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Peregrinikipfel#

Heimatlexikon - Unser Österreich

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Peregrini-Kipfel
Peregrinikipfel, Plakat um 1970
© Doris Wolf

Die Servitenkirche in der Rossau, Wien 9, entstand 1651-677 als erster ovaler Zentralbau nördlich der Alpen. Die rechts an den Chorraum angebaute Peregrinikapelle ist Ende April/Anfang Mai, wenn Festmessen und die Peregrinnovene stattfinden, Ziel vieler Besucher. Sie verehren den Servitenpater Peregrinus Latiosi (1264-1345), der auf wunderbare Weise von seinem Beinleiden geheilt wurde und als Patron bei Fußkrankheiten, Krebs und Aids gilt. In der - nur ein Jahr nach seiner Heiligsprechung erbauten - Kapelle und im Kreuzgang des Klosters befinden sich Vitrinen mit lebensgroßen Nachbildungen der Heilungsszene (Jesus neigt sich vom Kreuz). Um 1785 zählte man am Patroziniumsfest hunderte Votivgaben. Es waren zumeist kleine Nachbildungen von Beinen aus Wachs oder Silber. 2009 wurde der Wiener Konvent des Servitenordens aufgelassen und der "Kongregation der Maronitischen Libanesischen Missionare" (CML) die Seelsorge der Pfarre Rossau übertragen.

Eine Attraktion des weltlichen Kirtags waren der Peregrinimarkt und - seit 1817 - die Peregrinikipfel. Es gab sie in verschiedenen Größen, bis zu ½ m Durchmesser. Kaiser Ferdinand I. (1793-1875) ließ sie sich in die Hofburg, nach seiner Abdankung sogar nach Prag bringen. Während der Peregrin-Novene sollen alljährlich Zehntausende Stück gebacken worden sein. Nachdem der Peregrinimarkt in den 1960er- Jahren nicht mehr stattfand, haben ihn 1999 die Kaufleute des Servitenviertels revitalisiert, die ihn seither jährlich abgehalten. Auch die Peregrinikipfel gibt es - nach der Schließung der traditionellen Bäckerei Plank - wieder.

Quelle#

  • Helga Maria Wolf: Das neue BrauchBuch. Wien 2000. S. 162


Redaktion: hmw