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Interventionen an der Grazer Alten Universität#

Heimatlexikon - Unser Österreich

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Das eindrucksvolle, 1572 gegründete Jesuitencollegium - heute Priesterseminar genannt - in der Bürgergasse 2 wurde auf Initiative Karls II. 1584 zur ersten Grazer Universität erweitert. 1607 entstand in diesem Zusammenhang der Universitätsbau an der Ecke Freiheitsplatz, Bürgergasse. Aus dieser Zeit gibt es im Erdgeschoss noch sechs Renaissance-Hörsäle. Im Stockwerk darüber liegt die in der Barockzeit erbaute Universitätsbibliothek, ein zweischiffiger Saal, der wohl zum schönsten des spätbarocken Graz gehört.

Derzeit werden die Renaissance-Hörsäle für neue Funktionen adaptiert. Hier werden u.a. Garderoben und Sanitäranlagen untergebracht. Bei allem wird darauf Wert gelegt, dass die Originalsubstanz möglichst unangetastet bleibt. Unterhalb in einem Kellergeschoss werden weitere Funktionsbauten wie eine neue Küche eingerichtet; die dazu notwendigen Grabungen werden von Archäologen begleitet.

Der zweischiffige Bibliothekssaal der Alten Universität (1778/81 anstelle der Aula und des Jesuitentheaters errichtet) hingegen soll künftig Repräsentationszwecken des Landes dienen. Dies ist sehr zu begrüssen, da hierdurch der Saal, den kaum jemand kennt, der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird. Im Zuge der Veränderungen soll der zweischiffige Barocksaal teilbar gemacht werden. Im Hofbereich zwischen Alter Universität und Priesterseminar ist eine neue Metallgitterfassade geplant, hinter der verschiedene Funktionselemente wie ein neuer Lift, ein weiteres Treppenhaus etc. angeordnet werden.

Eine Vision für die Zukunft wäre, die alten Regale um die Stützen und an den Wänden der alten Universitätsbibliothek wieder mit Büchern zu füllen und diesen barocken Saal wieder als Teil der heutigen Universitätsbibliothek für eine Spezialbibliothek (vielleicht ein Teil der theologischen Bibliothek) zu nutzen. Vielleicht liesse sich zumindest ein Teil der aus der Renaissance stammenden sechs originalen Hörsäle so sanieren und adaptieren, dass diese wieder mit einer universitären Funktion gefüllt werden.Vielleicht liesse sich eine Kombination von Universitätsnutzung und Repräsentationsfunktionen für das Land realisieren? Nicht jede Stadt hat eine Renaissance-Universität.

Quelle#


Redaktion: Wiltraud Resch und Hasso Hohmann