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Strozzigrund, Wien 8#

Heimatlexikon - Unser Österreich

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Strozzigrund
Strozzigrund auf dem Plan von Carl Graf Vasquez, um 1830.
Foto: Peter Gugerell. Aus: Wikicommons

Der Strozzigrund hieß zuvor "dürres Lerchenfeld". Größere Bautätigkeit setzte erst ein, nachdem Maria Katharina Gräfin Strozzi (1633-1714) im Jahr 1702 Gründe erworben und ihr Palais mit Garten errichten lassen hatte. Um 1770 erwarb ein Samtfabrikant weitere Grundstücke und ließ sie parzellieren. Damit begann eine intensive Vergrößerung der Vorstadt.

Der Architekt des Strozzipalais (Josefstädter Straße 39), dessen Garten bis zur Piaristengasse reichte, stammte aus dem Umkreis von Johann Lukas von Hildebrandt. Nach mehrmaligem Besitzerwechsel kam das Palais an Kaiserin Maria Theresia, die es 1753 dem Feldzeugmeister Johann Graf Chotek schenkte. Er verkaufte um das Jahr 1770 Teile des Gartens als Baugründe. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts blieb das Palais in Familienbesitz und war teilweise vermietet, u. a. an den Maler Friedrich Amerling. 1840-1919 befand sich im - dann aufgestockten - Gebäude das k.k. Civil-Mädchen-Pensionat. Nach dem Ende der Monarchie wurde es von der Gemeinde Wien für die Invalidenfürsorge genutzt, seit 1940 dient es als Finanzamt für den 8., 16. und 17. Bezirk. Das Palais, mit einer gartenseitigen Freitreppe, befindet sich hinter einem Gründerzeitbau. Bei der Generalrenovierung (1995-1998) entdeckte man in der Sala terrena Fresken, die von einer Grottenarchitektur um 1740 stammen.

Das Wappen zeigt den habsburgischen Bindenschild.

--> Liste der Wiener Vorstädte

Quelle#

  • Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien


Redaktion: hmw