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Die Glasqualle#

Die Glasqualle ist eine ca. ein Kubizentimeter große (d.h. kleine) Quallenart, die bisher Wissenschaftern einige Rätsel aufgab: wie die gelben Mastigiasquallen auf Palau nesseln sie nicht, aber im Gegensatz zu den Quallen in Palau leben sie auch nicht symbiotisch, sondern wie es scheint unabhängig von anderen Lebewesen.

Ihr Name kommt daher, dass sie den selben Brechungsindex wie Meerwasser haben und glasklar sind, d.h. im Meerwasser völlig unsichtbar sind. Im Süßwasser oder in die Hand genommen sind sie zwar prinzipiell schwach sichtbar, aber überleben ohne Meerwasser nur wenige Sekunden und zerfallen dann in harmlose Kohlenstoff, Wasserstoff und einige Sauerstoffatome.

Obwohl sie nicht nesseln wenn man sie berührt, kann es sein, dass sie ein eigentümliches Brennen auf der Haut eines Menschen auslösen, wenn dieser in die Nähe kommt. Untersuchungen der leicht verletzten Haut ergaben, dass die Haut Symptome einer Verbrennund durch Hitze zeigt. Und dies war es, das den berühmten Meeresbiologen Jeremy Jackson letztlich auf die richtige Spur brachte: Die Glasqualle kann ihre Gestallt verändern, insbesondere in die Form einer konvexen Linse. Damit kann sie einfallendes Sonnenlicht bündeln und damit Verbrennungen hervorrufen. Dies dient der Glasqualle zur Ernährung: sie "verbrennt" kleine Mengen von Algen zu reinem Kohlenstoff, und saugt diesen Kohlenstoff auf, generiert daraus und mit dem Wasserstoff des Wassers neue Substanz! Dabei wird Sauerstoff frei gesetzt (wie bei Stromalithen) und einige Sauerstoffatome werden in das komplexe Gebilde von H, C und O Atomen, das die Glasqualle ausmacht als neue Substanz eingebaut.

Daher sind Glasquallen auch einfach in Aquarien zu halten: man braucht nur Meerwasser und streut ab und zu reine Kohlenasche als Nahrung ein.

Freilich hat sich die Glasqualle als Ausstellungsobjekt in Aquarien nicht bewährt, weil der Durchschnittsbesucher glaubt, ein leeres Aquarium zu sehen, ohnen zu wissen, dass es ein höchst ungewöhnliches Lebewesen enthält.

--Maurer Hermann, Donnerstag, 19. August 2010, 22:03