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Prinzenapfel#

Herbstapfel#

Heimatlexikon - Unser Österreich

"Heimatlexikon - Unser Österreich"#

Ein Projekt von ServusTV in Zusammenarbeit mit dem Austria-Forum

Prinzenapfel
Prinzenapfel
© Arche Noah

HERKUNFT UND VERBREITUNG#

Diese alte, deutsche Sorte hat viele Doppelnamen wie etwa Melonenapfel, Hasenkopf, Klapperapfel, Hasenschnauze u.a.m. In Niederösterreich ist die Sorte nicht stark verbreitet, nur einige wenige sehr alte Standbäume sind bekannt. Es gibt mehrere Prinzenäpfel wie den ‚Finkenwerder Prinzenapfel’, den ‚Doppelten Prinzenapfel’ und den ‚Winterprinzenapfel’, die aber eigene Sorten sind.

FRUCHT- UND BAUMBESCHREIBUNG#

GRÖSSE UND FORM#

Mittelgroß, walzenförmig, im Schnitt 65 mm hoch und 59 mm breit, Querschnitt fast rund, oft einseitig höher gebaut.

SCHALE#

Glatt, glänzend, vom Baum trocken, dick, mittelfest, Grundfarbe weißlichgelb bis gelb, Deckfarbe bis 80 - 100% gesprenkelt und kurz gestreift rot, Schalenpunkte unauffällig, kein Rost, Duft kaum merklich.

KELCH#

Geschlossen bis halboffen, Blättchen lang, schmal, aufrecht, Enden zurückgeschlagen, Einsenkung mitteltief, Kelchfl äche oft schief, etwas uneben, Kelchhöhle kesselförmig, Staubfadenreste sehr lang, basisständig.

STIEL#

Typisch lang und dünn, 20 x 1,6 mm, rotbraun, behaart, am Ende mäßig verdickt, Einsenkung mittel bis tief, eng, wenig ocker strahlenförmig berostet, Rand meist eben.

FRUCHTFLEISCH#

Gelblichweiß bis fast weiß, feinzellig, mäßig saftig, vom Baum weg fest, später mürbe, mild süßsäuerlich, sehr intensive, typische Würze, Geruch stark.

KERNHAUS#

Mittelgroß, kelchständig, Gefäßbündel gelb, spindelförmig, Achse meist weit offen, Wände sichelförmig, glatt bis etwas zerrissen, manchmal nur 4 Fächer, insgesamt aber sehr variabel wenige Samen, gut ausgebildet, dunkel kastanienbraun, 7,3 : 4,2 : 2,7 mm.

PFLÜCKREIFE#

Mitte bis Ende September, fällt zur Reife rasch vom Baum.

GENUSSREIFE UND HALTBARKEIT#

Vom Baum bis Dezember, neigt zum Welken am Lager.

BLÜTE, POLLENSPENDER, BEFRUCHTERSORTEN#

Mittel bis spät blühend, witterungsunempfi ndlich, Pollenqualität unbekannt, Pollenspender Adersleber Kalvill, Ananasrenette, Berner Rosen u.a.

WUCHSEIGENSCHAFTEN#

Anfangs stark, später nachlassend, bildet hochrunde, mittelgroße Kronen, etwas dünntriebig. GEEIGNETE BAUMFORM Als Liebhabersorte für kleine Baumformen.

KRANKHEITSANFÄLLIGKEIT#

Allgemein robust, sehr schorffest, kaum Regenfl ecken, nach Literaturangaben krebsempfi ndlich, an den bekannten Standorten jedoch krebsfrei.

BODEN- UND KLIMAANSPRÜCHE#

In Höhenlagen sehr gut entsprechend, im warmen Klima Frucht sehr rasch mehlig werdend, daher eher entbehrlich.

ERTRAG UND EIGNUNG#

Ertragseintritt nach Literatur spät, Ertrag gering bis mittelhoch, regelmäßig. Auf Grund des einzigartigen Aromas interessanter Tafelapfel, vor allem für den Sofortverzehr. Eignung für Saft und Schnaps nicht bekannt, wegen des sortentypisch starken Aromas der Frucht prüfenswert.

ÄHNLICHE FRÜCHTE#

Wichtigste Erkennungsmerkmale sind das starke sortentypische Aroma und der lange dünne Stiel. Steirische Schafnase: Fruchtform kegelförmig, Fruchtfl eisch süß, ohne Würze.

Die Sorte wurde von Roland Gaber beschrieben.

Literatur#

  • Ed. Lucas, et.al.; Illustriertes Handbuch der Obstkunde Band 1, Stuttgart 1859



Bild 'Arche_Noah_NÖ'


Bilder und Beschreibung mit freundlicher Genehmigung von der Arche Noah, A-3553 Schiltern, in Zusammenarbeit mit dem Amt d. NÖ Landesregierung, Abt. Naturschutz. Dieses Projekt wird von der EU und dem NÖ Landschaftsfonds kofinanziert.


Weiterführendes#

Quellen#

Redaktion: K. Ziegler (auf der Basis von Datenblättern von der Arche Noah)