Westphalen (Adelsgeschlecht)

Wappen derer von Westphalen

Westphalen ist der Name eines alten ostwestfälischen Adelsgeschlechts. Die Herren von Westphalen erschienen erstmals in der Mitte des 13. Jahrhunderts und gehörten zum Uradel in den ursprünglich engerschen Landschaften. Zweige der Familie bestehen bis heute.

Keine Verwandtschaft besteht zu der 1764 nobilitierten, 1906 im Mannesstamm erloschenen Familie von Westphalen, zu der Philipp von Westphalen (Großvater), Ludwig von Westphalen (Vater) sowie Jenny Marx (geb. von Westphalen) und Ferdinand von Westphalen (dessen Kinder) gehörten, sowie zu dem 1738 nobilitierten und kinderlos verstorbenen Ernst Joachim (von) Westphal(en).

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Ruine der Burg Lippspringe neben der Lippequelle
Schloss Laer bei Meschede

Als erster sicherer Angehöriger der Familie wird in den Jahren 1249 bis 1265 der Ritter Johannes de Westvael in Urkunden genannt.[1] Er gehörte zur Gefolgschaft der Edelherren von Schalksberg bei Minden bzw. des Bischofs von Minden.

Als seine Söhne werden in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts Arnold, Heinrich, Ludolf und Lutbert urkundlich erwähnt. Anfang bis Mitte des 14. Jahrhunderts wurden sie Burgmannen und Vasallen der Grafen von Ravensberg, der Edelherren von der Lippe und der Fürstbischöfe von Paderborn und besaßen ausgedehnten Landbesitz. Hauptsitze wurden um 1350 Lippspringe, ab 1370 Heidelbeck (gehört heute zum Ortsteil Laßbruch) an der Lippe, 1405 Herbram und 1455 Fürstenberg bei Büren. Hinzu kamen später weitere Güter unter anderem Laer (heute ein Ortsteil von Meschede) im Sauerland 1602 und Kulm in Böhmen 1804. Auf Grund ihrer Besitzungen gehörten sie zur Ritterschaft des Fürstbistums Paderborn und des Herzogtums Westfalen. Noch sind die von Westphalen größte private Grundbesitzer im Paderborner Land.[2]

In der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts begründeten die Brüder Johann und Wilhelm von Westphalen, Söhne von Lubbert dem Reichen, mehrere Linien. Von Johann stammen die Wünnenberger Linie mit den Zweigen zu Iggenhausen, Remblinghausen und Scheidingen, die im 17. Jahrhundert erloschen, die erste Fürstenberger Linie, ausgestorben 1773, und die Heidelbecker Linie, erloschen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, ab. Wilhelm gründete die noch heute bestehende zweite Fürstenberger Linie bzw. Hauptlinie Fürstenberg-Laer und die 1747 erloschene Linie Herbram.

Die Westphalen waren Erbschenken im Fürstentum Hildesheim, Erb-Oberjägermeister im Fürstentum Osnabrück und Erbküchenmeister im Fürstentum Paderborn.

Aus der Linie Fürstenberg-Laer wurde Friedrich Wilhelm von Westphalen (* 1727; † 1789) im Jahre 1763 Fürstbischof von Hildesheim und Koadjutor seines Onkels, des Paderborner Fürstbischofs Wilhelm Anton von der Asseburg. 1782 übernahm er selbst das Amt des Fürstbischofs von Paderborn. Sein Neffe Clemens August von Westphalen erlangte 1792 die Reichsgrafenwürde. 1854 erlangte die Familie den erblichen Sitz im preußischen Herrenhaus und 1911 den ebenfalls erblichen Sitz im österreichischen Herrenhaus.

Wappen

Das Stammwappen zeigt in Silber einen roten Querbalken, überhöht von einem fünflätzigen schwarzen Turnierkragen. Auf dem Helm ein roter Hut, dessen silberne Krempe mit zwei silbernen Federn besteckt ist, die mit dem Turnierkragen belegt sind. Die Helmdecken sind rot-silbern.

Namensträger

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Urkundenbuch des Bistums Minden, Heft 2, Nr. 518
  2. Hohmann 1975