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Koppenbrüllerhöhle - Die "brüllende Höhle" von Obertraun#

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Die Koppenbrüllerhöhle- Ein Naturschauspiel ersten Ranges Koppenbrüllerhöhle

Koppentraun
Am neuen Wanderweg längs der Koppentraun
© W. Senft
Koppenbrüllerhöhle
Eingang zur Koppenbrüllerhöhle
© W. Senft

Höhlen gibt es in den Kalkgebirgen der gesamten Welt, so auch im Salzkammergut: Von ihnen ist die Koppenbrüllerhöhle einzigartig, denn welche Höhle brüllt sonst noch?

Sie tut dies, wenn besonders hohe Niederschlagsmengen gefallen sind oder die Schneeschmelze ihre Wassermassen in Bewegung setzt. Dann ist ein unheimliches Grollen und Brüllen zu hören, wohl verursacht durch Engstellen im Felsgestein. So wird zum Beispiel etwa vier Stunden nach einem Gewitter das im Berg gespeicherte Wasser aus der Höhle gedrückt, und im Sommer kann sich das eben noch trockene Bachbett binnen weniger Minuten in einen brüllenden, reißenden Wildbach verwandeln.

Etwas Ähnliches gibt es im Salzkammergut nur noch bei den "Liaglern" am Altausseer See (die als Höhlen allerdings nicht zugänglich sind), wo hoch oben, in Nähe der "Seewiese", ebenfalls ein unheimliches Brüllen und Pfauchen zu hören ist, ehe die Wassermassen nach großen Niederschlägen aus den Felsen des Loser-Sockels treten.

Die Koppenbrüllerhöhle erreicht man (nur zu Fuß) nach zwanzig Minuten auf einem bestens angelegten Weg längs der schäumenden Koppentraun. Ausgangspunkt ist die Bedarfshaltestelle gleichen Namens der Eisenbahn, etwa drei Kilometer außerhalb von Obertraun an der Straße nach Bad Aussee. Rund fünfzig Minuten dauernde Führungen finden während des Sommerhalbjahres täglich zur vollen Stunde statt.

Die Wege in der Höhle sind alle so angelegt, daß auch bei Hochwasser keine Gefahr für die Besucher besteht. Man kommt an kleinen Höhlenseen vorbei, deren Spiegel so klar und unbewegt sind, daß man gar nicht vermeint, vor einem Gewässer zu stehen. Engstellen und Felsbarrieren werden mittels Kunstbauten leicht bewältigt, und schließlich gibt es auch interessante Tropfsteinbildungen zu bewundern.

Seit kurzem führt direkt am Höhleneingang ein neu angelegter Wanderweg vorüber, der die Ortschaft Sarstein bei Bad Aussee mit der Eisenbahnhaltestelle "Koppenbrüllerhöhle" verbindet. Der sehr schön angelegte, als Themen weg gestaltete und - wo nötig - durch Geländer und kleine Brückenbauten optimal gesicherte Weg führt ständig neben der wild dahinschießenden Koppentraun entlang und nimmt drei Stunden für eine Strecke in Anspruch (Kompaß WK Nr. 20).

Koppenbrüllerhöhe
Erwähnung der Koppenbrüllerhöhle im Jahr 1860

Die Höhle wird bereits im Band "Medizinisch-statistische Topographie des Herzogtums Steiermark" von Mathias Macher (Graz 1860) erwähnt, wie der nebenstehende Buchausschnitt von Seite 61 zeigt.

Quellen#



Redaktion: H. Maurer