Wolfgang Suppan

Wolfgang Suppan (* 5. August 1933 in Irdning, Steiermark) ist ein österreichischer Musikwissenschaftler.

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Werdegang

Suppan studierte Musik am Steiermärkischen Landeskonservatorium sowie Musikwissenschaft (Hellmut Federhofer), Volkskunde (Viktor von Geramb, Hanns Koren) und Philosophie (Amadeo Silva-Tarouca) an der Universität Graz. 1959 wurde er zum Dr. phil. promoviert. 1961 ging er als Stipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft nach Freiburg i. Br., zunächst an das Institut für ostdeutsche Volkskunde, seit 1963 als musikwissenschaftlicher Referent an das Deutsche Volksliedarchiv. 1971 habilitierte er sich für das Gesamtfach Musikwissenschaft an der Universität Mainz. 1974 folgte er dem Ruf als Ordinarius an das Institut für Musikethnologie der Kunstuniversität Graz. Lehrstuhlvertretungen führten ihn 1991/92 an die Univ. nach Göttingen, 1992/93 nach Innsbruck und 1991/92 und 1996/97 nach Salzburg, Lehraufträge und Gastprofessuren u. a. an das Institut für Musikpädagogik der Universität Frankfurt, an die Universität Aarhus/Dänemark, an die Columbia Universität/New York, an die University of Texas/Austin, an die Bar Ilan-Universität/Israel; 2001 wurde er emeritiert.

Gremien

Suppan hat eine Reihe internationaler Gesellschaften mitgegründet und geleitet: 1955 die Johann-Joseph-Fux - Gesellschaft (1995 bis 2001 Präsident), 1967 die Studiengruppe zur Erforschung historischer Volksmusikquellen im ICTM (bis 1988 Co-Vorsitzender), 1965 die Internationale Gesellschaft für Jazzforschung (seither Beirat), 1974 die Internationale Gesellschaft zur Erforschung und Förderung der Blasmusik (bis 2000 Präsident), 1981 die World Association for Symphonic Bands and Ensembles (1995 bis 1997 Präsident). Er gehörte 1973 bis 1978 dem Präsidium des Deutschen Musikrates, 1975 bis 1981 der Forschungskommission der ISME an. Zu seinen Hauptarbeitsgebieten zählen die Anthropologie der Musik, die Europäische Musikethnologie, die Blasmusikforschung sowie die Musikgeschichte Österreichs.

Schriften (Auswahl)

Bücher

  • Steirisches Musiklexikon. Graz 1962 - 1966.
  • Volkslied. Seine Sammlung und Erforschung. Stg. 1966
  • Otto Siegl. Eine Studie. Wien 1966.
  • Deutsches Liedleben zwischen Renaissance und Barock. Habil.-Schrift Mainz 1971, gedr. Tutzing 1973.
  • Das neue Lexikon Blasmusikwesens. Schulz, Freiburg 1973.
  • Jenö Takács. Dokumente, Analysen, Kommentare. Eisenstadt 1977.
  • Der musizierende Mensch. Eine Anthropologie der Musik. Schott, Mainz 1983, ISBN 3-7957-1709-4.
  • Blasmusik in Baden. Musikverlag Schulz, Freiburg 1983, ISBN 3-923058-02-0.
  • Musica humana. Die anthropologische und kulturethologische Dimension der Musikwissenschaft. Wien u. a. 1986, ISBN 3-205-06568-9.
  • Komponieren für Amateure. Tutzing 1987, ISBN 3-7952-0528-X.
  • Texte und Melodien der "Erlauer Spiele". Tutzing 1990 (mit J. Janota).
  • Werk und Wirkung. Musikwiss. als Menschen- und Kulturgüterforschung. 3 Bde., Tutzing 2000.
  • Blasmusikland Steiermark. Gnas/Steiermark 2003, ISBN 3-7059-0176-1.
  • Blasmusikforschung Bibliographie 1966-2003. Schneider, Tutzing 2003.
  • Steirisches Musiklexikon. 2., völlig überarbeitete und erweiterte Auflage. Akademische Druck- und Verlagsanstalt, Graz 2009, ISBN 978-3-201-01888-3.
  • Blasmusik in der Steiermark. Musik klingt und berührt die Herzen. Ein Beitrag zur landeskundlichen Musikforschung, Weishaupt-Verlag, Gnas 2010, ISBN 978-3-7059-0312-8.


Editionen

  • Deutsche Volkslieder mit ihren Melodien. Balladen, Bde. 5 und 6, Fr.i.Br. 1967 und 1976 (mit R. W. Brednich, W. Heiske) . Gottscheer Volkslieder. Gesamtausgabe, 3 Bde., Mainz 1969, 1972 und 1984 (mit R. W. Brednich).
  • Die Ebermannstädter Liederhs., Kulmbach 1972 (mit R. W. Brednich) . Hdb. des Volksliedes, 2 Bde., München 1973 und 1975 (mit R. W. Brednich und L. Röhrich).
  • Alta musica. Eine Publikation der Internationalen Ges. zur Erforschung und Förderung der Blasmusik, 23 Bde., Tutzing 1976 - 2002 (mit E. Brixel).
  • Melodietypen des deutschen Volksgesanges 1, Tutzing 1976 (mit W. Stief).
  • Liszt-Studien 1, Kgr.Ber. Eisenstadt 1975, Graz 1977.
  • Musikethnologische Sammelbde., 19 Bde., Graz/Tutzing 1977 - 2004 .
  • Goethe. Heidenröslein[-Vertonungen], 2 Bände, Tokio 1987 (mit H. Sakanishi).
  • Musica Pannonica, 4 Bde., Oberschützen - Budapest 1991 - 2000 (mit Z. Falvy)

Noten

  • J. J. Fux, Pulcheria, in: J.-J.-Fux-Gesamtausgabe V/2, Kassel u. a. 1967 (mit H. Federhofer).
  • E. von Lannoy, Grand Trio für Klar., Vc. und Kl., L. 1970 .
  • I. Pleyel, 6 Duette für zwei Klar., Wolfenbüttel 1973 .
  • W. A. Mozart, 6 Duos für zwei Klar., KV Anh. 159f., Fr.i.Br. 1982

Literatur

  • Festschrift zum 60. Geburtstag von W. Suppan, hrsg. von Bernhard Habla, Tutzing 1993 (mit Schriftenverzeichnis).
  • Zoltán Falvy, Zum Geleit, in: W. Suppan, Werk und Wirkung, Band 1, Tutzing 2000, 17 – 27
  • ... a deeper understanding of all music. Wolfgang Suppan zum 75. Geburtstag (=Grazer Beiträge zur Ethnomusikologie 23, hg. von Gerd Grupe), Aachen 2010,

Weblinks