Schloss Prielau

Schloss Prielau

Schloss Prielau ist ein ehemaliges fürstbischöfliches Jagdschloss in Zell am See, das heute als Hotel genutzt wird.

Geschichte

Die erste urkundliche Erwähnung von Schloss Prielau stammt aus dem Jahr 1425. 1560 wurde es umgebaut und erhielt seine heute noch erhaltene Gestalt. Das Anwesen ging 1598 in den Besitz von Dietrich Kuen-Belasy Freiherr von Chiemsee über und blieb bis 1811 fürstbischöflicher Besitz. Der letzte Fürstbischof, der das Schloss nutzte, war Sigmund Christoph von Zeil und Trauchburg. Sein Wappen ist noch am Schlossportal zu sehen.

Nachdem Bayern das Bistum Chiemsee aufgegeben hatte, wurde das Schloss an den Mesner Franz Neumayer verkauft. 1936 kaufte Gerty von Hofmannsthal, die Witwe Hugo von Hofmannsthals, das Anwesen und begann das Schloss zu restaurieren. Sie lebte dort mit ihrem Sohn Raimund und dessen Ehefrau Elisabeth. Um der Enteignung durch die Nationalsozialisten zu entgehen, wollte sie das Schloss bald nach dem Kauf an ihre Tochter Christiane und deren Mann, die nicht als Volljuden galten, verschenken. Christiane hätte das Anwesen dann an Gustav Kapsreiter, der mit der Familie befreundet war, verkaufen können, doch wurde die Schenkung, die zunächst genehmigt worden war, schließlich doch nicht zugelassen und die Familie wurde enteignet. Kapsreiters Versuchen, das Anwesen zu erwerben, war kein Erfolg beschieden. Der Bildhauer Josef Thorak konnte den Besitz an sich bringen und die Familie von Hofmannsthals erhielt ihren Besitz erst nach dem Ende des Dritten Reiches zurück.[1]

1987 kaufte die Familie Porsche das Anwesen und gestaltete das Schloss zu einem Hotel mit nur wenigen Gästezimmern und -suiten um. Es verfügt unter anderem über einen Park, eine Rotwildzucht, einen Privatstrand am Nordufer des Sees, einen Golfplatz, eine Helikopterlandemöglichkeit und eine Wellnessabteilung mit Sauna, Dampfbad und Massageangeboten.[2] Auf dem Gelände befindet sich eine barocke Kapelle, in der jährlich 30 bis 40 Ehen geschlossen werden.[3] Seit 2004 wird das Hotel von Anette und Andreas Mayer geführt. Andreas Mayer wurde bei Eckart Witzigmann ausgebildet und erhielt bereits zahlreiche Auszeichnungen.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Albert Lichtblau, 'Arisierungen', beschlagnahmte Vermögen, Rückstellungen und Entschädigungen in Salzburg, Oldenbourg 2004, ISBN 978-3486567809, S. 116
  2. http://www.schlosshotels.co.at/de/hotels/oesterreich/salzburg/schloss-prielau/
  3. http://www.zellamsee-kaprun.com/winter/aktuelles/heiraten_im_schnee/schloss_prielau/

47.34259712.805671Koordinaten: 47° 20′ 33″ N, 12° 48′ 20″ O