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Brunnenmarkt, Wien 16#

Heimatlexikon - Unser Österreich

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Der Brunnenmarkt in Ottakring gilt als längster Straßenmarkt Europas, er zählt 160 Stände. Mit wöchentlich 59.000 Besucherinnen und Besuchern von allen 18 Wiener Märkten hat er die höchste Frequenz, noch vor dem Naschmarkt.

Die Märkte in Ottakring sind relativ jung. Autoren berichten von drei Märkten, die im Abstand von je 30 Jahren entstanden: Der Brunnenmarkt bestand seit dem Biedermeier (nach anderen Quellen seit 1786). In den 1860er Jahren überließ der Notar Johann Nepomuk Berger der Gemeinde zwei Parzellen für die Errichtung eines Marktes auf dem später nach ihm benannten Platz. 1897 wurde auf dem Yppenplatz ein weiterer Markt eingerichtet, der 1899 ein Amtsgebäude erhielt. Bis zur Jahrtausendwende galt der Brunnenmarkt als multikulturelles Viertel mit fast orientalischem Flair. Die Marktstände wurden jeweils in der Früh auf- und am Abend wieder abgebaut. Allerdings war der Markt und seine Umgebung stark abgenutzt.

So entschied sich die Gemeinde Wien 2002-2010 zu einer umfassenden Sanierung des Brunnenviertels, das den Markt und den Yppenplatz als umgestalteten Erholungsraum einschließt. Bei der Planung war man um die Zusammenarbeit mit den Geschäftsleuten und Anrainern bemüht. Mit einem Aufwand von 5 Mio Euro erhielten die Marktstände eine neue Infrastruktur, wie Strom- und Wasserversorgung, Kanalisation, Sitzmöbel. Die Straßenfläche wurde als Fußgeherzone niveaugleich gestaltet und bunt gepflastert. Die abgewohnten Gebäude sind nun revitalisiert, wie das Kadlec-Gebäude, teils demoliert und erneuert (Wollner-Hof, Dichter-Hof). Bei der Eröffnung am 29. Juni 2010 sprach der Wohnbaustadtrat vom "Wiener Weg der sanften und bewohnerInnenorientierten Stadterneuerung", durch den man neuen, attraktiven Wohnraum für die WienerInnen schaffe.

Quelle#

  • Helga Maria Wolf. Die Märkte Alt-Wiens. Geschichte & Geschichten. Wien 2006
  • Presse- und Informationsdienst der Stadt Wien


Redaktion: hmw