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Amaliendorf "Jägerbründl" Quelle und Rastplatz#

Gemeinde Amaliendorf: Pfarre Langegg: Bezirk Gmünd


Amaliendorf, Jägerbründl

Tourist/Web Info

Tel: 02862 53495
www.amaliendorf.at

Wegbeschreibung

Horn - Schrems - Richtung Heidenreichstein Amaliendorf, Gmünd, Niederösterreich

Wasserentnahme

Quelle frei zugänglich, schwache Schüttung


Der Ort: #

1.600 Einwohner sind hier registriert, aber fast ein Drittel davon sind Wochenendhausbesitzer. Kein Wunder, findet man auf 568 m Seehöhe doch die typische Waldviertler Landschaft mit Wäldern, Wiesen und Seen, die Erholungssuchende so sehr lieben. Amaliendorf entstand erst im späten 18. Jh. auf Grund eines Verkaufs von Grundstücken an die Erzherzogin Amalie von Österreich (1746-1804), die auch die Namenspatronin ist. Sie war eine Tochter der Kaiserin Maria Theresia. Die Bahnstation, von findigen Tourismusmanagern wiederbelebt, ist das Zentrum zahlreicher Aktivitäten. Hier beginnen nicht nur Nostalgie-Bahnfahrten, es gibt laufend Ausstellungen und hier ist auch die Ausgabestelle einer Weltneuheit, des Schienenhochrades, das jedermann mieten kann. Der WWW-Wackelstein-Wander-Weg führt durch die »grüne Lunge« des Waldviertels zu einem noch funktionierenden Wackelstein. Er ist bereits 1927 zum Naturdenkmal erklärt worden und wiegt 105 Tonnen.

Der Weg zur Quelle:#

Amaliendorf

In Amaliendorf folgt man den grünen Hinweistafeln zum Wackelstein. Man fährt bis zum Parkplatz, die Forstwege sind für Autos abgesperrt, für Wanderer jedoch gut ausgeschildert.

Durch gepflegten Wald gehend passiert man zuerst den riesigen Findling »Kas-im-Lab-Stein«. Bei der nächsten Weggabelung wählt man den linken Waldsteig, bei der folgenden Wegkreuzung geht man wiederum links und dann so lange geradeaus, bis auf der linken Seite ein auffallendes, großes Steingebilde auftaucht. Es ist nicht näher bezeichnet und fällt durch die Steinformationen und die gemeißelte Inschrift im Felsen auf. Verschiedenste Moose bilden Miniaturlandschaften auf einem märchenhaften Kultplatz, der unmittelbar fröhlich stimmt. Kinder (und solche, die es im Herzen geblieben sind) werden sich wohl fühlen. Unsere Gehzeit betrug genau 22 Minuten.

Allgemeines:#

Ein Besuch am Wackelstein, links am Anfang des Waldes gelegen, ist die richtige Einstimmung für ein zauberhaftes Erlebnis am Jägerbründl. Der Wackelstein sieht aus wie ein riesiger Helm unter hohen Bäumen. Der Koloss liegt auf einem zweiten, flachen Stein in labilem Gleichgewicht. Wenige Meter daneben der Schalenstein mit seiner wassergefüllten Mulde. Mit einiger Mühe kann man den Wackelstein bewegen und nimmt die Schwingung des glatten Felsens wahr. Die Kelten haben diese Steine als Orakelsteine benützt, in ihrer Bewegung fühlten sie das Auf und Ab des Lebens. Man vermutet, dass sie dem weiblichen Geschlecht zugeordnet waren, deshalb oft die Bezeichnung Jungfernstein oder Zitterstein. In den Schalensteinen wurde geopfert. Es gibt kaum noch funktionierende Wackelsteine, denn viele sind mutwillig zerstört worden, umso schützenswerter ist jener von Amaliendorf.

Die Quelle:#

Ein paar Meter unterhalb der Steinformation entspringt unter den ausgehöhlten Wurzeln einer hohen Fichte das Jägerbrünnlein. Obwohl die Kapelle fehlt, hat man den Eindruck, es wären alle guten Geister des Waldes anwesend und nähmen am Geschehen Anteil. Die lustig sprudelnde Quelle ist nicht gefasst und fließt in einen formlos hingestellten kleinen Holzbottich, bevor sie sich im Waldboden verliert. Hoffentlich bleibt es noch lange so, denn dies ist Natur pur, wie sie zum Beispiel der Homöopath oder Erzeuger von Blütenessenzen oft vergeblich sucht.

Das Wasser:#

Es schmeckt besonders süß und mild. Man genießt es auf den vielen Rastplätzen aus zartem Sternmoos unter hohen Wipfeln, denn das Abfüllen in Flaschen ist mit beträchtlichem Aufwand verbunden, man kann das Wasser nur becherweise entnehmen. Dies liegt nicht nur an der schwachen Schüttung, sondern vor allem am geringen Abstand zwischen Boden und Entnahmestelle. Aber was man trinkt, ist von feinster Qualität. Anrainer kommen hierher, wenn sie das Bedürfnis nach »besonders« gesundem Wasser haben, was dann der Fall ist, »wenn eine Krankheit im Anzug ist« oder »ein schlechter Befund ängstlich macht«.



© "Heilige Quellen in Österreich" von Siegrid Hirsch und Wolf Ruzicka.