Wilhelm von Tümpling

General von Tümpling

Wilhelm Ludwig Karl Kurt Friedrich von Tümpling (* 30. Dezember 1809 in Pasewalk; † 13. Februar 1884 in Talstein bei Jena) war ein preußischer General der Kavallerie.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Wilhelm von Tümpling stammte aus der Militärfamilie der von Tümpling, bereits sein Vater Adam von Tümpling war Offizier[1] und brachte es später zum General. Wilhelm entschied sich anfangs für eine zivile Karriere, studierte nach dem Abitur in Heidelberg Jura und wurde dort 1829 Mitglied des Corps Saxo-Borussia.[2] Am 25. Juli 1830 trat er aber denn doch als Offiziersanwärter ins Gardekorps ein. Er erhielt seine Ernennung zum Sekondeleutnant am 18. Juli 1831. Durch seine wissenschaftliche Vorbildung machte er schnell Karriere, so dass sich sein später Eintritt in den Militärdienst nicht nachteilig auswirkte. Im Herbst 1833 ging er zu allgemeinen Kriegsschule und 1837 zum Topografischen Büro. Bereits 1839 gehörte er, zunächst als aggregierter Offizier, ab 1841 regulär zum Generalstab. 1840 war er zum Premierleutnant ernannt worden. Am 12. April 1842 wurde er zum Hauptmann befördert mit gleichzeitiger Abordnung in den Generalstab des VIII. Armee-Korps in Koblenz. Von dort erfolgte 1848, inzwischen zum Major ernannt, die Versetzung zum großen Generalstab nach Berlin. Hier nahm er 1849 am Feldzug in Baden teil.

Ab Ende 1850 war er wieder im Truppendienst, zunächst im 4. Dragonerregiment als Stabsoffizier, 1853 dann mit eigenem Kommando beim 5. Kürassierregiment. Ein Jahr später übernahm er das Kommando über das 1. Garde-Ulanenregiment in Potsdam. Ende 1857 erfolgte seine Ernennung zum Oberst und Befehlshaber der 11. Kavalleriebrigade in Breslau. Hier blieb er, bis er schließlich 1863 als Generalleutnant die in Frankfurt an der Oder stationierte 5. Division übernahm.

Kriegseinsätze 1864 und 1866

Im Deutsch-Dänischen Krieg 1864 kamen zwar Teile seiner Division zum Kampfeinsatz, so etwa bei den Düppeler Schanzen und bei der Besetzung von Fehmarn, er selbst war aber nicht beteiligt, sondern blieb während der Kämpfe in Kiel. Im Deutschen Krieg 1866 war sein erster Einsatz in der Schlacht bei Gitschin. Hierbei sollte er als Teil einer Zangenbewegung[3] den Ort erobern. Als er dabei einen Infanterieangriff persönlich anführte, wurde er verwundet und musste den Rest des Feldzuges im Lazarett verbringen. Da der Angriff auf Gitschin jedoch erfolgreich gewesen war, wurde ihm der Orden Pour le Mérite verliehen. Nach dem Krieg war er für wenige Wochen Generalgouverneur des Königreichs Sachsen. Ab dem 30. Oktober 1866 führte von Tümpling das VI. Korps.

Einsatz im Krieg 1870–1871

Bei Kriegsbeginn blieb das VI. Korps erst in Schlesien stehen, um bei einem eventuellen Kriegseintritt Österreichs vor Ort zu sein. Nachdem klar war, dass sich Österreich nicht am Krieg auf der Seite Frankreichs beteiligen würde, verlegte das Korps Anfang August nach Frankreich. Bis es gelang, zum Rest der 3. Armee aufzuschließen, war Metz bereits eingeschlossen worden. Als die 3. Armee sich nach Norden in Richtung der Armee von Napoléon III. bewegte, blieb von Tümpling als Flankensicherung zurück.[4] Er war somit an der Schlacht bei Sedan nicht beteiligt. Seine Aufgabe war es, zurückweichende französische Verbände abzufangen, damit diese nicht nach Paris gelangen konnten. Dem französischen XIII. Korps gelang es jedoch, dieser Falle zu entgehen und Paris zu erreichen.[5] Während der Belagerung von Paris hatte von Tümpling den südwestlichen Abschnitt zu halten. In diesem Bereich konnte er im Gefecht bei Chevilly einen französischen Ausfall zurückschlagen.

Nach 1871

Nach dem Krieg ging von Tümpling wieder mit seinem Korps nach Breslau zurück. Vorher war er selbst noch Teil der Ehrenformation bei der Siegesparade in Berlin.[6] Weiter erhielt er 1875 den Schwarzen Adlerorden und wurde zum Chef des 3. Schlesisches Dragoner-Regiment Nr. 15 ernannt. 1883 musste von Tümpling auf Grund seiner schlechten Gesundheit den Abschied einreichen.

Ehrung

  • Der Jenaer Bildhauer Otto Späte schuf eine Büste des Generals von Tümpling, die im Landesmuseum Weimar aufgestellt wurde.

Literatur

Einzelnachweise und Anmerkungen

  1. Leutnant bei der Geburt von Wilhelm
  2. Kösener Korpslisten 1910, 120, 91
  3. Den anderen Teil der Zange bildete General August von Werder
  4. Die 3. Armee befand sich bereits auf dem Weg nach Paris, als eine Schwenkung nach Norden in Richtung der französischen Armee erfolgt. Diese Bewegung führte zur Schlacht bei Sedan.
  5. Das XIII. Korps bildet in den nächsten Monaten den Kern der Besatzungstruppen von Paris.
  6. Amtspresse Preussen vom 14. Juni 1871