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Roter von Simonffi#

Winterapfel#

Heimatlexikon - Unser Österreich

"Heimatlexikon - Unser Österreich"#

Ein Projekt von ServusTV in Zusammenarbeit mit dem Austria-Forum

Roter von Simonffi
Roter von Simonffi
© Arche Noah

HERKUNFT UND VERBREITUNG:#

Die Sorte ist in ganz Niederösterreich, vor allem im Weinviertel, zerstreut verbreitet und ungemein beliebt. Sie wird als Zigeunerapfel (diese Bezeichnung tragen allerdings viele rote Apfelsorten) auch immer wieder in der Baumschule nachgefragt. Die Identität der Sorte konnte erst durch die Auffindung einer ungarischen Beschreibung, die auch die Geschichte der Verbreitung dieses attraktiven Apfels in Zeiten der Monarchie dokumentiert, geklärt werden.

FRUCHTBESCHREIBUNG:#

GRÖSSE UND FORM:#

klein bis maximal mittelgroß, halbkugelförmig bis rund, im Schnitt 53 mm hoch und 59 mm breit; im Querschnitt fast rund; einseitig etwas höher gebaut, sonst sehr ebenmäßig

SCHALE:#

glatt, fest, glänzend, vom Baum manchmal etwas bläulich bereift; Grundfarbe grünlichgelb, später weißlichgelb, in der Regel aber nicht sichtbar, da von roter, flächiger Deckfarbe ganz überdeckt, über der Röte schattenseitig noch dunkelweinrot gestreift, meist aber die ganze Frucht dunkelweinrot, fast schwärzlich, wie lackiert, gefärbt; Lentizellen klein, gelblich, wenig auffallend; vereinzelt zarte Rostfiguren; Warzen häufig

KELCH:#

klein, halboffen bis offen; Blättchen stark weißfilzig, mittelbreit und -lang, aufrecht, Spitzen zurückgeschlagen, am Grund verwachsen; Einsenkung flach, mittelweit, weißfilzig, gefältelt, Rand feinrippig; Kelchhöhle klein, dreieckig; Staubfäden ober- bis mittelständig; Kelchröhre manchmal dünn bis ins Kernhaus reichend

STIEL:#

meist kurz, auch mittellang, 10–20 mm, dünn, grün oder dunkelrotbraun; Einsenkung tief, eng, meist grundfärbig und meist mit strahlenförmigem, ockerfarbenen Rost

FRUCHTFLEISCH:#

grünlichweiß, anfangs fest, abknackend, später weicher saftig, leicht säuerlichsüß, mit starkem Rosenaroma; Geschmackstyp McIntosh

KERNHAUS:#

klein, mittelständig; Gefäßbündel zwiebelförmig; Achse minimal hohl; Kammern sehr eng, geschlossen; Wände zerrissen, ohrenförmig; Kerne rehbraun, oval, 7:4,5 mm

WUCHSEIGENSCHAFTEN:#

Wuchs mittelstark; bildet sehr schöne, runde, dichtverzweigte, mittelgroße Kronen

GEEIGNETE BAUMFORM:#

für alle Baumformen und Unterlagen gut geeignet

BODEN UND KLIMAANSPRÜCHE:#

gedeiht sowohl auf trockeneren, warmen Standorten im Weinviertel, als auch im südlichen Waldviertel recht gut, in raueren Lagen allerdings verstärkt Schorf und Krebsbefall

BLÜTE, POLLENSPENDER/BEFRUCHTUNGSPARTNER:#

nicht bekannt, Pollen dürfte gut sein

PFLÜCKREIFE:#

Anfang bis Mitte Oktober, die Früchte fallen Mitte Oktober vom Baum, nehmen dabei aber kaum Schaden

GENUSSREIFE/HALTBARKEIT:#

vom Baum weg bis Februar, März, problemlos zu lagern

ERTRAG UND EIGNUNG:#

Ertrag sehr früh einsetzend, auf M 26 schon im ersten Standjahr, auf MM 111 im zweiten, mittelhoch bis hoch, sehr regelmäßig und sicher; ausgezeichneter milder, sehr schöner Tafelapfel, problemlos und pflegeleicht

KRANKHEITSANFÄLLIGKEIT:#

auffällig wenig wurmig; an ungünstigen Standorten tritt Schorf und selten auch Krebs auf; in geringem Maß ist auch Kernhausschimmel zu beobachten ähnliche Früchte kann haben: McIntosh, Schwarzschillernder Kohlapfel, Büttners schwarzschillernde Goldrenette



Bild 'Arche_Noah_NÖ'


Bilder und Beschreibung mit freundlicher Genehmigung von der Arche Noah, A-3553 Schiltern, in Zusammenarbeit mit dem Amt d. NÖ Landesregierung, Abt. Naturschutz. Dieses Projekt wird von der EU und dem NÖ Landschaftsfonds kofinanziert.


Weiterführendes#

Quellen#

Redaktion: K. Ziegler (auf der Basis von Datenblättern von der Arche Noah)