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Der elektronische Bücherwurm (wurmus librorum electronicus)#

Büchwürmer kommen hauptsächlich in zwei Arten vor, nämlich als papierfressende und nicht papierfressende, sondern lesende. Das erste Auftreten der fressenden Würmer ist im alten Ägypten im neuen Reich Amenophis IV., des Sohnes der Sonne, nachgewiesen. Diese papierfressenden Protowürmer machten sich dort besonders unbeliebt, weil sie bei astronomischen Gleichungen mit über 500 Unbekannten zwar den Rechengang ignorierten, aber immer die Ergebnisse wegfraßen. Dies bewirkte, dass der Neigungswinkel der Pyramidenschächte, die genau auf einzelne Sterne ausgerichtet sein sollten, nicht exakt ermittelt werden konnte, weshalb auch heute noch die wissenschaftliche Beweisführung über Sinn und Zweck dieser Schächte völlig unmöglich ist.

Infolge einer ebenso erfreulichen wie massiven e-book-offensive des "austria-forums" stirbt aber die papierfressende Species aus. Um die Artenvielfalt im Bereich der terrestrischen Fauna zu erhalten, wurde nun durch das telekinesiologische und teleinformaturische Departement der University of the Third Galaxy ein Wurm geschaffen, der auch elektronische Bücher fressen kann, allerdings noch viele Kinderkrankheiten aufweist. So beträgt sein Nahrungsbedarf immer noch 25 OOO e-book- Seiten pro Tag. Dies bewirkt, dass er bei Erkrankung nicht diätfähig, also nicht überlebensfähig ist.

"Das Problem hängt wie bei der Quadratur des Kreises mit den besonderen Eigenschaften der Zahl Pi zusammen, was uns bisher gehindert hat, einen Algorithmus für einen robusteren Wurm zu entwickeln. Bevor dies gelingen kann, müssen allerdings erst die Historiker klären, ob die Zahl Pi wirklich von den Griechen stammt oder doch von den Indoarabern entwickelt wurde. Sollte dies der Fall sein, benötigen wir unbedingt Rechenmaschinen vom Typ Abakus, um Pi auf zehn Millionen hochrechnen zu können. Abaki sind allerdings schon sehr selten und verfügen noch dazu über keinerlei serielle Schnittstellen" , skizzierte Univ. Prof. Dipl. Ing. MMMag. mult. et DDDr. mult. Herbert Mathematix von der Fachhochschule für dramatoelektronisch- zooologische Innovationstechnologie in Graz die Problematik im Rahmen einer Pressekonferenz.

Sobald auch nur ein Abakus eingetroffen sei, sehe er aufgrund seines ausgezeichneten aus sechs Personen bestehenden hauptamtlichen Mitarbeiterstabes, der noch dazu von vier weiteren bestens ausgewiesenen hochrangigen Wissenschaftlern unterstüzt wird, allerdings keine Schwierigkeiten, die Frage in kürzester Zeit zu lösen:

"Wir werden dann nicht nur über unseren jetzt schon bahnbrechenden elektronischen Protowurm verfügen, sondern über einen "wurmus librorum electronicus" der zweiten Generation , der wesentlich überlebensfähiger und resistenter ist, weil er deutlich weniger elektronischen Kalorienbedarf hat und auch e-books fressen kann, die erst in zehn Jahren erscheinen werden," gab sich Mathematix abschließend enorm zuversichtlich hinsichtlich der Evolutionsmöglichkeiten der von seinem Institut entwickelten elektronischen Species der Bücherwürmer zur Substitution der bisherigen konventionellen Papierfresser.

--Glaubauf Karl, Sonntag, 24. Oktober 2010, 11:41