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Ober-St.-Veit, Wien 13#

Heimatlexikon - Unser Österreich

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Wappen., Foto: DasSchORscH. Aus: Wikicommons
Wappen.
Foto: DasSchORscH. Aus: Wikicommons

Der alte Vorort Ober-St.-Veit erstreckte sich von den Abhängen des Lainzer Tiergartens bis zum Wienfluss und zur Lainzer Straße. Bis 1870 bildete er gemeinsam mit Unter-St.-Veit eine Gemeinde. Die U4 fährt durch Ober-St.-Veit.

Die erste urkundliche Nennung erfolgte 1195. Wirtschaftlich bedeutsam war das Veitinger Feld, auf dem Ackerbau betrieben wurde. Die Grundherrschaft befand sich im Schloss Ober-St.-Veit. Dort hatte sich im Mittelalter der ältere der beiden Siedlungskerne entwickelt. Der andere entstand als Längsangerdorf zwischen Glasauer- und Firmiangasse. Um 1890 begann die Verbauung der durch Weinbau und Landwirtschaft nicht mehr genutzten Flächen. Wie schon zuvor im benachbarten Hietzing wurden vor allem Villen errichtet und Ober-St.-Veit dadurch zu einem der Wiener Nobelviertel.

Das Schloss auf dem Wolfrathplatz entstand 1650-1654 im Auftrag von Fürstbischof Philipp Graf Breuner, Baumeister war Domenico Carlone. 1762 kaufte es Kaiserin Maria Theresia, die das Schloss durch Nikolaus Pacassi umbauen und mit Wandbildern von Johann Bergl (1718-1789) ausstatten ließ. Es waren die ersten im Sinne des von ihm kreierten Barock-Illusionismus mit exotischen Landschaften (Die ähnlich gestalteten Bergl-Zimmer im Schloss Schönbrunn malte er in den 1770er Jahren). Seit 1779 wieder im Besitz der Erzdiözese Wien, diente das Schloss in Ober-St.-Veit bis in die 1930er Jahre als Sommerresidenz der Erzbischöfe, seit 1964 als Seminar für kirchliche Berufe. Die anschließende Pfarrkirche "Hl. Veit und Maria Zuflucht der Sünder" erhebt sich auf den Resten einer gotischen Mauer. Der Vorgängerbau wurde in die Barockkirche von Baumeister Matthias Franz Gerl einbezogen. Die Kanzel gilt als "einzigartiges Kunstwerk" (F. Czeike).

Das Wappen zeigt den hl. Vitus.

--> Liste der Wiener Vororte

Quellen#


Redaktion: hmw