch die Forstverwaltung untergebracht.[2]

Im 20. Jahrhundert wechselten die Besitzer häufig, was mit dem Besitz des Kobernaußerwaldes zusammenhing. Von 1918 bis 1938 war der Kriegsgeschädigtenfonds Besitzer des Schlosses, während der Zeit des Nationalsozialismus gehörte es den Deutschen Reichsforsten und nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs der amerikanischen Besatzungsmacht. Ab 1947 waren die Österreichischen Bundesforste die Besitzer des Schlosses.

Schloss Mattighofen heute

2007 kaufte die Stadt Mattighofen das Gebäude. 2012 wurde es einer der drei Schauplätze der bayerisch-oberösterreichischen Landesausstellung „Verbündet – verfeindet – verschwägert“ , die auch weitere Schauplätze in Burg Burghausen in Bayern und Kloster Ranshofen in Braunau hat. Für die Zeit danach plant die Stadtverwaltung im Schloss das Stadtamt unterzubringen. Ebenso soll ein Veranstaltungssaal errichtet werden.[2]

Bilder

Literatur

  •  Norbert Grabherr: Burgen und Schlösser in Oberösterreich. Ein Leitfaden für Burgenwanderer und Heimatfreunde. 3. Auflage. Oberösterreichischer Landesverlag, Linz 1976, ISBN 3-85214-157-5.
  •  Oskar Hille: Burgen und Schlösser in Oberösterreich einst und jetzt. Verlag Ferdinand Berger & Söhne, Horn 1975, ISBN 3-85028-023-3.

Einzelnachweise

  1. Burgen-Austria:Mattighofen
  2. a b c Schloss Mattighofen
  3. Bezirksbuch Braunau am Inn, Moserbauer, Mattighofen 1992, S. 250
  4. Friedrich Hausmann: Archiv der Grafen zu Ortenburg - Urkunden der Familie und der Grafschaft Ortenburg, Band 1: 1142-1400. Neustadt an der Aisch 1984, S. XVI

Weblinks

 Commons: Schloss Mattighofen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

48.10561111111113.150027777778Koordinaten: 48° 6′ 20″ N, 13° 9′ 0″ O