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Burg Bernstein#

Heimatlexikon - Unser Österreich

"Heimatlexikon - Unser Österreich"#

Ein Projekt von ServusTV in Zusammenarbeit mit dem Austria-Forum

Bezirkshauptmannschaft: Oberwart Burgenland, Oberwart

Gemeinde: Bernstein Burgenland, Bernstein

Katastralgemeinde: Bernstein



Burg Bernstein
Bernstein im Südburgenland. Die Burg ist ab 1249 nachgewiesen und war eine der ersten Wehranlagen der Ungarn. Photographie. Um 1999.
© IMAGNO/Gerhard Trumler

Der Zeitpunkt der Errichtung der ersten Burg an dieser Stelle ist nicht bekannt. Um 860 gehörte das umliegende Gebiet noch dem Erzbistum Salzburg. Man vermutet, dass ein einfacher Wehrbau errichtet wurde.

1199 gehörte Bernstein zu Ungarn und diente als Grenzfestung gegen Österreich. Um und nach 1200 war diese Burg immer wieder Mittelpunkt kriegerischer Auseinandersetzung im Grenzgebiet. Die Besatzung stand abwechselnd auf österreichischer und ungarischer Seite.

Burg Bernstein wurde vermutlich Anfang des 13. Jahrhunderts erbaut. Ältester noch erhaltener Teil ist der Nordtrakt, der auf gewachsenem Felsen errichtet wurde. Im 13. Jahrhunderts war die Burg im Besitz der Güssinger Grafen. 1388 wurde die Burg von Familie Kaniszai übernommen und man ging daran das Bauwerk weitläufig auszubauen, auch ein runder Wehrturm wurde errichtet.

Nach gelungener Verteidigung gegen die Türken 1532 wurde die Festung bis 1590 weiter ausgebaut. 1601 - 44 war sie Sitz der Familie Königsberg. 1617 wurde die Innenburg fast zur Gänze durch einen Blitzschlag in den Pulverturm, zerstört. Beim Wiederaufbau durch Ludwig von Königsberg in den Jahren 1625 bis 1627 wurde der weitgehend zerstörte Bergfried abgetragen und die übrigen Gebäude barockisiert.

Mitte des 17. Jahrhunderts gelangte Bernstein für fast 200 Jahre in den Besitz der Familie Batthány. Während dieser Zeit blühte das kulturelle Leben auf Bernstein auf, was sich auch in der regen Bautätigkeit ausdrückte. Adam Graf Batthyàny ließ den Rittersaal erbauen, der heute noch als schönster Raum gilt. Er befindet sich im südöstlichen Trakt und ist mit reichen Stukkaturen ausgestattet: Decke mit Darstellungen aus der griechischen Mythologie, erste Hälfte des 17. Jahrhunderts. Im ersten Stock befinden sich eingelegte Renaissancetüren und schöne Öfen. Der Bau ist von einem Zwinger und Basteien aus dieser Zeit umgeben.

1892 erwarb Eduard Graf Almásy den Besitz. Die Nachkommen seiner Familie richteten 1953 in Teilen des Gebäudes ein kleines gepflegtes Hotel ein.

Die Burg ist teilweise zu besichtigen. Heute ist Burg Bernstein ein Hotel- und Restaurantbetrieb. Der Rittersaal ist als Speisesaal in Verwendung.


Eigentümer: Andrea Berger, geb. Almasy-Kuefstein


Burg Bernstein
Burg Bernstein
© Österreich Werbung
Burg Bernstein
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Burg Bernstein
Inneres Burgtor
Foto: Steindy. Aus: WikiCommons unter CC
Burg Bernstein
Luftaufnahmen Burg Bernstein
Foto: Civertan. Aus: WikiCommons unter CC
Burg Bernstein
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Burg Bernstein
Burg Bernstein
Foto: Steindy. Aus: WikiCommons unter CC

Quellen#

Der Text und die Literaturangaben sind aus dem Buch 'Österreichisches Burgenlexikon - Schlösser, Burgen und Ruinen' (1991) von Georg Clam Martinic übernommen. Der Beitrag wurde jedoch im Oktober 2010 mit folgenden Quellen aktualisiert:
  • www.burgen-austria.com
  • Burgen und Schlösser in Österreich und Südtirol (2005) von Gerfried Sitar und Anna Hoffmann
  • Webrecherchen

Weiterführendes#

Literatur#

  • Dehio-Handbuch, Die Kunstdenkmäler Österreichs. Burgenland, bearb. von Adelheid Schmeller-Kitt, hg. vom Institut für österreichische Kunstforschung des Bundesdenkmalamtes, 2. Aufl., Wien 1980, Seite 42ff
  • Prickler, Harald; Burgen und Schlösser, Ruinen und Wehrkirchen im Burgenland, Wien 1972, Seite 14ff
  • Schmeller, Alfred; Das Burgenland, Salzburg 1965, Seite 84f