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Weißgerber, Wien 3#

Heimatlexikon - Unser Österreich

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Weißgerber
Weißgerber auf dem Plan von Carl Graf Vasquez, um 1830.
Foto: Peter Gugerell. Aus: Wikicommons

Die Vorstadt lag zwischen Donaukanal und Rotundenbrücke, Marxergasse bis Seidlgasse, Kegelgasse. Die Benennung entstand nach den Zerstörungen von 1529.

Im überschwemmungsgefährdeten Rückstaugebiet des Wienflusses siedelten vor allem Gärtner und Fleischhauer. Die Lederer und Weißgerber, die vor dem Stubentor beheimatet waren, mussten um 1560 wegen des Baues einer neuen Stadtbefestigung ihre Niederlassungen verlassen und wurden in der später nach ihnen benannten Vorstadt angesiedelt. Diese entwickelte sich nach 1693, als sie an die Gemeinde Wien kam und zur Vorstadt erhoben wurde. Den Mittelpunkt bildete der schloßartige Pfefferhof (Pfefferhofgasse / Radetzkystraße) mit großen Gründen. Das Hetztheater brachte zwischen 1755 und 1796 viele Besucher in die Vorstadt. Nach 1860 begann die rasterartige Verbauung mit großstädtischen Miethäusern, unterbrochen vom sternförmigen Radetzkyplatz. Seit 1903 verbindet die Franzensbrücke die ehemaligen Vorstädte Weißgerber und Jägerzeile.

Die Weißgerberkirche "Zum hl. Othmar" auf dem Kolonitzplatz ist ein Werk des Dombaumeisters Friedrich Schmidt. Er plante einen neogotischen Sichtziegelbau mit sechseckigem Fassadenturm. Die Einrichtung der dreischiffigen Kirche stammt aus der Bauzeit, die Plastiken schuf der Bildhauer Franz Melnitzky.

Das Wappen zeigt einen Baum und zwei springende Böcke.

--> Liste der Wiener Vorstädte

Quellen#

  • Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien
  • Walter Öhlinger (Hg.): Die Pläne der k.k. Haupt- und Residenzstadt Wien von Carl Graf Vasquez


Redaktion: hmw