Toch, Josef#


* 10. 3. 1908, Wien

† 6. 11. 1983, Wien


Publizist


Toch stammte aus einer jüdischen Wiener Kaufmannsfamilie. 1929-1932 arbeitete er in einem Kibbuz in Israel. Als er nach Österreich zurückkehrte, wurde er Mitglied der KPÖ und leistete nach dem Parteiverbot illegale politische Arbeit. 1936 emigrierte er nach Paris, wo er in der Deutschen Freiheitsbibliothek angestellt war. Er gab die "Nouvelles d'Autriche" (Neuigkeiten aus Österreich) heraus. Nach seiner Teilnahme am Spanischen Bürgerkrieg (Internationale Brigaden) nach Frankreich zurückgekehrt, wurde er interniert, später kam er in ein englisches Internierungslager. Nach Mitarbeit am "Zeitspiegel" wurde er Redakteur einer Kunstbuchserie in London. 1946 kehrte er nach Wien zurück, wo er für die Zeitung "Der Abend" und die KPÖ-Zeitung "Volksstimme" schrieb. 1957 verließ er die KPÖ und schloss sich der SPÖ an. Sein Interesse für Zeitgeschichte bekundete er durch Mitarbeit am "Tagblatt"-Archiv der Arbeiterkammer und am Institut für Zeitgeschichte. 1972-1976 hielt er sich erneut in Israel auf. Wieder in Wien, wurde er Mitarbeiter der katholischen Wochenschrift "Die Furche". Er verfasste eine Reihe von Beiträgen über jüdische Teilnehmer am Spanischen Bürgerkrieg und forschte über den österreichischen Widerstandskämpfer Robert Bernardis.



© "Österreichisches Personenlexikon der Ersten und Zweiten Republik" von Isabella Ackerl und Friedrich Weissensteiner, 1992