Wotruba, Fritz#


* 23. 4. 1907, Wien

† 28. 8. 1975, Wien


Bildhauer und Bühnenbildner

Fritz Wotruba
Fritz Wotruba
© Imagno / Foto Franz Hubmann
Wotruba ist der wohl bedeutendste österreichische Bildhauer dieses Jahrhunderts. Er absolvierte eine Graveurlehre, studierte dann an der Wiener Kunstgewerbeschule bei Anton Hanak und entschied sich 1929, als freischaffender Künstler zu leben. Seine erste Ausstellung 1930 stieß bei Kritik und Publikum auf Ablehnung, doch setzte der Künstler seinen Weg mit Konsequenz und Leidenschaft fort. 1938 emigrierte er in die Schweiz. Nach der Rückkehr erhielt er 1945 eine Professur für Bildhauerei an der Wiener Akademie der bildenden Künste. Aus seiner Schule sind Künstler wie Avramidis, Bertoni, Hrdlicka und Leinfellner hervorgegangen, die bis heute das Bild der österreichischen Plastik bestimmen. Wotruba fand von gemäßigt naturalistischen Anfängen über eine archaisierende Phase im Verlauf einer längeren Entwicklung zu dem für ihn charakteristischen blockhaften Stil. Im Zentrum seines Schaffens stand stets die menschliche Figur: monumentale Steinfiguren, die er in immer neuen Abwandlungen gestaltete. Der Künstler setzte sich mit der Kirche "Zur Heiligen Dreifaltigkeit" auf dem Georgenberg in Wien-Mauer, einem sakralen Zyklopenbau, der seinen Formwillen und seine dynamische Gestaltungskraft atmet, ein bleibendes, weithin sichtbares Denkmal. Die Vollendung des großen, umstrittenen Werkes hat er nicht mehr erlebt. Wotruba gestaltete auch faszinierende Bühnenbilder (z. B. den Antike-Dramen-Zyklus für das Wiener Burgtheater) und schuf Aquarelle und Zeichnungen.

Literatur#

  • F. Heer, Fritz Wotruba (1977)



© "Österreichisches Personenlexikon der Ersten und Zweiten Republik" von Isabella Ackerl und Friedrich Weissensteiner, 1992